Intimhaare: Wann sie wachsen und wofür sie gut sind

Wenn in deinem Intimbereich die ersten Haare sprießen, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen, dass die Pubertät eingesetzt hat. Aber warum haben wir überhaupt Intimhaare und was gibt es in Sachen Pflege, Rasur oder sogar Färben zu beachten? All das erklären wir dir hier.
Was sind Intimhaare?
Intimhaare sind auch bekannt als „Schamhaare". Gemeint sind damit die Haare an und rund um deinen Geschlechtsbreich. Mädchen bekommen sie etwas früher als Jungs. Ihr Wachstum beginnt immer in der Pubertät.
Urologe Volker Wittkamp erklärt, was die Intimbehaarung alles kann.
Wie wachsen Intimhaare?
Das Haar am Kopf wächst schnell und wird durchschnittlich alle sieben Jahre von einem neuen ersetzt. Bei den Intimhaare ist das anders. Sie wachsen nur rund sechs Monate lang. Danach haucht das Haarfollikel, dass das Haar wie ein Anker festhält, sein Leben aus. Dein Intimhaar fällt aus und wird durch ein neues ersetzt. Die Haare im Intimbereich wachsen langsamer als dein Kopfhaar und werden nicht länger als sechs Zentimeter.
Warum haben Menschen eigentlich Intimhaare?
Die Intimhaare zu rasieren, liegt in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern im Trend. Mehr über Intimrasur liest du weiter unten. Ehe du dich rasierst, bedenke, dass sich Mutter Natur bei der Behaarung durchaus ihren Teil gedacht hat. Mittlerweile geht die Wissenschaft davon aus, dass die Intimhaare vier Funktionen erfüllen:
- Reibung beim Sex und beim Laufen reduzieren. Das ist wichtig, weil der Genitalbereich besonders empfindlich ist.
- Schamhaare bilden eine natürliche Barriere gegen Schmutz, Bakterien und Keime. Diese Krankheitserreger werden von den Haaren abgefangen und können so schwerer bis in deinen intimsten Körperbereich vordringen.
- Mit den Schamhaaren reguliert dein Körper die Temperatur deiner Geschlechtsorgane. Die Intimbehaarung sorgt dafür, dass es weder zu heiß noch zu kalt ist.
- Pheromone haften an Schamhaaren besonders gut. Die menschlichen Duftstoffe sind einer der Gründe, warum dich jemand gut riechen kann.
Wie pflege ich meine Intimbeharung?
Es stimmt nicht, dass nur ein rasierter Intimbereich ein wirklich sauberer ist. Schamhaare halten sogar Bakterien von den Geschlechtsorganen fern, sind also alles andere als unhygienisch, wenn man sich regelmäßig wäscht. Selbst vor Geschlechtskrankheiten können die Haare schützen, denn bei der Intimrasur können winzig kleine Schnitte und Wunden entstehen, über die dann die Bakterien von STIs übertragen werden können.
Die Pflege der Intimbehaarung erfordert speziell bei den ersten Versuchen etwas Geduld und Übung. Eine gute Herangehensweise ist, sie am Anfang in Ruhe wachsen zu lassen. So siehst du, wo wie viele Haare sprießen.
Verwende für das Waschen deiner Schamhaare vor allem Wasser. Daneben kannst du verschiedene Pflegeprodukte ausprobieren. Auch wenn normale Shampoos oder Conditioner durchaus ihren Zweck erfüllen, solltest du im besten Fall ein spezielles Mittel für die Haare rund um deine Geschlechtsorgane verwenden. Der Grund ist, dass herkömmliche Pflegeprodukte den pH-Wert im Intimbereich stören können. Greif im Super- oder Drogeriemarkt also bewusst zu einem Haarpflegemittel für die Intimzone.
Ein Intimpeeling ist in regelmäßigen Abständen durchaus sinnvoll. So kannst du dort zum Beispiel eingewachsene Haare entfernen. Die Haare mit einer Pinzette einzeln auszureißen ist ziemlich schmerzhaft. Wir raten dir davon ab. Ein sanftes Zuckerpeeling oder die Verwendung von Peelingpads tut es auch.
Tipps – wie färbe ich meine Schamhaare?
Genau wie der Rest des Körpers, sind auch die Intimfrisuren von Mann und Frau Trends unterlegen. Einer davon ist das Färben. Für manche Jungs und Mädchen gehört es einfach dazu, auch hier ab und an mal für etwas Farbe zu sorgen. Wenn du dir deine Intimbehaarung färben willst, solltest du vor allem auf einen schonenden Weg achten.
Auch wenn der Hersteller die Farbe deiner Wahl als besonders hautfreundlich anpreist – teste sie vorher, zum Beispiel an deinem Unterarm. So findest du heraus, ob deine Haut mit Rötungen oder Reizungen auf die Farbe reagiert. Denn: Was am Unterarm noch erträglich ist, kann im Intimbereich ziemlich übel werden.
Wenn du deinen Intimbereich vor kurzem rasiert hast, lass das mit dem Färben erst mal bleiben. Beim Rasieren können kleine Schnittwunden entstehen, die bei Kontakt mit der Farbe womöglich brennen. Als Mädchen solltest du darauf achten, die Farbe nicht zu nahe an deinen Schamlippen aufzutragen. Sie sollte nicht mit deinen Schleimhäuten in Berührung kommen. Jungs sollten die Farbe nicht auf den Hoden oder dem Penis auftragen – lieber nur bis zum Penisansatz.
Was sollte ich beim Rasieren der Intimhaare beachten?
Vorsicht, Vorsicht und noch mal Vorsicht! Wenn du in deinem Intimbereich mit einer Rasierklinge arbeitest, ist eine ruhige Hand gefragt. Verwende immer eine scharfe Klinge. Mit einer stumpfen Klinge läufst du eher Gefahr, dich zu schneiden. Klingt paradox, ist aber so. Der Grund dafür ist, dass du mit einer stumpfen Klinge nacharbeiten und fester andrücken musst.
Nach dem Rasieren kann ein sogenannter Rasurbrand auftreten. Das ist ein leichtes Brennen oder Jucken nach der Rasur. Hier können kühlende Pflegeprodukte helfen. Auch Lotionen mit einem hohen Anteil an Aloe vera können hilfreich sein. Was du bei der Intimrasur auf jeden Fall vermeiden solltest, sind parfümierte Produkte. Sie können Hautirritationen auslösen.
Wie lange sollten meine Intimhaare fürs Waxing sein?
Fürs Waxing sollten die Haare mindestens fünf Millimeter lang sein. Nur so hat das Wachs genügend „Angriffsfläche“, um an den Haaren zu haften. Sind deine Haare deutlich länger, kannst du mit einem elektrischen Trimmer vorschneiden.
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Warum jucken Intimhaare und was hilft dagegen?
Juckende Intimhaare sind normal. Jeder und jede kennt das. Neben „normalem“ Jucken gibt es aber auch andere Gründe:
- Falsch rasiert: Das ist wohl der häufigste Grund, warum dich deine Intimhaare jucken können. Wenn du zum Beispiel eine etwas ältere, stumpfere Klinge verwendest, können kleine Verletzungen in der Haut entstanden sein. Die jucken. Auch der schon erwähnte Rasurbrand juckt. In beiden Fällen macht Kratzen die Sache nur noch schlimmer. Kratze also nicht, bis alles verheilt ist. Kühlende Salben oder Cremes verschaffen Linderung.
- Filzläuse: Filzläuse sind kleine Lebewesen, die sich in deinem Intimbereich einnisten können. Sie werden meist beim Sex von einem auf den anderen Menschen übertragen. Der Juckreiz setzt in der Regel wenige Wochen danach ein. Gegen Filzläuse helfen rezeptfreie Läusemittel. Die bekommst du in der Apotheke. Sich die Intimhaare abzurasieren, bringt leider nichts. Die kleinen Scheusale bleiben dennoch. Das Mittel trägst du an der betroffenen Stelle auf, lässt es nach den Herstellerangaben einwirken und spülst es anschließend mit Wasser wieder aus.
- Eingewachsene Haare: Ein weiterer Grund, warum deine Intimhaare jucken können, sind eingewachsene Haare. Hast du die entsprechende Stelle entdeckt, schnapp dir am besten einen Waschlappen und befeuchte ihn mit warmem Wasser. Dann reibst du damit sanft über das Haar, bis es an die Oberfläche kommt.
Fazit:
Haare im Intimbereich sind eine nützliche Einrichtung von Mutter Natur. Sie schützen deinen Intimbereich vor Reibung, Krankheitserregern oder auch Schmutz. Wenn du deine Intimhaare entfernen willst, kannst du das mit Waxing oder einer Intimrasur machen. Manche Jungs und Mädchen färben sich ihre Haare um die Geschlechtsorgane. Achte dabei darauf, die Farbe nicht zu nahe an deinen Schamlippen oder an deinem Penis aufzutragen. Sollte die Farbe brennen: Sofort abwaschen! Wir raten dir, lerne deine Intimbehaarung und deren Vorteile erst mal kennen, ehe du dich für das Entfernen entscheidest.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





