Gicht vorbeugen und behandeln

Gicht: Eine Frau mittleren Alters massiert sich ihre schmerzende Hand

Gicht ist eine schmerzhafte Stoffwechselerkrankung, die meist plötzlich und unerwartet zuschlägt. Oft beginnt sie mit einem stark entzündeten Gelenk – typischerweise an der großen Zehe – und kann ohne Behandlung zu dauerhaften Schäden führen. Doch wer die Ursachen kennt und seinen Lebensstil anpasst, kann viel tun, um Gichtanfälle zu vermeiden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Gicht entsteht, welche Symptome typisch sind und welche Behandlungsmöglichkeiten – von Medikamenten bis hin zu Hausmitteln – wirklich helfen.

Was ist Gicht?

Plötzlich schmerzt ein Gelenk, ist geschwollen und gerötet – und die Ursache ist zunächst unklar. In vielen Fällen steckt Gicht dahinter, eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Sie entsteht durch dauerhaft erhöhte Harnsäurespiegel im Blut. Lagert sich die überschüssige Harnsäure in Form winziger Kristalle in den Gelenken ab, kommt es zu schmerzhaften Entzündungen. Unbehandelt können langfristig Gelenk- und Nierenschäden entstehen.

Gicht tritt besonders häufig bei Männern mittleren Alters auf, während Frauen meist erst nach den Wechseljahren betroffen sind. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Übergewicht, ungesunde Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und genetische Veranlagung.

Schmerzattacke und teigige Gelenke: Typische Gicht-Symptome

Ein Gichtanfall beginnt oft plötzlich – meist über Nacht. Typisch ist ein stark geschwollenes, heißes und sehr schmerzhaftes Gelenk, häufig das Großzehengrundgelenk. Auch Mittelfuß-, Sprung-, Knie- oder Fingergelenke können betroffen sein. Manchmal kommen Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl hinzu. Ohne Behandlung kann ein Anfall mehrere Tage oder Wochen dauern, bei rechtzeitiger Therapie klingt er jedoch meist nach kurzer Zeit ab.

Zu viel Purin? Wie und warum Gicht entsteht 

Die Ursache ist eine Hyperurikämie – also ein Überschuss an Harnsäure im Blut. Dieser entsteht, wenn die Balance zwischen Bildung und Ausscheidung von Harnsäure gestört ist.

Vorsorge für Diabetiker

Fünf Extra-Leistungen gegen Spätfolgen des Diabetes

Man unterscheidet zwei Formen:

  • Primäre Gicht: erblich bedingte Störung der Harnsäureausscheidung über die Nieren.

  • Sekundäre Gicht: Folge anderer Erkrankungen oder Medikamente, die den Harnsäurespiegel erhöhen.

Harnsäure entsteht beim Abbau sogenannter Purine, die in unseren Körperzellen vorkommen und zusätzlich über bestimmte Lebensmittel aufgenommen werden – vor allem über Fleisch, Wurst und Bier. Auch Blutarmut, große körperliche Belastung oder Infektionen können einen Gichtanfall auslösen. Ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus erhöht ebenfalls das Risiko.

Behandlung der Gicht

Ziel der Behandlung ist, akute Beschwerden zu lindern und erneute Anfälle zu vermeiden.

Medikamente:

Bei einem akuten Anfall können entzündungshemmende Arzneimittel Schmerzen und Schwellungen schnell lindern. Langfristig wird die Harnsäurekonzentration gesenkt – entweder durch Medikamente, die die Ausscheidung von Harnsäure fördern, oder solche, die deren Bildung hemmen.

Physikalische Maßnahmen:

Kälte kann Schwellungen verringern, Wärme lindert manchmal die Schmerzen. Auch Krankengymnastik, Ergotherapie und gezielte Muskelentspannung können helfen, Gelenkfunktionen zu erhalten.

Hausmittel:

  • Schonung: Das betroffene Gelenk sollte entlastet werden, im Zweifel hilft Bettruhe.

  • Kühlen: Kalte Umschläge oder Quarkwickel lindern die Entzündung.

  • Trinken: Tee und Wasser fördern die Harnsäureausscheidung.

Bitte sprechen Sie vor Eigenbehandlungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – manche frei verkäuflichen Schmerzmittel können den Harnsäurespiegel erhöhen.

Vorbeugung durch ausgewogenen Lebensstil

Sie können selbst viel dazu beitragen, Gicht vorzubeugen oder Rückfälle zu verhindern:

DAK Ernährungs-Coaching

Gesund ernähren – aber wie? Nach unserem Online-Coaching kennst du die Tricks

  • Purinreiche Lebensmittel meiden: Besonders purinreich sind Wurst, Meeresfrüchte und bestimmte Fischarten. Spinat und Rosenkohl enthalten ebenfalls Purine und sollten nur in Maßen verzehrt werden.

  • Gesunde Alternativen wählen: Milchprodukte, Eier und vitaminreiche Kost – besonders Vitamin C – unterstützen einen normalen Harnsäurespiegel.

  • Alkoholkonsum einschränken: Alkohol hemmt die Harnsäureausscheidung; Bier enthält zusätzlich viele Purine.

  • Fruchtzucker reduzieren: Auch Fruktose steigert die Harnsäurebildung. Achten Sie auf zuckerhaltige Getränke, Süßspeisen und Fruchtsäfte. Frisches Obst ist unbedenklich.

  • Gesundes Gewicht anstreben: Übergewicht erhöht das Risiko. Gewichtsabnahme senkt meist auch die Harnsäurewerte.

  • Ausreichend trinken: Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag fördern die Nierenfunktion und senken die Harnsäurekonzentration.

  • Regelmäßige Bewegung: Moderate Bewegung stärkt Kreislauf und Gelenke. Extreme körperliche Belastung sollte jedoch vermieden werden, da sie Harnsäurewerte vorübergehend erhöhen kann.

Gicht ist gut behandelbar, wenn sie früh erkannt und konsequent therapiert wird. Durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung und regelmäßige ärztliche Kontrollen können Sie aktiv dazu beitragen, Anfälle zu vermeiden und Ihre Lebensqualität zu erhalten.

Mehr Infos finden Sie auch in unserer Broschüre: 

Autor(in)

Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

Aktualisiert am:
Telefonkontakt
040 325 325 555

Rund um die Uhr und zum Ortstarif