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Bensheim/Hamburg, 1. Dezember 2020. Kunst gegen Komasaufen: Janin Ahlemeyer aus Bensheim gewinnt den Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ 2020. Bis Mitte September haben sich bundesweit mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler mit kreativen Ideen an der Kampagne der DAK-Gesundheit zum Thema Alkoholmissbrauch beteiligt. Aktuelle Zahlen zeigen, dass bundesweit Alkoholvergiftungen bei 10- bis 15-Jährigen zuletzt um 8,4 Prozent gestiegen sind. In Hessen sogar um 8,9 Prozent. Seit dem Start der Präventionskampagne vor elf Jahren waren insgesamt mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren am Wettbewerb beteiligt. 

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig und der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit Andreas Storm wählten in der Bundesjury eine Komposition aus Gemälde und Collage zum besten Motiv 2020 gegen das sogenannte Komasaufen. Mit ihrer kreativen Arbeit gewann die 17-jährige Schülerin Janin Ahlemeyer vom Alten Kürfürstlichen Gymnasium (AKG) Bensheim den Hauptpreis von 500 Euro. Vor wenigen Wochen wurde Sie bereits zur Landessiegerin in Hessen gekürt. Platz zwei ging nach Thüringen, der dritte nach Mecklenburg-Vorpommern. Den Sonderpreis „Junge Künstler“ erhielt eine 13-jährige Schülerin aus Nordrhein-Westfalen, den Sonderpreis „Instagram“ eine 17-Jährige aus Baden-Württemberg. „Das Siegerplakat mit seiner Collage aus Zeitungsschnipseln und der klaren Botschaft ‚blau zerreißt, bunt entfaltet‘ hat die Bundesjury überzeugt. Es zeigt eine junge Frau, die förmlich zerrissen wird zwischen den negativen Folgen des Alkoholkonsums auf der einen und den bunten Möglichkeiten des Lebens auf der anderen Seite,“ so Vorstandschef Andreas Storm.

„Die eine Gesichtshälfte zerfällt durch den Alkohol, während die andere sich klar der Realität und Zukunft zuwendet“, beschreibt die Siegerin aus Hessen ihr Kunstwerk selbst. „Mich schockiert es zutiefst, dass Minderjährige zur starken Alkoholsucht neigen. Alkohol besitzt in der heutigen Zeit eine Normalität, welche den Risiken nicht gerecht wird.“

Bunt Leben, auch ohne Alkohol
„‘Bunt statt blau‘ schafft es seit vielen Jahren, die Jugendlichen über die Risiken von zu viel Alkohol aufzuklären. Kreativ sein, mit Freunden zusammen Spaß haben – dazu braucht es eben keinen Alkohol“, sagte Daniela Ludwig. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung ist seit diesem Jahr erstmalig Schirmherrin der DAK-Kampagne. „‘Bunt statt blau‘ ist deshalb so effektiv, weil sich Gleichaltrige offen, kreativ und neugierig mit dem Thema auseinandersetzen. Prävention funktioniert dann besonders gut, wenn die Jungen und Mädchen nicht von oben herab belehrt werden, sondern mit ihnen ehrlich und auf Augenhöhe kommuniziert wird. Eine tolle Kampagne, der ich auch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg wünsche“, unterstrich Ludwig. 

Der hessische Sozialminister Kai Klose unterstützte die Aktion auf Landesebene und betont: „Wir müssen weiterhin für die Gefahren des Alkoholkonsums sensibilisieren. Die DAK-Kampagne „bunt statt blau" wählt dafür einen besonderen Ansatz, denn beim Plakatwettbewerb werden junge Künstler*innen selbst zu Botschafter*innen gegen das Rauschtrinken. Dieses Engagement unterstütze ich gerne mit meiner Schirmherrschaft. Dabei freut es mich in diesem Jahr ganz besonders, dass eine Schülerin aus Hessen den bundesweiten Wettbewerb gewonnen hat. Ich gratuliere Janin Ahlemeyer aus Bensheim ganz herzlich zu diesem Erfolg!"

So wirkt „bunt statt blau“
„Bunt statt blau“ ist eingebunden in die „Aktion Glasklar“ des IFT-Nord, mit der die DAK-Gesundheit auch Lehrkräfte und Eltern über das Thema Alkohol aufklärt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich erst inhaltlich mit dem Thema auseinander und gestalten dann ihre Plakate. Dadurch wirkt „bunt statt blau“ sehr positiv. „Studien zeigen, dass die Teilnehmer am Wettbewerb ‚bunt statt blau‘ im Anschluss bewusster mit Alkohol umgehen“, sagt Andreas Storm. „Wenn man sich selbst kreativ mit dem Thema auseinandersetzt, hat das eine weit größere Wirkung als der erhobene Zeigefinger.“

Schon zehn- bis 15-Jährige mit Alkoholvergiftung
Die Kampagne „bunt statt blau“ ging 2020 in ihr elftes Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Siegerplakate erstmalig im Herbst und rein virtuell gekürt. „Ungewöhnliche Situationen erfordern kreative Maßnahmen. Durch die Verlängerung des Wettbewerbs hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich auch während der Corona-bedingten Einschränkungen mit dem Thema zu beschäftigen. Und das haben sie mit großem Erfolg getan“, sagt Andreas Storm. Der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen gehe zwar auch dank guter Aufklärungsarbeit insgesamt zurück, aber man müsse wachsam bleiben. Deshalb wird der gemeinsame Kreativwettbewerb weiter fortgeführt. Die aktuelle Krankenhausstatistik zeige beispielsweise eine beunruhigende Entwicklung bei den zehn- bis 15-Jährigen: „Die Zahl der sehr jungen Mädchen und Jungen mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus ist von 2017 auf 2018 um über acht Prozent auf 2.979 angestiegen“, so der Kassenvorstand. „Alkoholmissbrauch ist und bleibt eine große gesundheitspolitische Herausforderung in unserem Land.“ In Hessen hat sich die Zahl der zehn- bis 15-jährigen um knapp neun Prozent auf 184 erhöht. Insgesamt waren es landesweit 1.275 Kinder und Jugendliche, die wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus eingeliefert wurden. 

Video-Siegerehrung online abrufbar
Neben der Bundesdrogenbeauftragten unterstützen Prof. Reiner Hanewinkel, Institutsleiter des IFT-Nord, sowie der Hamburger Deutsch-Soul-Sänger Emree Kavás bereits zum dritten Mal die Kampagne als Mitglied der Bundesjury. Das Video zur Siegerehrung sowie Siegerplakate aus allen 16 Bundesländern sind im Internet zu sehen unter dak.de/buntstattblau



Carina Schubert

Pressesprecherin für Hessen
 

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