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Schleswig-Holstein: Mehr Fehltage durch psychische Erkrankungen

Kiel, 13. April 2022. Der Arbeitsausfall wegen psychischer Erkrankungen erreichte 2021 in Schleswig-Holstein einen neuen Höchststand. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im nördlichsten Bundesland hatten mit durchschnittlich 3,2 Fehltagen pro Kopf deutlich mehr Ausfall als Erwerbstätige im Bundesdurchschnitt (rund 2,8 Fehltage). Das Niveau in Schleswig-Holstein lag 50 Prozent über dem von vor zehn Jahren. Ein psychischer Krankschreibungsfall dauerte durchschnittlich 42 Tage. Auch dieser Wert war so hoch wie noch nie. Das zeigt der aktuelle Psychreport der DAK-Gesundheit mit einer Datenauswertung des IGES Instituts für rund 120.000 DAK-versicherte Beschäftigte im Norden. Der wichtigste Krankschreibungsgrund war 2021 eine Depression, den stärksten Zuwachs im Vergleich zu 2019 gab es bei neurotischen Störungen.

„Unser Report zeigt, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen extrem unter den anhaltenden Belastungen der Pandemie leiden“, sagt Cord-Eric Lubinski, Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Schleswig-Holstein. „Die Betroffenen finden aktuell auch schwerer wieder in ihren Berufsalltag zurück.“ Das habe viel mit den besonderen Arbeitsbedingungen unter Corona zu tun, aber auch mit zunehmender Destigmatisierung. Die Menschen würden in der Familie und der Arztpraxis mittlerweile offener über Depressionen oder Ängste sprechen. „Aber in vielen Firmen sind psychische Probleme weiter ein Tabu“, betont Lubinski. „Arbeitgeber müssen Stress und mögliche Belastungen mehr in den Fokus rücken und innerbetriebliche Abläufe schaffen, die die psychische Gesundheit stützen.“

Anstieg um 23 Prozent bei erwerbstätigen Männern
Frauen haben seit Jahren mehr Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen als Männer. 2021 waren es durchschnittlich 4,0 Fehltage pro Kopf – deutlich mehr als bei den Männern (2,5 Tage). Allerdings hatten während der Pandemie erwerbstätige Männer ab 60 Jahren die höchsten Steigerungsraten bei psychisch bedingten Fehltagen. Bei den plus-60-Jährigen erhöhte sich im Vergleich zu 2019 die Anzahl der Fehltage um 116 Prozent. Junge Männer zwischen 15 und 19 Jahren hatten mit 66 Prozent ebenfalls einen deutlichen Zuwachs. Eine große Steigerung (+42 Prozent) war ebenfalls bei den 35- 39-Jährigen Männern zu verzeichnen.

Steigende Fehlzeiten durch Anpassungsstörungen
Mit 130 Fehltagen je 100 Versicherte verursachten Depressionen 2021 den größten Arbeitsausfall. An zweiter Stelle folgten mit 84 Fehltagen je 100 Versicherte die sogenannten Anpassungsstörungen. Deutlich zugenommen haben während der Pandemie die Fehlzeiten wegen neurotischer Störungen. Die Anzahl der Fehltage wegen dieser Diagnose stieg seit 2019 um 46 Prozent. Angststörungen blieben auf nahezu gleichem Niveau. Sie verursachten 2021 in Schleswig-Holstein 17 Ausfalltage je 100 Versicherte – nur ein Prozent mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019. Angst ist eigentlich eine natürliche körperliche Reaktion auf bedrohliche, ungewisse oder unkontrollierbare Situationen. Doch dieser biologische Mechanismus kann aus den Fugen geraten und irgendwann zur Krankheit werden.

Beschäftigt im Gesundheitswesen haben die meisten Psych-Fehltage
Der Psychreport für den Norden weist deutliche Unterschiede in den Branchen nach: Während im Gesundheitswesen 2021 pro Kopf und Jahr durchschnittlich 4,6 Fehltage mit einer psychischen Diagnose anfielen, waren es im Baugewerbe lediglich 1,4 Tage. Banken und Versicherungen lagen mit 3,7 Tagen leicht über dem Durchschnitt aller Branchen „Jeder Mensch kann psychisch so aus dem Gleichgewicht geraten, dass er seine Arbeit nicht mehr bewältigen kann“, betont Cord-Eric Lubinski. „Wir werben für einen offeneren Umgang mit psychischen Belastungen, gerade in stark belasteten Branchen. Die Veröffentlichung unseres Psychreports ist ein wichtiger Schritt dabei“, so Lubinski.

DAK-Gesundheit bietet individuelle Hilfe an
Die DAK-Gesundheit bietet mit dem Programm „veovita plus“ ihren Versicherten schnelle und flexible Hilfe bei Angst, Depression und Burnout. Nach einer professionellen psychiatrischen und hausärztlichen Diagnose erhalten Betroffene eine individuelle Versorgung und bekommen zusätzlich hochwirksame digitale Gesundheitsanwendungen, die die Behandlung unterstützen. „Ziele sind eine nachhaltige Versorgung und die gesundheitliche Stabilisierung der Versicherten“, so Lubinski. Um das sicherzustellen, sei eine Teilnahmedauer von bis zu zwei Jahren im Programm möglich. Weitere Informationen im Netz: www.dak.de/veovita

Für den Psychreport hat das Berliner IGES Institut Daten von rund 120.000 schleswig-holsteinischen DAK-versicherten Beschäftigten ausgewertet. In dieser Analyse sind alle Fehlzeiten bis zum Jahr 2021 einschließlich berücksichtigt, für die eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung mit einer psychischen Diagnose an die Kasse gegangen ist.




Sönke Krohn

Pressesprecher für Schleswig-Holstein

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