Deutsche haben am meisten Angst vor Krebs und Demenz

DAK-Studie: Furcht vor schweren Krankheiten auf hohem Niveau
Trotz Krebsangst geht nur die Hälfte der befragten Männer zur Krebsvorsorge
DAK-Chef Storm hebt Einfluss von Gesundheitskompetenz hervor
Hamburg, 28. November 2025. Die Deutschen haben weiterhin starke Angst vor schweren Krankheiten. Am meisten gefürchtet wird eine Krebserkrankung (69 Prozent), gefolgt von Alzheimer oder Demenz (54 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit, die die Krankenkasse seit 2010 durchführt. Auffällig ist der hohe Anteil von Menschen, die selbst aktiv werden, um Krankheiten vorzubeugen. So geben 84 Prozent an, regelmäßig Sport zu treiben. Auf gesunde Ernährung achten 78 Prozent. Rund drei Viertel der Befragten trinken nur wenig Alkohol oder rauchen nicht. Deutlich unterscheidet sich das Vorsorgeverhalten von Frauen und Männern im Hinblick auf Krebsvorsorge: So nehmen 77 Prozent der Frauen, aber nur 49 Prozent der Männer Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Bei den Frauen sind dies noch einmal vier Prozent mehr als im Vorjahr, während es bei Männern einen leichten Rückgang um ein Prozent gibt.
„Ängste vor schweren Erkrankungen gilt es ernst zu nehmen. Gleichzeitig gibt es Gesundheitsaspekte, die man selbst beeinflussen kann. Dafür ist eine gute Gesundheitskompetenz entscheidend. Doch genau diese nimmt in Deutschland – bei Erwachsenen wie auch bei Jüngeren – ab. Das ist alarmierend,“ so DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Eine geringe Gesundheitskompetenz führt dazu, dass Vorsorgeangebote wie Krebs-Screenings nicht ausreichend genutzt werden. Wer den Nutzen solcher Untersuchungen nicht versteht, verzichtet oft darauf – dabei können sie gerade bei Krebs entscheidend sein.“
Angst vor schweren Krankheiten bleibt auf hohem Niveau
Die Mehrheit der Deutschen fürchtet sich am stärksten vor Krebs (69 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte nennt Demenz (54 Prozent) als größte Sorge. Diese beiden Krankheiten lösten auch in den vergangenen Jahren die größten Ängste aus. So gaben 73 Prozent der Befragten 2024 an, vor Krebs die meiste Angst zu haben, 55 Prozent nannten Demenz. Mehrfachnennungen sind möglich. Fast jeder zweite Deutsche hat Angst vor einem Unfall mit schweren Verletzungen (46 Prozent) oder einem Schlaganfall (45 Prozent). 39 Prozent fürchten sich vor einem Herzinfarkt. Die Sorge vor Krankheit insgesamt hatte im Vorjahr einen Höchststand erreicht. Im Vergleich dazu hat sie 2025 leicht abgenommen, bleibt aber auf hohem Niveau.
Vorsorgeverhalten von Frauen und Männern unterscheidet sich
Die Menschen in Deutschland achten laut eigener Aussage sehr auf ihre Gesundheit: 84 Prozent treiben regelmäßig Sport, 78 Prozent achten auf eine gesunde Ernährung und 77 Prozent trinken nur wenig Alkohol. 76 Prozent geben an, sich regelmäßig impfen zu lassen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um acht Prozent. Zur Krebsvorsorge gehen 63 Prozent. Frauen engagieren sich stärker für ihre Gesundheit als Männer – sie achten auf ihre Ernährung (86 gegenüber 71 Prozent) und gehen häufiger zur Krebsvorsorge: So nehmen 77 Prozent der Frauen, aber nur 49 Prozent der Männer Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.
Große Angst vor psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen
Im Gesamtergebnis aller Altersstufen liegen psychische Erkrankungen an siebter Stelle der am meisten gefürchteten Krankheiten. Die Angst junger Menschen vor Depressionen oder Burnout ist dabei auffällig erhöht: Während im Durchschnitt 31 Prozent der Deutschen diese Ängste spüren, sind es bei den 14- bis 29-Jährigen 47 Prozent. Auch im Vorjahr fielen Jüngere mit einer deutlich stärker ausgeprägten Furcht vor psychischen Erkrankungen als der Durchschnitt auf. So hatten diese 54 Prozent der Jüngeren angegeben gegenüber 36 Prozent im Gesamtdurchschnitt.
Gesundheitszustand stabil – Junge Menschen am positivsten
Trotz der großen Krankheitsängste schätzt die Mehrheit der Bevölkerung ihren Gesundheitszustand positiv ein: 38 Prozent bewerten ihn als sehr gut 49 Prozent als eher gut. Besonders zufrieden sind die 14- bis 29-Jährigen, von denen fast drei Viertel (73 Prozent) ihren Gesundheitszustand als „sehr gut“ einstufen.
Die Umfrage „Angst vor Krankheiten“ wird seit 2010 jährlich vom Forsa-Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit durchgeführt. Vom 4. bis 6. November 2025 wurden bundesweit 1.000 Frauen und Männer ab 14 Jahren befragt.
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Rüdiger Scharf
Chef-Pressesprecher & Leiter Unternehmenskommunikation
Themen: Vorstands-Kommunikation und Interviewanfragen, Gesundheits- und Pflegepolitik sowie Kinder- und Jugendgesundheit
