Nach dem Krankenhaus: Was jetzt wichtig ist

Nach einer Behandlung im Krankenhaus beginnt ein neuer Abschnitt. Viele Menschen freuen sich darauf, wieder zu Hause zu sein. Gleichzeitig kann die Rückkehr in den Alltag verunsichern: Vielleicht fühlen Sie sich noch nicht wieder so belastbar wie vor dem Krankenhausaufenthalt oder fragen sich, worauf Sie jetzt achten sollten.
Eine gute Nachsorge hilft dabei, Ihre Behandlung nahtlos fortzusetzen und gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Gerade bei einer Herzinsuffizienz – auch Herzschwäche genannt – kann die Zeit nach der Entlassung wichtig sein. Mit den nachfolgenden Maßnahmen können Sie selbst dazu beitragen, sich wieder sicherer und stabiler zu fühlen.
Nach der Entlassung einen Termin vereinbaren
Vereinbaren Sie möglichst innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt einen Termin bei Ihrer Hausarzt- oder Kardiologiepraxis. Dort können Sie gemeinsam besprechen, wie die Behandlung weitergeht und ob weitere Untersuchungen oder Maßnahmen notwendig sind.
Zu dem Termin sollten Sie folgende Unterlagen mitbringen:
Entlassungsbrief
Aktuellen Medikationsplan
Gegebenenfalls weitere Befunde oder Arztberichte
Liste Ihrer Fragen und Beschwerden
Im Entlassungsbrief finden sich wichtige Informationen über Ihren Krankenhausaufenthalt, die Diagnose und die empfohlenen nächsten Schritte. Der Medikationsplan zeigt, welche Medikamente Sie in welcher Dosierung und zu welcher Zeit einnehmen sollen.
Medikamente sicher anwenden
Nehmen Sie Ihre Medikamente so ein, wie sie Ihnen verordnet wurden. Setzen Sie Arzneimittel nicht eigenständig ab und verändern Sie die Dosierung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wenn Sie unsicher sind, ein Medikament vergessen haben oder Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis oder Apotheke. Bei stärkeren oder plötzlich auftretenden Beschwerden sollten Sie sich zeitnah ärztlichen Rat einholen.
Ein aktueller Medikationsplan kann Ihnen dabei helfen, den Überblick zu behalten. Lassen Sie ihn nach Änderungen der Behandlung anpassen und nehmen Sie ihn zu Arztterminen mit.
Warnzeichen frühzeitig erkennen
Achten Sie in der Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt darauf, wie es Ihnen geht. Bei einer Herzinsuffizienz können beispielsweise zunehmende Atemnot, Kreislaufprobleme, ungewöhnliche Erschöpfung oder Wassereinlagerungen an den Beinen Hinweise darauf sein, dass sich Ihr Gesundheitszustand verändert. Sie sollten dann zeitnah ärztlichen Rat suchen.
Eine schnelle Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage kann auf eine vermehrte Flüssigkeitseinlagerung hindeuten. Daher kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht. Wiegen Sie sich möglichst täglich unter vergleichbaren Bedingungen, zum Beispiel morgens nach dem Toilettengang. Notieren Sie Ihr Gewicht. Als Orientierungswerte gelten mehr als 1 kg über Nacht, mehr als 2 kg innerhalb von drei Tagen oder mehr als 2,5 kg innerhalb einer Woche. Wenden Sie sich in diesem Fall zeitnah an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt und warten Sie nicht erst den nächsten routinemäßigen Termin ab.
Wann Sie sofort Hilfe benötigen
Bei starken oder plötzlich zunehmenden Beschwerden sollten Sie umgehend medizinische Hilfe holen. Dazu gehören insbesondere:
Schwere Atemnot
Starke Brustschmerzen
Bewusstlosigkeit
Bläuliche Lippen oder Haut
Eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
In solchen Situationen wählen Sie den Notruf 112.
Schritt für Schritt zurück in den Alltag
Nach einem Krankenhausaufenthalt braucht der Körper häufig Zeit, um sich zu erholen. Überfordern Sie sich nicht und steigern Sie Ihre Aktivitäten Schritt für Schritt. Wie viel Bewegung für Sie geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrer Erkrankung und Ihrer Belastbarkeit ab. Besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrem kardiologischen Behandlungsteam.
Auch regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und eine gute Tagesstruktur können Ihnen helfen, wieder in den Alltag zu finden. Falls Ihnen eine bestimmte Trinkmenge oder eine spezielle Ernährung empfohlen wurde, halten Sie sich an die individuellen Hinweise Ihres Behandlungsteams.
Unterstützung annehmen
Sie müssen die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt nicht allein bewältigen. Bitten Sie Angehörige oder andere vertraute Personen um Unterstützung, zum Beispiel bei Einkäufen, im Haushalt oder bei der Organisation von Arztterminen.
Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte begleiten Sie auf Ihrem weiteren Weg. Wenn Sie sich überfordert fühlen, Fragen zur Behandlung haben oder Sorgen vor einem erneuten Krankenhausaufenthalt verspüren, sprechen Sie offen darüber. Gemeinsam können Sie klären, welche Unterstützung für Sie sinnvoll ist.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
Eine strukturierte Nachsorge kann Ihnen Sicherheit geben. Hilfreich ist es, wenn Sie:
Ihre Nachsorgetermine frühzeitig vereinbaren,
den Entlassungsbrief und den Medikationsplan griffbereit aufbewahren,
Medikamente nach ärztlicher Verordnung einnehmen,
Veränderungen Ihres Gesundheitszustands beobachten,
Fragen und Beschwerden notieren,
bei Unsicherheiten rechtzeitig ärztlichen Rat einholen.
So können Sie aktiv dazu beitragen, dass Ihre Behandlung auch nach dem Krankenhausaufenthalt gut weitergeführt wird.
Wichtig: Dieser Artikel gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt. Bei starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wählen Sie den Notruf 112.

