DAK-Pflegereport zeigt Erwartung an Reformpläne
Aktuelle Studie wird zum Hauptstadtkongress veröffentlicht
Allensbach-Umfrage für DAK-Gesundheit zeigt: Rund zwei Drittel befürworten pflegefachliche Begleitung
DAK-Vorstandschef Andreas Storm und Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie bewerten Ergebnisse des Pflegereportes 2026

Hamburg, 23. Juni 2026. Wichtiger Impuls in der aktuellen Debatte über die notwendige Pflegereform: Die Bevölkerung erwartet in Zukunft eine funktionsfähige soziale Pflegeversicherung, die sie ausreichend, verlässlich und bezahlbar absichert. Das zeigt der aktuelle DAK-Pflegereport „Pflegereform: Weichenstellung für eine zukunftsfeste Pflege?“, der zum Hauptstadtkongress in Berlin veröffentlicht wird. Für den Report hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der DAK-Gesundheit in zwei repräsentativen Umfragen analysiert, welche Erwartungen die Menschen an die geplante Pflegereform haben. Ein Ergebnis: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält es für wichtig, dass Pflegebedürftige und pflegende Angehörige fachliche Unterstützung und Begleitung von Pflegefachpersonen erhalten. Vorstandschef Andreas Storm befürwortet die im Reformentwurf vorgesehene pflegefachliche Begleitung, hält aber Nachbesserungen für erforderlich.
„Der DAK-Pflegereport 2026 macht deutlich, dass das Vertrauen der Menschen in das Pflegesystem äußerst gering ist und wegzubrechen droht“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Viele Menschen nehmen das System als schlecht, ungerecht und überfordernd wahr.“ Laut Allensbach-Umfragen sieht die Bevölkerung die größten Probleme im Bereich der Finanzierung: 70 Prozent der Befragten nennen an erster Stelle die hohen Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien bei stationärer Pflege. Es folgen mit 68 Prozent der Personalmangel und fehlende Pflegekräfte. 64 Prozent halten eine nachhaltige Finanzierung des gesamten Pflegesystems für besonders dringlich.
Pflegeversicherung droht Funktionsverlust
„Schafft es die Politik nicht, maßgebliche strukturelle Veränderungen auf den Weg zu bringen, droht die soziale Pflegeversicherung rund 30 Jahre nach ihrer Einführung ihre Funktion zu verlieren“, warnt Storm. Der DAK-Pflegereport zeigt: In der Bevölkerung gibt es dafür laut Meinungsumfrage ein Bewusstsein und die Bereitschaft, Einschnitte im Pflegesystem mitzutragen. Jeder zweite Befragte gab an, grundsätzlich auch spürbare Reformmaßnahmen zu akzeptieren, sofern diese als nachvollziehbar und gerecht empfunden werden. Sie müssten Teil einer Strukturreform sein, die die Pflegeversicherung auf ein stabiles Fundament stellt. Deshalb gelte es, mit der geplanten Reform die Finanzlage der SPV zu stabilisieren und eine zukunftsfeste Pflegeinfrastruktur zu schaffen. „Es ist entscheidend, dass die Bevölkerung – auch bei Belastungen – die Erfahrung macht, dass sie auf die Pflegeversicherung setzen und vertrauen kann“, so Storm.
Zwei repräsentative Allensbach-Befragungen
Für den DAK-Pflegereport hatte das Forschungsteam um Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie zusammen mit dem Institut für Demoskopie Allensbach in zwei repräsentativen Umfragen im Oktober 2025 und Februar 2026 insgesamt knapp 7.000 Menschen in Deutschland zwischen 16 und 75 Jahren zu ihren Erwartungen an die geplante Pflegereform befragt. Zudem wurde in einer DAK-Routinedatenanalyse durch OptiMedis untersucht, wie die Pflegereform im größeren Zusammenhang des Gesundheitssystems einzuordnen ist.
Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie: „Die Finanzierung des Pflegesystems und die Sicherstellung und Weiterentwicklung der unter Druck geratenen Versorgung müssen bei der Pflegereform eigenständig betrachtet werden.“ Wichtig sei es deshalb, eine verlässliche Versorgung vor Ort zu gewährleisten: „Die deutsche Bevölkerung ist weiter bereit, Sorge- und Pflegeaufgaben zu übernehmen. Was sie braucht, sind verlässliche, professionelle Strukturen in der Pflege – gut abgestimmt mit einer effizienten medizinischen Versorgung. Hier liegen die zentralen Aufgaben, die Bund, Länder, Kommunen und Kassen gemeinsam gestalten müssen.“
Mehrheit der Bevölkerung für pflegefachliche Begleitung
Als wichtigen Schritt in diese Richtung bezeichnet er die von Bundesgesundheitsministerin Warken geplante Einführung einer pflegefachlichen Begleitung. Laut Allensbach-Umfrage sprechen sich auch 67 Prozent der Bevölkerung und 68 Prozent der aktuell Pflegenden in Deutschland für eine professionelle Pflege-Begleitung aus. „Die hohe Bedeutung, die der pflegefachlichen Begleitung beigemessen wird, zeigt, dass Beratung und Unterstützung vor Ort zentrale Schlüssel für eine bessere Versorgung sein können“, sagt Klie.
Die DAK-Gesundheit unterstützt diesen Ansatz. Storm: „Die pflegefachliche Begleitung kann ein zentraler Baustein zur Stärkung der Pflege in der Häuslichkeit sein.“ Dafür müssen weitere Voraussetzungen geschaffen werden: „Der Gesetzentwurf weist den Pflegekassen einen umfassenden Sicherstellungsauftrag zu. Pflege ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb kann die Verantwortung nur gemeinsam mit den Kommunen getragen werden.“
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Credit: DAK-Gesundheit_GettyImages_Maskot
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Rüdiger Scharf
Chef-Pressesprecher & Leiter Unternehmenskommunikation
Themen: Vorstands-Kommunikation und Interviewanfragen, Gesundheits- und Pflegepolitik sowie Kinder- und Jugendgesundheit
