Die 4 Phasen der Wechseljahre: Symptome, Dauer und Verlauf
Viele Frauen fragen sich: Wann beginnen die Wechseljahre eigentlich und wann enden sie wieder? Tatsächlich erstreckt sich dieser natürliche Umstellungsprozess über mehrere Jahre und verläuft in unterschiedlichen Phasen. Hier erfahren Sie, wann die einzelnen Phasen beginnen, welche Symptome häufig auftreten und wann die Wechseljahre in der Regel enden.

Welche 4 Phasen der Wechseljahre gibt es?
| Phase | Typisches Alter | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Prämenopause | ca. 40 bis 45 Jahre | erste hormonelle Veränderungen |
| Perimenopause | ca. 45 bis 55 Jahre | stärkste Beschwerden |
| Menopause | etwa 52 Jahre | letzte Regelblutung |
| Postmenopause | danach | hormonelle Stabilisierung |
Phase 1: Wie äußert sich die Prämenopause?
Typische erste Anzeichen für die Wechseljahre:
- Veränderung der Zykluslänge, die mal kürzer, mal länger sein kann
- Veränderung der Periode, sie kann länger dauern und stärker sein
- Zwischen- und Schmierblutungen
- Brustspannen
- Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
- Schlafstörungen und damit verbundene Müdigkeit
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Wassereinlagerungen
- Hitzewallungen
- Verdauungsprobleme
Wann beginnen die Wechseljahre?
Die Prämenopause macht den Anfang. Oft früher als gedacht: Oftmals macht sie sich bereits im Alter von Ende 30, Anfang 40 bemerkbar – ohne dass die Frauen es tatsächlich bemerken. Die Veränderungen, die die Prämenopause mit sich bringt, treten schleichend und leise ein.
Was hilft bei Beschwerden in der Prämenopause?
Leichte Beschwerden in der Prämenopause lassen sich oft durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressabbau können dabei helfen, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme oder Erschöpfung zu lindern. Auch eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Nikotin können das Wohlbefinden unterstützen.
Treten die Beschwerden häufiger auf oder beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, kann eine frauenärztliche Beratung sinnvoll sein. Gemeinsam lässt sich klären, ob die Beschwerden tatsächlich mit den beginnenden Wechseljahren zusammenhängen und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.
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Phase 2: Wie merkt man die Perimenopause?
Die Perimenopause beginnt meist zwischen Mitte 40 und Anfang 50, kann aber individuell früher oder später einsetzen. Bisher ist in der Mitte des monatlichen Zyklus noch mehr oder weniger regelmäßig der Eisprung – und mit ihm kommt eine Welle an Hormonen: Kurz vor der Ovulation schüttet der Körper vermehrt das „Frauenhormon“ Östrogen aus. Danach sinkt dieser Wert wieder, dafür steigt das Progesteron. Blieb dieses schon in der Prämenopause auf einem niedrigen Niveau, schwindet nun auch das Östrogen. Dieser Umschwung hat einige Auswirkungen auf den Körper, viele Frauen fühlen sich leicht unwohl. Ein Drittel hat starke Beschwerden.
Häufige Symptome in der Perimenopause:
- Der Abfall von Östrogen am Ende des Zyklus sorgt für Hitzewallungen. Typisch ist auch ein Wechsel zwischen niedrigem und hohem Blutdruck.
- Vagina und Vulva verändern sich, die Scheide fühlt sich trocken an. Das führt häufig zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, was zu einem Libidoverlust führen kann.
- Einige Frauen nehmen an Gewicht zu.
- Die Psyche kann leiden: Einige Frauen fühlen sich unkonzentriert oder sogar depressiv.
- Die Gelenke können schmerzen.
- Der Beckenboden sinkt, was zu Inkontinenz führen kann.
- Haarausfall und trockene Haut.
- Das Herz-Kreislauf-System ist im Ungleichgewicht. Mögliche Folge: Schwindel oder Herzprobleme können auftreten.
Phase 3: Menopause – die Zeit der Menstruation ist vorbei
Die eigentliche Menopause meint den Zeitpunkt, an dem die letzte Periode zwölf Monate zurückliegt. Das ist laut Frauenärzte im Netz im Durchschnitt mit etwa 52 Jahren der Fall. Erst jetzt sind die fruchtbaren Zeiten sicher vorbei und die Frau braucht nicht mehr zu verhüten.
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Phase 4: Postmenopause – wann enden die Wechseljahre?
Welche Symptome sind typisch für die Postmenopause?
- Hitzewallungen und Nachtschweiß
- Vulva und Vagina können erschlaffen. Die Scheidenschleimhaut ist weiterhin weniger gut befeuchtet.
- Das Brustgewebe verändert sich und verliert an Festigkeit.
- Abnahme der Muskulatur, Folge: Rückenschmerzen
- Absenkung des Beckenbodens
- Die Haut ist nicht mehr so straff und es entstehen schneller Fältchen.
- Östrogen weitet die Gefäße. Fehlt das Hormon, können vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes auftreten.
- Osteoporose
Bei vielen Frauen sind die hormonellen Umstellungen bis etwa zum 60. Lebensjahr weitgehend abgeschlossen. Beschwerden können jedoch auch darüber hinaus bestehen bleiben.
Was brauchen Frauen in der Postmenopause?
In der Postmenopause steht weniger die hormonelle Umstellung selbst als vielmehr die langfristige Gesundheit im Mittelpunkt. Besonders wichtig sind regelmäßige Bewegung, Krafttraining und eine ausgewogene Ernährung, um Muskeln, Knochen und Herz-Kreislauf-System zu stärken. Auch eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D kann dazu beitragen, das Risiko für Osteoporose zu senken.
Zudem sollten Vorsorgeuntersuchungen weiterhin wahrgenommen werden. Bei Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder anhaltenden Hitzewallungen kann eine ärztliche Beratung helfen, passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden.
Wie lange dauern die Wechseljahre?
Wie lange die einzelnen Phasen der Wechseljahre dauern, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Während die ersten Veränderungen bereits Ende 30 oder Anfang 40 auftreten können, enden die Wechseljahre bei vielen Frauen erst um das 60. Lebensjahr herum. Wann die Wechseljahre beginnen und wann sie enden, hängt unter anderem von genetischen und individuellen Faktoren ab.
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Laut einer Studie der Wake Forest School of Medicine in North Carolina können Frauen, die schon früh Symptome haben, länger unter Beschwerden leiden. Die gute Nachricht: ein Drittel der Frauen entwickelt laut Frauenärzte im Netz nur leichte Symptome. Manche merken erst in der Postmenopause überhaupt etwas von ihren Wechseljahren – bei ihnen sind die schlechten Gefühle nach ungefähr drei Jahren wieder vorbei. Und ein Drittel der Frauen hat demnach gar keine Beschwerden.
Woran erkenne ich, in welcher Phase der Wechseljahre ich mich befinde?
Die einzelnen Phasen der Wechseljahre lassen sich nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen. Erste Hinweise liefern Veränderungen des Menstruationszyklus und typische Beschwerden. In der Prämenopause treten häufig erste Zyklusunregelmäßigkeiten, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auf. Während der Perimenopause werden die Abstände zwischen den Monatsblutungen oft deutlich unregelmäßiger, gleichzeitig nehmen Beschwerden wie Hitzewallungen oder Nachtschweiß häufig zu. Die Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung und kann erst rückblickend festgestellt werden, wenn zwölf Monate lang keine Periode mehr aufgetreten ist. Danach beginnt die Postmenopause. Bei Unsicherheiten kann eine frauenärztliche Untersuchung helfen, die aktuelle Phase besser einzuordnen.
Wann sollte ich wegen Wechseljahresbeschwerden zum Arzt gehen?
Leichte Beschwerden gehören für viele Frauen zu den Wechseljahren und sind meist kein Grund zur Sorge. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn die Beschwerden den Alltag stark beeinträchtigen, plötzlich sehr ausgeprägt auftreten oder Unsicherheit über die Ursache besteht. Auch ungewöhnlich starke Blutungen, Blutungen nach längeren Pausen oder Beschwerden wie anhaltende Schlafstörungen, depressive Verstimmungen oder starke Schmerzen sollten ärztlich besprochen werden. Eine frühzeitige Beratung kann helfen, andere Ursachen auszuschließen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden.
Häufige Fragen zu den Wechseljahren
Hier beantworten wir weitere Fragen rund um die vier Phasen der Wechseljahre.
Können Wechseljahresbeschwerden auch schon vor dem 40. Lebensjahr beginnen?
Was ist der Unterschied zwischen Menopause und Postmenopause?
Sind starke Wechseljahresbeschwerden normal?
Wie lange dauert der Höhepunkt der Wechseljahre?
Wann sind die Wechseljahre endgültig vorbei?
Sakhi A. Noori
Mediziner bei der DAK-Gesundheit




