Unsere Gewinnerinnen und Gewinner 2026: Hamburg

Vielen Dank für die sehr beeindruckenden Projekte für ein gesundes Miteinander – da hatte es die Landesjury in Hamburg wirklich nicht leicht, die vier besten Projekte auszuwählen. Nach gründlichem Abwägen steht die Entscheidung nun fest. Herzlichen Glückwunsch!

1. Platz

Christian Schmidt-Heitsch mit dem Projekt: „Parkinson Pate" 

Landessieger in Hamburg

Jens Juncker (Leiter der Landesvertretung Hamburg), Christian Schmidt-Heitsch, Tim Angerer (Staatsrat)

Auf den ersten Platz der Hamburger Landessieger schafft es Christian Schmidt-Heitsch mit dem Projekt „Parkinson Pate". Der Verein ist für Menschen mit Parkinson und deren Angehörigen gedacht. In einer Peer-Beratung teilen selbst Betroffene ihre Erfahrungen und unterstützen so bei der Verarbeitung der Diagnose. Aber auch bei fortgeschrittenerem Stadium stehen die Paten/Patinnen mit Ihren Erfahrungen zur Seite, z.B. bei Entscheidungsprozessen wie einer möglichen OP o.ä. Die Betroffenen müssen sich Informationen nicht über das Internet beschaffen und werden somit nicht abgeschreckt. Zudem gibt es eine Online-Selbsthilfegruppe, um allen Betroffenen den Austausch mit anderen zu ermöglichen. Weiterhin bestehen in Hamburg und Hameln auch Gruppen, die sich in Präsenz treffen. Durch den Austausch können Betroffene schneller zielführende Informationen erhalten und so länger am sozialen Leben teilhaben oder aber auch ins soziale Leben aus der Isolation zurückkehren. Hier werden Menschen in schwierigen Lagen aufgefangen und es entsteht eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt. Die Motivation besteht darin, Betroffene zu unterstützen und auch über das Thema Parkinson zu informieren.
Aktuell gibt es 85 Vereinsmitglieder und konnten in der Peer-Beratung mehr als 250 Betroffenen unsere Unterstützung geben. 
Zum Weltparkinsontag am 11.04.2026 wurde in der Tagesschau ein Bericht über unseren Verein ausgestrahlt. 
Dieses Jahr haben wir einen Workshop "Sing dein Parkinsong" veranstaltet. Hier haben 30 Betroffene gesungen, getanzt und sich bewegt für ein gesundes Miteinander!​

Christian Schmidt-Heitsch über sein Projekt:

„Die Diagnose Parkinson stellt das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen zunächst völlig auf den Kopf. Wir möchten Menschen gerade in dieser schwierigen ersten Phase zur Seite stehen, ihnen Orientierung geben und zeigen, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht allein sind. Dass unsere Arbeit mit dem ersten Platz gewürdigt wird, freut uns sehr.“ 

Statement von Jens Juncker, DAK-Landesvertretung Hamburg:

„Das Projekt Parkinson Pate zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll es ist, Menschen in einer schwierigen Lebensphase nicht allein zu lassen. Die ehrenamtlichen Patinnen und Paten schenken Betroffenen Orientierung, Zuversicht und Unterstützung auf Augenhöhe. Dieses Engagement verdient höchste Anerkennung.“

2. Platz

Dr. Stefanie Fabian mit dem Projekt „Women's Health Team" 

Platz 2 in Hamburg

Jens Juncker (Leiter der Landesvertretung Hamburg), Dr. Stefanie Fabian, Maike Simmons, Dr. Feline Wowretzko, Tim Angerer (Staatsrat)

„Women's Health Team" ist ein Team engagierter Hebammen, Gesundheitspflegerinnen und Ärztinnen, die sich für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Frauen in besonderen Notlagen einsetzen. Seit August 2015 bieten sie ehrenamtliche Sprechstunden für geflüchtete Frauen in Hamburg an, seit 2017 auch Sprechstunden für Frauen ohne festen Wohnsitz mit oder ohne Papiere. Die Hilfe ist aufsuchend, anonym und ehrenamtlich. Sie beraten direkt und behandeln gesundheitliche Probleme vor Ort oder vermitteln weiterführende Hilfe. Die Damen gehen auf Augenhöhe und  mit viel Respekt miteinander um. Aktuell bieten sie in Hamburg zwei Sprechstunden an:
Jeden ersten Donnerstag im Monat sind sie im Ragazza e.V. in St. Georg, einer Einrichtung mit Konsumraum für Drogenkonsumierende Frauen oder Frauen, die der Prostitution nachgehen. Jeden letzten Donnerstag im Monat bieten sie eine Sprechstunde in der Mobilen Bullysuppenküche e.V. auf St. Pauli an.
Die Ehrenamtlichen begleiten Feste, die für Menschen ohne festen Wohnsitz gedacht sind. So sind sie z.B. dieses Jahr wieder auf dem DOCK - eine Veranstaltung der Karin und Walter Blücher Gedächtnisstiftung vertreten und haben einen Stand beim Sommerfest der Mobilen Suppenküche e.V. auf St. Pauli.
Alle sind ein Team auf Augenhöhe und freuen sich, einen kleinen Beitrag zur Frauengesundheit zu leisten. Für Frauen, die schwer Zugang zum Regelsystem finden und niedrigschwellige Angebote brauchen. Die Gespräche und der Austausch mit ihren Patientinnen sind ihr Motor. Wenn sie dann noch helfen konnten und die Patientinnen auf unterschiedlichste Art ihren Dank ausdrücken, dann ist das einfach toll!

Dr. Stefanie Fabian über ihr Projekt:

„Jede Frau hat ein Recht auf eine gute gesundheitliche Versorgung – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer persönlichen Lebenssituation. Wir setzen uns dafür ein, dass gerade Frauen in besonders schwierigen Lebenslagen die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Die Auszeichnung ist eine große Anerkennung für unser gesamtes Team.“ 

Statement von Jens Juncker, DAK-Landesvertretung Hamburg:

„Das Women's Health Team kümmert sich um Frauen, die im Gesundheitssystem häufig besondere Hürden überwinden müssen. Mit viel Fachwissen, Menschlichkeit und persönlichem Einsatz sorgt die Initiative dafür, dass gesundheitliche Versorgung dort ankommt, wo sie besonders gebraucht wird.“

3. Platz

Ulrike Wullenweber für „HerzretterTrainings“​

Hamburg Platz 3

Jens Juncker (Leiter der Landesvertretung Hamburg), Ulrike Wullenweber, Marion Schulte-Tux, Tim Angerer (Staatsrat)

Die Herzretter sind eine Non-Profit Organisation, die Kinder und Jugendliche an Hamburger Schulen und Kitas im Rahmen von „HerzretterTrainings“ in den Maßnahmen der Wiederbelebung schult. Ziel ist es, Kindern bereits ab fünf Jahren nicht nur das Wissen, sondern den Mut(!) zu vermitteln, im Notfall aktiv zu helfen. Das geht weit über die reinen Handgriffe hinaus. Schon die ganz Kleinen lernen, dass sie einen Unterschied machen können.
Die „HerzretterTrainings“ fördern die Selbstwirksamkeit, die Gesamt-Persönlichkeit, wecken schon früh den Mut zu aktivem Aufpassen und Handeln, kurz: zur Zivilcourage. Um das wirklich zu verstehen, muss man einmal sehen, wie „breitschultrig“ die Kinder aus den HerzretterTrainings kommen!
Die Trainings werden von speziell auch medizinisch ausgebildeten Schauspielern angeleitet, die den Kindern und Jugendlichen dank ihres theaterpädagogischen Hintergrunds die Inhalte unterhaltsam vermitteln. In diesem Jahr feiern die Herzretter ihr 10-jähriges Bestehen. In dieser Zeit wurden ca. 77.000 Vorschüler und Schüler in HerzretterTrainings zu potenziellen Lebensrettern ausgebildet; 56 Hamburger Schulen kooperieren als HerzretterSchulen fest mit uns.
Hintergrund: Warum ist Wiederbelebung durch Laien so wichtig? Tritt ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein, nimmt das menschliche Gehirn nach bereits drei (!) Minuten ohne Sauerstoff irreparablen Schaden. Ein Rettungswagen benötigt in der Regel 8-12 Minuten, somit muss die Zeit bis zum Eintreffen zwingend mit einer Herzdruck-Massage überbrückt werden.​

Ulrike Wullenweber über ihr Projekt:

„Im Notfall zählt jede Sekunde. Deshalb möchten wir schon Kindern vermitteln, dass sie helfen und im Ernstfall Leben retten können. Es macht uns stolz, dass unser Ansatz, Erste Hilfe früh und mit viel Freude zu vermitteln, mit dieser Auszeichnung gewürdigt wird.“ 

Statement von Jens Juncker, DAK-Landesvertretung Hamburg:

„Die HerzretterTrainings zeigen, wie wichtig es ist, Gesundheitswissen und Handlungskompetenz schon früh zu vermitteln. Kinder lernen hier nicht nur, wie sie im Notfall helfen können, sondern auch, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Das ist Prävention und gelebtes Miteinander zugleich.“​

Sonderpreis Pflege

Sonja Brier mit dem Projekt: „Pfoten-Buddies“ 

Landessieger in Hamburg Sonderpreis

Jens Juncker (Leiter der Landesvertretung Hamburg), Sonja Brier, Katja Siggelkow, Tim Angerer (Staatsrat)

 

Pfoten Buddies – Haustierhilfe Hamburg steht für Solidarität zwischen Mensch und Tier. Das Projekt des ASB Hamburg unterstützt ältere, erkrankte oder anderweitig hilfsbedürftige Menschen dabei, ihre Haustiere auch in schwierigen Lebenssituationen versorgen zu können. Ehrenamtliche helfen beispielsweise bei Gassigängen, Tierarztbesuchen oder der täglichen Versorgung. So bleiben Mensch und Tier zusammen, Einsamkeit wird reduziert und die psychisch stabilisierende Mensch-Tier-Bindung erhalten. Gleichzeitig stärkt das Projekt das gesunde Miteinander, indem es generationsübergreifendes Ehrenamt fördert und Menschen miteinander verbindet. Die Motivation ist es, zu verhindern, dass Haustiere aufgrund von Krankheit, Alter oder finanziellen Notlagen abgegeben werden müssen. Wir möchten Menschen in Krisensituationen entlasten und ihnen ermöglichen, ihren tierischen Begleiter zu behalten – denn Haustiere sind für viele ein wichtiger Halt, geben Struktur, Lebensfreude und soziale Nähe. Bereits heute zeigt das Projekt seine Wirkung: In den vergangenen zwei Jahren ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen. Durch die Berichterstattung im NDR und weitere öffentliche Aufmerksamkeit konnten zahlreiche neue Hilfesuchende und Ehrenamtliche erreicht werden. Gleichzeitig verfügen wir über ein großes Netzwerk von mehr als 1.000 ehrenamtlichen Kontakten, das kontinuierlich ausgebaut wird. Pfoten Buddies etabliert sich damit als nachhaltige Brücke zwischen sozialem Engagement und aktivem Tierschutz und leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Lebensqualität von Mensch und Tier in Hamburg.​

Sonja Brier über ihr Projekt:

„Haustiere sind für viele ältere und erkrankte Menschen wichtige Wegbegleiter und Familienmitglieder. Wir möchten dafür sorgen, dass sie auch dann zusammenbleiben können, wenn ihre Besitzerinnen und Besitzer Unterstützung benötigen. Die Auszeichnung ist eine wunderbare Bestätigung für unser Engagement.“ 

Statement von Jens Juncker, DAK-Landesvertretung Hamburg:

„Die Pfoten-Buddies machen deutlich, dass gute Pflege und Unterstützung auch die persönlichen Bedürfnisse und Lebensumstände der Menschen berücksichtigen müssen. Indem sie sich um die Haustiere älterer und erkrankter Menschen kümmern, schenken sie ihren Halterinnen und Haltern Sicherheit und Lebensqualität. Das ist ein besonders schönes Beispiel für gelebte Nachbarschaftshilfe.“

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