Niedersachsen: 54 Prozent der älteren Beschäftigten wollen früher in Rente

  • DAK-Gesundheitsreport 2026 untersucht Rentenpläne und Krankenstand in Niedersachsen

  • Fehlzeiten steigen mit zunehmendem Alter deutlich: Mit 65 Jahren liegt der Krankenstand im Schnitt bei elf Prozent

  • DAK-Landeschef Vennekold setzt auf Wertschätzung und betriebliches Gesundheitsmanagement für lange Erwerbstätigkeit

Hannover, 20. Juli 2026. Mehr als jeder zweite Beschäftigte ab 50 Jahren in Niedersachsen möchte früher in Rente gehen. Bei denjenigen mit einer schlechteren Gesundheit sind es mit 57 Prozent noch mehr. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor. Dafür hat das IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Niedersachsen analysiert und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Ein Kernergebnis: Ältere Beschäftigte sind seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 65 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei elf Prozent – und damit fast doppelt so hoch wie bei den 50- bis 55-Jährigen (jeweils rund sechs Prozent). Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Niedersachsen mit 7,6 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt (7,4 Prozent).

„In der aktuellen Debatte über eine Rentenreform und längere Arbeitszeiten zeigt der DAK-Gesundheitsreport wichtige Ergebnisse: Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land frühzeitig ausscheiden will, dann müssen wir darauf reagieren“, sagt Dirk Vennekold, DAK-Landeschef in Niedersachsen. „Es wird immer wichtiger, erfahrene Kolleginnen und Kollegen gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. Dafür braucht es Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf die Bedürfnisse älterer Beschäftigter zugeschnitten ist.“ 

Über die Hälfte der ab 50-Jährigen plant vorzeitigen Ruhestand
Eine Forsa-Umfrage für den DAK-Gesundheitsreport zeigt, dass 54 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Niedersachsen einen vorzeitigen Renteneintritt planen. Damit liegt Niedersachsen etwas über dem Bundesdurchschnitt (52 Prozent). 38 Prozent möchten bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. 8 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Bezogen auf alle Beschäftigten in Niedersachsen denken 45 Prozent über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt maßgeblich von ihrer Gesundheit ab. Unter den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand plant mehr als die Hälfte (57 Prozent) einen vorzeitigen Renteneintritt. Beschäftigte mit guter oder sehr guter Gesundheit können sich dagegen deutlich häufiger vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintritt oder darüber hinaus zu arbeiten.  

Wertschätzung: wichtige Voraussetzung für längeres Arbeiten 
Wer länger, motiviert und leistungsfähig arbeiten soll, braucht laut Report neben guten Arbeitsbedingungen vor allem mehr Wertschätzung. Für 39 Prozent der Befragten ab 50 Jahren ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben. 33 Prozent wünschen sich zudem eine stärkere Anerkennung ihres Erfahrungswissens. Damit gehört Wertschätzung zu den wichtigsten nicht-monetären Faktoren für eine längere Erwerbstätigkeit. Am häufigsten wünschen sich die Befragten jedoch eine höhere Bezahlung (44 Prozent), gefolgt von einer besseren Anpassung der Arbeitszeiten an ihre individuellen Bedürfnisse (43 Prozent). 

Beschäftigte ab 50 seltener, aber länger krankgeschrieben
Laut DAK-Gesundheitsreport schätzen ältere Beschäftigte in Niedersachsen ihre Leistungsfähigkeit als sehr hoch ein und sind seltener krankgeschrieben als jüngere. Beschäftigte ab 50 Jahren kamen im Jahr 2025 auf 170 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es mit 226 Fällen deutlich mehr. Obwohl Erwerbstätige ab 50 Jahren seltener krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Altersgruppen, sind die Fehlzeiten je Krankheitsfall fast doppelt so lang. So liegt die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen bei 16,2 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es 8,1 Tage. Der Krankenstand liegt bei Beschäftigten ab 50 Jahren in Niedersachsen im Durchschnitt bei 7,6 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er kontinuierlich an und erreicht im Alter von 65 Jahren elf Prozent. Ein Krankenstand von elf Prozent bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich elf von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.

Aktivrente: Extra-Bonus für Gesunde?
Die Befragung zeigt auch: Gegenüber der neuen Aktivrente sind viele Beschäftigte ab 50 grundsätzlich offen (70 Prozent), allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. Knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) kann sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen. Weitere 47 Prozent schließen dies nicht aus. Gleichzeitig lehnen 30 Prozent die Aktivrente klar ab. 

Für den DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden“ wurden unter anderem die Krankschreibungen von 223.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Niedersachsen analysiert. 

Die DAK-Gesundheit ist die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mehr Infos und aktuelle Termine unter: www.dak.de/bgm

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