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Ursaschen: Wie kommt es zu Kinderkopfschmerz?

Die beiden mit Abstand häufigsten Formen von Kopfschmerzen bei Kindern sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Warum es zu den Schmerzen kommt, ist bei beiden Erkrankungen noch nicht vollständig geklärt. Bei Spannungskopfschmerzen vermuten Experten sowohl innere als auch äußere Faktoren. Zu den äußeren Faktoren gehören vor allem muskuläre Verspannungen, ausgelöst zum Beispiel durch Stress, Ängste und emotionale Probleme.

Die heutige Lebensweise trägt viel dazu bei: Kinder bewegen sich weniger als frühere Generationen. Sie sehen mehr TV, spielen viel am Computer, stehen oft auch unter schulischem Druck. Zu den inneren Faktoren gehört vermutlich eine Störung des schmerzverarbeitenden Systems des Gehirns. Bei den betroffenen Kindern ist die Schmerzempfindlichkeit erhöht.

Welche Symptome treten bei Kinderkopfschmerz auf?

Kinder spüren einen drückenden oder ziehenden Schmerz vorne an der Stirn. Manche Kinder beschreiben ihn auch als Ring, der den Kopf zusammendrückt. Die Symptome dauern zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen an. Kleinkinder zeigen bei Schmerzen oft auf den Bauch, obwohl der Kopf weh tut. Sie sind noch nicht in der Lage, den Schmerz zu lokalisieren. Die meisten Kinder, die unter Kopfweh leiden, wollen nicht mehr spielen. Sie haben großen Hunger und Durst, sind müde und blass.

Wie macht sich Migräne bei Kindern bemerkbar?

Wenn Kinder unter Migräne leiden, kann der Kopf an beiden Seiten schmerzen. Manchmal schmerzt auch der Schläfenbereich. Kinder beschreiben ihn meist als drückend oder pochend. Es kann außerdem zu neurologischen Beschwerden kommen. Dazu gehören Lichtblitze vor den Augen, Gefühls-, Bewegungs-, Sprach- und Schluckstörungen. Manchmal treten halluzinatorische Sehstörungen auf, die Experten als Alice-im-Wunderland-Syndrom bezeichnen. Betroffene meiden Licht und laute Geräusche.

Wie werden Kinderkopfschmerzen diagnostiziert?

Sollten die Kopfschmerzen bei Ihrem Kind häufiger auftreten, länger als zwei Stunden anhalten oder so stark sein, dass Ihr Kind deshalb schon einmal einen Schultag vorzeitig abbrechen musste, sollten Sie unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen.

Um die richtige Diagnose zu stellen, ist der Arzt auf Ihre Mithilfe und die des Kindes angewiesen: Eine möglichst konkrete Beschreibung hilft, das Leiden richtig einzuordnen. Außerdem führt der Mediziner eine körperliche und neurologische Untersuchung durch. Eine apparative Diagnostik ist nur in Ausnahmefällen nötig. Denn meistens handelt es sich bei Kindern um eine primäre Kopfschmerzerkrankung wie Spannungskopfschmerz oder Migräne. Nur bei bestimmten Symptomen muss der Arzt mögliche andere Ursachen durch weitere Untersuchungen abklären. Dazu gehört dann meist eine Magnetresonanztomographie.

Lebensbedrohliche Ursachen wie eine Hirnhautentzündung, Tumore oder Hirnblutungen sind bei Kindern sehr selten.

Wie sieht die Therapie bei Kinderkopfschmerz aus?

Ganz wichtig gleich vorab: Ohne ärztliche Kontrolle sollten Sie Ihrem Kind auf keinen Fall wiederholt Schmerzmittel geben. Die bei Erwachsenen beliebte Acetylsalicylsäure hat bei Kindern oft Nebenwirkungen. Kinderärzte empfehlen bei Spannungskopfschmerzen die Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol. Oft reicht aber schon die Ablenkung vom Kopfschmerz durch eine angenehme Aktivität.

Leidet das Kind unter Migräne, kommt meistens Ibuprofen zum Einsatz. Ab dem 12. Lebensjahr dürfen Kindern auch Triptane als Nasenspray einnehmen. Bei starken Migräneattacken verschreiben Ärzte Wirkstoffe wie Propranolol oder Flunarizin. Beide können Kopfschmerz-Attacken vorbeugen.

Vorbeugung von Kopfschmerzen bei Kindern

Zahlreiche prophylaktische Maßnahmen können helfen, dass Kopfschmerzen bei Kindern gar nicht erst auftreten. Vor allem regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sowie regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten sind sehr hilfreich.

Darüber hinaus ist es wichtig, bekannte Auslöser für Kopfschmerzen zu meiden. Bei Migräne können das manche Nahrungsmittel sein. Auch psychische Belastungen gilt es zu meiden oder zu reduzieren. Dazu gehören schulische Probleme, Spannungen in der Familie sowie Leistungs- und Termindruck.

Zu den nachweislich sehr guten Vorbeugemaßnahmen gehören leicht zu erlernende Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder sogenannte Fantasiereisen. Im Handel und online gibt es entsprechende CDs und Streaming-Angebote. Die Eltern sollten die Übungen immer gemeinsam mit dem Kind absolvieren.