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Körpersprache: Tipps und Tricks für Mimik und Gestik

Beim Bewerbungsgespräch, in Beziehungen, auf einer Party: Wann immer Menschen zusammenkommen, sprechen sie miteinander – auch ohne Worte. 
Ein „Ich liebe dich“ mit verschränkten Armen und verbissenem Gesichtsausdruck entlarven wir als Lüge. Ein „Ich kann das!“ mit herunterhängenden Schultern und gesenktem Blick wirkt unglaubwürdig. Signale des Körpers, die Mimik, die Gestik, die Stimmlage und Sprachmelodie verknüpft der Mensch seit Jahrtausenden unbewusst mit den verbalen Botschaften zu einem nachhaltigen Gesamtbild. 
Eine Studie des amerikanischen Psychologen Albert Mehrabian belegte schon in den 60er Jahren, dass bei emotionalen Themen, z. B. im Gespräch mit dem Partner, etwa 55 Prozent der Informationen durch Körpersprache und 38 Prozent durch die Stimme übermittelt werden. Die restlichen 7 Prozent sollen laut Mehrabian auf den Inhalt fallen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum es sich lohnt, auf nonverbale Codes zu achten: Denn wie wir uns halten, gehen und stehen, wirkt nicht nur auf die Wahrnehmung anderer Menschen, sondern auch auf unsere eigene Gefühlswelt. Lioba Werth und Jens Förster von der Universität Würzburg untersuchten den Einfluss von Körperhaltung, Bewegung und Gesichtsausdruck auf die eigenen Entscheidungsprozesse. Das Ergebnis: Eine positive Body Language und ein Lächeln machen nicht nur sympathisch, sondern lassen auch uns selbst die Bewältigung einer Aufgabe leichter erscheinen als ein negativer Ausdruck. In einem Experiment fand die amerikanische Sozialpsychologin Amy Cuddy heraus, dass Menschen, die eine Power-Pose einnahmen, sich sofort stärker fühlten. Ein Effekt, der vor allem bei Bewerbungsgesprächen oder Präsentationen doppelt wirksam ist, denn die positive Haltung pimpt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern weckt auch die Aufmerksamkeit bei Zuhörern. 

Körpersprache erkennen und nutzen

Wichtigste Grundregel: Versuche bewusst, nicht nur auf den Inhalt der gesprochenen Worte zu achten, sondern auch darauf, wie diese gesprochen wurden. Durch den „Ich sehe, was du fühlst“-Mechanismus werden Nervenzellen im Gehirn aktiviert, die beim Beobachter die gleichen Emotionen hervorrufen wie beim Sprecher und wir können seine Absichten intuitiv besser nachvollziehen. Dies zu trainieren, lohnt sich besonders in Beziehungen. Ebenfalls wichtig für das Verständnis: Bewusst nonverbale Signale einzusetzen, bedeutet nicht, sich zu verstellen. Es geht vielmehr darum, mit Haltung, Gestik und Mimik negative Assoziationen durch unbewusst ausgesendete falsche Codes zu vermeiden und die Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Übrigens: Gute Gedankenleser besitzen meist keine magischen Zauberkräfte, sondern lediglich eine gute Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, Worte und Körpersprache zu synchronisieren und im gesamten Context zu sehen. Beispiel: Hochgezogene Schultern und in die Taschen versenkte Hände stehen für Unsicherheit oder sogar Angst. Viele Menschen nehmen diese Haltung aber auch ein, wenn sie frieren – es ist also immer wichtiger, das große Ganze zu bedenken. 

Typische Codes der nonverbalen Kommunikation

Paul Ekman, einer der Pioniere der Mimikforschung, hat belegt, dass wahre Emotionen wie Freude, Trauer oder Angst weltweit auf die gleiche Art gezeigt werden. Rede in einer Beziehung also nicht nur über Gefühle, sondern zeige diese auch. Hier einige typische Beispiele, die für das Miteinander in der Partnerschaft, Familie aber auch beim Job eine Rolle spielen können: 
Offen und selbstbewusst wirkt nur, wer auch eine offene Körperhaltung einnimmt. Wer im Gespräch den Blickkontakt sucht und seinen Oberkörper leicht in Richtung des Gesprächspartners vorlehnt, signalisiert Interesse am Gesagten. Die unverrückbare Position von Kopf, Schultern und Körper hingegen wirkt eher verstockt und könnte als „Ich weiche nicht von meiner Meinung ab“ gedeutet werden. Ein zusammengesunkener Oberköper steht für Verschlossenheit oder Angst. Weitere Fettnäpfchen sind dauerhaft verschränkte Arme oder ein halb abgewendeter Körper, denn beide Haltungen stehen für Verschlossenheit. Ebenso aufschlussreich: die Gestik der Hände. Diese sollte immer offen und sichtbar vor oder neben dem Körper zu sehen sein. Gefaltete Hände zeugen von Überlegenheit. Unruhige Hände, trommelnde Finger, Kratzen am Kopf oder Kinn wirken unsicher. Nimmt jemand beim Sprechen die Hand vor den Mund, könnte es sein, dass er das Gesagte am liebsten zurücknehmen würde. Übrigens: Der Händedruck ist oft der erste Körperkontakt zwischen zwei Menschen. Er sollte fest, aber nicht zu kräftig sein und von einem offenen Blickkontakt begleitet werden.