Lebensmittelvergiftung: Symptome, Dauer und was du tun kannst

Übelkeit, Krämpfe, Erbrechen – eine Lebensmittelvergiftung oder Lebensmittelinfektion kommt oft plötzlich, ist aber in der Regel nach ein paar Tagen wieder vorbei. Hier erfährst du, wie eine Lebensmittelvergiftung entsteht, welche Symptome typisch sind und wie du am besten damit umgehst. 

Ein Mann blickt in einen Kühlschrank.

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Eine Lebensmittelvergiftung entsteht durch Giftstoffe oder Krankheitserreger in Lebensmitteln. Typische Folgen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. Medizinisch wird zwischen einer echten Lebensmittelvergiftung (Intoxikation) und einer Lebensmittelinfektion unterschieden.

Im Alltag wird jedoch schnell von einer Lebensmittelvergiftung gesprochen, wenn nach dem Essen Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Da sowohl Lebensmittelvergiftungen als auch Lebensmittelinfektionen den Magen-Darm-Trakt belasten und sich Symptome sowie Behandlung oft ähneln, werden die Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet. Auch in diesem Text nutzen wir überwiegend den Begriff Lebensmittelvergiftung – meinen damit aber beide Formen.

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Echte Lebensmittelvergiftung/Intoxikation

Bei einer echten Lebensmittelvergiftung spielen vor allem durch Bakterien im Lebensmittel gebildete Giftstoffe - Toxine - eine Rolle. Das passiert, wenn Lebensmittel falsch gelagert, nicht ausreichend gekühlt oder unter mangelnder Hygiene zubereitet wurden. 

Beispiele für echte Lebensmittelvergiftungen:

  • Staphylokokken: Diese Bakterien vermehren sich besonders gern in Kartoffelsalat, Mayonnaise oder Pudding. Die Gifte, die sie dabei bilden, sind sehr hitzebeständig. Ein nachträgliches Aufkochen des Essens hilft hier meist nicht mehr.
  • Botulismus: Diese Form wird durch das Gift des Bakteriums Clostridium botulinum ausgelöst. Es gedeiht unter Luftabschluss – also vor allem in schlecht sterilisierten Konserven oder selbst eingelegten Lebensmitteln. Botulismus ist zwar selten, aber lebensgefährlich.
  • Natürliche Gifte: Hierzu zählen Gifte, die von Natur aus in Lebensmitteln stecken, wie etwa in Giftpilzen, unreifen grünen Tomaten oder keimenden Kartoffeln.

Lebensmittelinfektion

Bei einer Lebensmittelinfektion gelangen lebende Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren über die Nahrung in deinen Körper und vermehren sich dort. Die Lebensmittelinfektion kommt häufiger vor als eine echte Lebensmittelvergiftung. In die Lebensmittel gelangen die Erreger meist durch mangelnde Hygiene bei der Zubereitung, unsachgemäße Lagerung oder den Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren. 

Zu den häufigsten Erregern einer Lebensmittelinfektion gehören:

  • Salmonellen: Übertragen sich oft über rohe Eier, Geflügel oder ungenügend erhitztes Fleisch.
  • Campylobacter: Diese Bakterien sind mittlerweile die häufigste Ursache für bakterielle Magen-Darm-Infektionen in Deutschland und stecken meist in unzureichend garem Geflügelfleisch oder Rohmilch.
  • Listerien: Sie können sich selbst im Kühlschrank vermehren und lauern in Rohmilchkäse, Räucherfisch oder abgepackten Salaten. Für Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind sie besonders gefährlich.
  • Noroviren: Diese Viren sind hochgradig ansteckend und verbreiten sich häufig von Mensch zu Mensch, aber auch über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser.

Typische Risikolebensmittel sind rohes oder nicht ausreichend gegartes Fleisch, Fisch oder Rohmilchprodukte sowie Gerichte mit rohem Ei. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Salate, Kräuter, Sprossen oder ungewaschenes Obst und Gemüse können krankmachende Erreger übertragen.  

Schnellvergleich: Lebensmittelvergiftung vs. Lebensmittelinfektion

MerkmalEchte Lebensmittelvergiftung (Intoxikation)Lebensmittelinfektion
AuslöserBakteriengifte (Toxine), Chemikalien, PflanzengifteLebende Erreger wie Bakterien, Viren, Parasiten
Beginn der SymptomeSehr schnell, meist 1 bis 6 Stunden nach dem EssenVerzögert, circa 12 bis 72 Stunden nach dem Essen
Leitsymptomeheftiges Erbrechen, MagenkrämpfeDurchfall (teils blutig), Fieber, Gliederschmerzen
FieberSehr seltenHäufig als Abwehrreaktion des Körpers
Ansteckend?Nein, von Mensch zu Mensch nicht übertragbarJa, hohe Ansteckungsgefahr (Schmierinfektion)
Typische BeispieleStaphylokokken (im Kartoffelsalat), BotulismusSalmonellen (Geflügel), Noroviren, Campylobacter

Welche Symptome treten bei einer Lebensmittelvergiftung auf?

Ob Intoxikation oder Infektion: Die Anzeichen ähneln sich oft stark. Die Symptome einer Lebensmittelvergiftung treten oft schon nach wenigen Stunden auf, da die aufgenommenen Giftstoffe direkt wirken. Bei einer Lebensmittelinfektion dagegen verzögern sich die Symptome. Je nach Erreger dauert es wenige Stunden bis zu mehreren Tagen. Wie stark die Reaktion ausfällt, ist allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Als typische Anzeichen gelten:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfe
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Schwäche und Kreislaufprobleme
  • Fieber

Fieber spricht häufig dafür, dass Krankheitserreger wie Salmonellen oder Campylobacter beteiligt sind. Bei einer reinen Vergiftung durch Toxine tritt Fieber dagegen eher selten auf.

Wie lange dauert eine Lebensmittelvergiftung?

Die Dauer einer Lebensmittelvergiftung hängt vor allem von der Ursache ab. Manche Beschwerden klingen bereits nach 24 Stunden wieder ab, andere dauern mehrere Tage. Wie eine Lebensmittelvergiftung verläuft, hängt davon ab, was sie ausgelöst hat und wie stark dein Körper darauf reagiert.

Bei einer echten Lebensmittelvergiftung durch bereits im Lebensmittel enthaltene Giftstoffe treten die Beschwerden oft sehr schnell auf und bessern sich häufig innerhalb von ein bis zwei Tagen. Lebensmittelinfektionen durch Bakterien oder Viren können dagegen mehrere Tage anhalten. In vielen Fällen heilt die Erkrankung ohne Folgen aus. Halten die Beschwerden länger als eine Woche an oder verschlimmern sie sich, solltest du ärztlichen Rat einholen.

Typischer Verlauf einer Lebensmittelvergiftung:

ZeitraumMögliche Beschwerden
Erste Stunden bis 1 TagÜbelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall
1 bis 3 TageDurchfall, Schwächegefühl, Flüssigkeitsverlust, teilweise Fieber
3 bis 7 TageBeschwerden lassen meist nach, der Magen-Darm-Trakt erholt sich
Länger als 7 TageÄrztliche Abklärung empfohlen, insbesondere bei anhaltendem Durchfall, Fieber oder starker Schwäche

Der tatsächliche Verlauf kann je nach Erreger, aufgenommenen Giftstoffen und persönlichem Gesundheitszustand davon abweichen. Die Tabelle gilt daher nur als Orientierungshilfe.

Was hilft sofort gegen Lebensmittelvergiftung?

Wenn du eine Lebensmittelvergiftung vermutest, solltest du deinen Körper vor allem in der akuten Phase entlasten. Durch Erbrechen und Durchfall verliert er schnell Wasser und Mineralstoffe. 

  • Schone dich körperlich: Bleib möglichst zu Hause und gib deinem Körper Zeit, sich zu erholen.
  • Trinke regelmäßig kleine Schlucke: Am besten eignen sich stilles Wasser, Tee oder bei Bedarf Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Falls du keine fertige orale Rehydratationslösung (ORS) zur Hand hast, kannst du dir im Notfall eine einfache Elektrolytmischung selbst herstellen: 1 Liter stilles Wasser, 4 Teelöffel Zucker, 3/4 Teelöffel Salz und ein Glas Orangensaft für das Kalium.
  • Durchfallstopper nur nach ärztlicher Rücksprache: Nimm ohne ärztliche Absprache keine Medikamente ein, die den Durchfall künstlich stoppen. Sie verlängern möglicherweise die Krankheitsdauer, weil Erreger und Gifte länger im Darm verbleiben. Durchfall und Erbrechen sind wichtige Abwehrreaktionen, um die Erreger und Gifte schnellstmöglich wieder loszuwerden.
  • Verzichte erst mal auf schwere Mahlzeiten: Fettige, würzige Speisen oder große Portionen können den Magen zusätzlich belasten. Vom Klassiker „Cola und Salzstangen“ wird abgeraten: Der hohe Zuckergehalt kann den Durchfall verschlimmern, und der Salzgehalt der Stangen reicht nicht aus, um den Elektrolytverlust sinnvoll auszugleichen.
  • Starte vorsichtig mit Schonkost: Wenn sich dein Magen etwas beruhigt hat, beginne am besten mit leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Reis, Kartoffeln, Banane oder Zwieback.

Wann sollte ich bei einer Lebensmittelvergiftung zum Arzt?

Nicht jede Lebensmittelvergiftung muss sofort medizinisch behandelt werden. Trotzdem gibt es Warnsignale, bei denen du lieber nicht zu lange abwarten solltest. Hole dir ärztliche Hilfe, wenn die Beschwerden länger als zwei bis drei Tage anhalten oder neurologische Symptome wie Sehstörungen, Schluckbeschwerden oder Lähmungserscheinungen auftreten. Außerdem ist ein Arztbesuch ratsam, wenn:

  • du Anzeichen einer Dehydrierung bemerkst, weil du kaum Flüssigkeit bei dir behalten kannst, ständig erbrichst und kaum Wasser lassen kannst,
  • du sehr schwach wirst oder Kreislaufprobleme bekommst,
  • du Blut im Stuhl bemerkst,
  • starke Bauchschmerzen oder hohes Fieber auftreten,
  • du eine Pilzvergiftung vermutest – in diesem Fall nicht abwarten, sondern sofort den Notruf (112) oder eine Giftnotrufzentrale rufen.

Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn bei kleinen Kindern, älteren Menschen, Schwangeren oder Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Krankheiten der Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung besteht. Für sie können lebensmittelbedingte Erkrankungen kritischer verlaufen, deshalb ist bei ihnen schneller ärztliche Hilfe gefragt.

Antibiotika sind bei den meisten Lebensmittelinfektionen nicht notwendig, da der Körper die Erreger meist selbst bekämpft. Bei schweren bakteriellen Infektionen – etwa durch Listerien oder Campylobacter – kann jedoch gezielt Antibiotika verschrieben werden.

Gut zu wissen: Viele Lebensmittelinfektionen, wie Salmonellen oder Campylobacter, sind in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Das Labor meldet einen positiven Befund automatisch an das Gesundheitsamt. 

Wie kann ich einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen?

Die beste Vorbeugung beginnt in der Küche mit guter Hygiene und ein paar einfachen Regeln. Darauf solltest du besonders achten:

  • Wasche deine Hände gründlich.
  • Lagere rohe und verzehrfertige Lebensmittel getrennt.
  • Erhitze Speisen ausreichend. Erreger sterben meist ab, wenn das Lebensmittel für mindestens zwei Minuten im Kern auf über 70 °C erhitzt wird. Achtung: Bereits gebildete Bakterien-Gifte sind oft hitzebeständig und lassen sich durch Kochen nicht zerstören!
  • Kühle leicht verderbliche Lebensmittel möglichst sofort und verbrauche sie zügig.
  • Wasche Obst und Gemüse gründlich.
  • Halte Arbeitsflächen und Küchenutensilien sauber.

Diese kleinen Gewohnheiten im Alltag können viel dazu beitragen, dich und andere vor einer Lebensmittelvergiftung zu schützen.

Häufige Fragen zur Lebensmittelvergiftung

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