Unsere Gewinnerinnen und Gewinner 2026: Brandenburg

Vielen Dank für die sehr beeindruckenden Projekte für ein gesundes Miteinander. Da hatte es die Landesjury in Brandenburg wirklich nicht leicht, die drei besten Projekte und den Gewinner für den Sonderpreis Pflege auszuwählen. Nach gründlichem Abwägen steht die Entscheidung nun fest. Herzlichen Glückwunsch!
1. Platz
Annett Ochla mit dem Projekt: „"Hitzehelfer Brandenburg" – Gemeinsam gegen die Hitze; BÄR meets ADLER e.V. “

v.li.: Raphael Achenbach, Karolin Wurlitzer, beide „Waschhaus Trocken Rocken“; Jury-Mitglied Kristy Augustin, Mitglied des Landtages und Vizepräsidentin des Landessportbundes; Annett Lange, „Waschhaus Trocken Rocken“ und Anke Grubitz, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Brandenburg.
Auf den ersten Platz der Brandenburger Landessieger schafft es Annett Ochla mit dem Projekt „Hitzehelfer Brandenburg – Gemeinsam gegen die Hitze“. Das wohnquartierbezogene Netzwerk in Brandenburg a.d. Havel mit engagierter Hitzehelfer*innen Bürger*innen werden kostenlos zu Hitzeschutz, Nachbarschaftshilfe und Erster Hilfe geschult. Danach können sie direkt nebenan aktiv werden. Sie schauen nach gefährdeten Nachbar*innen, übernehmen an heißen Tagen Einkäufe oder Besorgungen, geben Wissen zum Hitzeschutz weiter und erkennen, wann weitere Hilfe notwendig ist.
Über die Hitzehelfer-Line, unsere Nachbarschaftshotline für heiße Tage, bringen wir Menschen, die Unterstützung benötigen, unkompliziert mit Hitzehelfer*innen in ihrer Nähe zusammen. So ist Hilfe niedrigschwellig, persönlich und direkt nebenan. So verbinden wir Gesundheitsprävention mit nachbarschaftlichem Engagement, schaffen Begegnung und stärken ein gesundes Miteinander.
Annett Ochla, Vorständin BÄR meets ADLER e. V. über ihr Projekt:
„Wir erleben immer wieder, wie bereichernd es für alle Beteiligten ist, wenn Menschen füreinander da sind, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam etwas bewegen. In einer Gesellschaft, in der soziale Kontakte und nachbarschaftlicher Zusammenhalt nicht mehr selbstverständlich sind, möchten wir mit unserer Vereinsarbeit durch Bildung und Begegnung Menschen stärken und Gemeinschaft fördern. Unser Projekt ‚Hitzehelfer Brandenburg‘ zeigt, wie aus Wissen die Fähigkeit zu handeln, aus Engagement konkrete Hilfe und aus Begegnungen gelebte Nachbarschaft entstehen kann und wie wir so gemeinsam ein gutes Morgen gestalten können.“
Statement von Anke Grubitz, DAK-Landesvertretung Brandenburg:
„Mit den ‚Hitzehelfern Brandenburg‘ gewinnt ein Projekt den Landeswettbewerb, das in beeindruckender Weise zeigt, wie Gesundheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken können. Die vielen Menschen hinter den eingereichten Projekten schaffen Begegnungen, stärken Gemeinschaften und leisten einen wichtigen Beitrag für ein gesundes Miteinander. Alle Preisträger und Preisträgerinnen sind ein wichtiges Rückgrat für unsere Gesellschaft und ein Lichtpunkt für Andere. Dafür unseren herzlichen Dank.“
2. Platz

v.links Minister René Wilke (Schirmherr); Jury-Mitglied Kristy Augustin, Mitglied des Landtages und Vizepräsidentin des Landessportbundes; Rico Kuhles „Von null auf WIR" Aikido-Gemeinschaft-Oder-Spree e.V.; Anke Grubitz, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Brandenburg
Rico Kuhles mit dem Projekt: „"Von null auf WIR", Aikido-Gemeinschaft-Oder-Spree e.V.“
Den zweiten Platz belegt Rico Kuhles. Das Projekt der Aikido-Gemeinschaft-Oder-Spree e.V. „Von null auf WIR" wurde mit einer einfachen Idee 2022 gegründet:
Wir wollten einen Ort zu schaffen, an dem Menschen lernen, respektvoll miteinander umzugehen. Heute trainieren rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in sieben Dojos in Ostbrandenburg.
Doch unser eigentliches Projekt ist nicht Sport – sondern Gemeinschaft. Aikido ist eine friedliche, defensive Kampfkunst ohne Wettkämpfe. Niemand gewinnt auf Kosten anderer. Jede Übung gelingt nur gemeinsam. Vertrauen, Rücksichtnahme und Verantwortung werden nicht erklärt, sondern in jeder Trainingseinheit erlebt. Kinder lernen, sich gegenseitig zu helfen, Jugendliche übernehmen Verantwortung als Assistenztrainer und Erwachsene trainieren gemeinsam mit ihnen auf Augenhöhe. Familien werden Teil unseres Vereinslebens und gestalten es aktiv mit.
Unsere größten Erfolge lassen sich nicht in Medaillen messen. Schüchterne Kinder gewinnen Selbstvertrauen. Jugendliche werden zu Vorbildern für Jüngere. Familien wachsen gemeinsam in Verantwortung hinein. Aus einzelnen Trainingsgruppen ist in nur vier Jahren eine lebendige Gemeinschaft entstanden, die zeigt: Gesundes Miteinander entsteht dort, wo Menschen einander begegnen, füreinander Verantwortung übernehmen und gemeinsam wachsen.
Statement von Rico Kuhles:
„In einer Welt, in der oft das Gegeneinander im Vordergrund steht, möchten wir bewusst ein Gegenmodell schaffen: ein echtes Miteinander, gewaltfrei, respektvoll und auf Augenhöhe. Mit unserer Aikido-Gemeinschaft wollen wir diese Werte nicht nur vermitteln, sondern gemeinsam leben und von Generation zu Generation weitergeben. Wenn Kinder lernen, füreinander einzustehen, Jugendliche Verantwortung übernehmen und Erwachsene ihnen mit Respekt begegnen, dann ist das für uns weit mehr als Sport – dann wird aus einer Idee ein echtes WIR."
3. Platz

v. links Minister René Wilke (Schirmherr); Martina Hellriegel, stellvertretend für Frau Elke Kirschneck "Bewegung und Begegnung - Klein & Groß" Demenzberatung Strausberg, Alzheimer-Gesellschaft Brdbg. e.V., Maren Ulbrich- Kita- Erzieherin der Kita "Trampolino" in Eggersdorf, Dirk Scheinig, Mitwanderer; Jury-Mitglied Anke Grubitz, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Brandenburg
Elke Kirschneck von der Demenzberatung Strausberg, Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. mit dem Projekt: "Bewegung und Begegnung-Klein & Groß"
Der 3. Platz geht an Elke Kirschneck. Die Beratungsstelle für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen bietet monatlich eine Wanderung an, um mit Menschen mit Demenz und deren Angehörigen und den Kindern in Bewegung zu sein. Der Kreis der Teilnehmenden ist erweitert um ehrenamtliche BegleiterInnen und Stadt- und DorfbewohnerInnen. Ergänzt wird das Wandern variabel durch Gymnastik, Naturbeobachtungen, Gesang, Erinnerungsberichte, Nutzung eines Schwungtuches, Ballspiele. Und alle genannten Angebote gemeinsam mit den Kindern. Abschluss bildet ein gemeinsames Picknick, das Wohlbefinden in einer Gemeinschaft verschafft. Das Ziel des Projektes ist es, Wandern als bekannte und vertraute Betätigung auch dann noch nutzen zu können, wenn eine Demenz vorliegt. Bereichert wird die gemeinsame Zeit durch das Unterwegssein mit Kita-Kindern. Dieser generationsübergreifende Ansatz bringt viele Facetten mit sich und ergänzt den inklusiven Ansatz, durch Begegnungen und gemeinsame Aktivität die Berührungsängste gegenüber Menschen mit Demenz abzubauen und Schritte in eine demenzfreundliche Kommune/Gesellschaft zu gehen.
Statement von Elke Kirschneck:
„Unser Anliegen, dass Wandern fit hält und soziale Kontakte fördert, fühlen wir in den ca. 5-6 km langen Wanderungen mit den Kita-Kindern bestätigt. Auch musikalisch geht es zu. Im Wald kommen Gymnastik, Riegen-Ballspiele und das Schwungtuch mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zum Einsatz. Diese Begegnungen und Interaktionen zwischen Alt und Jung sind immer wieder sehr bereichernd. Mit unserem offenen inklusiven Wanderangebot möchten wir im Gemeinwesen durch Begegnung ermöglichen, Angst vor dem Umgang mit Menschen mit Demenz zu verringern."
Sonderpreis Pflege
Sabina Strunk „Sandwichgeneration und Special Needs“, SEKIZ e.V. Potsdam

links Minister René Wilke (Schirmherr); Sabina Strunk „Sandwichgeneration und Special Needs Starterinitiative für nachhaltige Pflegeselbsthilfe + Engagement in Potsdam“ SEKIZ e.V.; Anke Grubitz, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Brandenburg; Jury-Mitglied Katharina Wiegmann, Fachstelle für Altern und Pflege im Quartier
Den Sonderpreis Pflege gewinnt Sabina Strunk mit SEKIZ e.V. Potsdam, Pflegeselbsthilfe
Das Projekt „Pflegeselbsthilfe – Sandwichgeneration und Special Needs“ stärkt Angehörige mit Selbsthilfeangeboten, die zu ihren Lebensrealitäten passen.
Sie schaffen niedrigschwellige Zugänge zu Austausch und gegenseitiger Unterstützung. Erreichen wollen sie Berufstätige, jüngere Angehörige und Young Carer, pflegende Eltern, aus der Ferne Unterstützende sowie Menschen mit sprachlichen, kulturellen oder sozialen Zugangsbarrieren.
Das Besondere des Projekts ist: Sie entwickeln Selbsthilfe aus Lebensrealitäten heraus – niedrigschwellig, beteiligungsorientiert und mitten im Alltag.
Dafür erproben sie flexible Formate: Zum Beispiel einen Wochenendkurs „Hilfe beim Helfen“ für berufstätige Angehörige von Menschen mit Demenz. Bei „GEMEINSAM AKTIV+“ erleben Angehörige und betreute Menschen Bewegung, Kreativität, Entspannung und Begegnung. Das Angebot setzen sie mit Ergotherapie-Auszubildenden um. Weitere Formate entwickeln sie im Dialog mit Betroffenen (z.B. Young Carern, pflegenden Eltern, Menschen mit Migrationshintergrund) und lokalen Partnern (z.B. Stadtteilzentren, Nachbarschaftshilfe usw.).Ihr Ziel ist es, Austausch und Entlastung für pflegende Angehörige zu ermöglichen, das Miteinander in Nachbarschaften zu stärken. Aus Begegnungen sollen Gruppen und Netzwerke entstehen. So stärken sie Menschen, die für andere da sind, und machen aus individueller Verantwortung gemeinschaftliche Unterstützung.
Statement von Sabrina Strunk zum Projektziel:
„Pflege zu Hause hat viele Gesichter und betrifft nie nur die Menschen, die Unterstützung brauchen, sondern auch ihre Angehörigen, Familien und das soziale Umfeld. Uns ist wichtig, die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen zu sehen, die Pflege zu Hause leisten und erleben. Mit innovativen Angeboten (zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Auszubildenden der Ergotherapie) schaffen wir neue Begegnungen, ermöglichen Entlastung und stärken nachbarschaftliche Unterstützung. Unser Ziel: Aus individueller Verantwortung wird gemeinschaftliche Unterstützung"