Der weibliche Zyklus: Phasen, Hormone und Dauer

Eine junge Frau mit roten Haaren liegt in einer Hängematte und lächelt beseelt.

Kennst du deinen Zyklus gut? Oder sind die wiederkehrenden Veränderungen in deinem Körper eher eine Black Box? Wir erklären hier, wie genau der Zyklus abläuft, welche Phasen es gibt und wodurch sie sich auszeichnen. 

Was ist der weibliche Zyklus?

Dein Zyklus startet mit dem ersten Tag deiner Periode und endet kurz bevor die nächste Blutung beginnt. In der Mitte deines Zyklus erfolgt der Eisprung. Das heißt, eine deiner Eizellen wird reif. Kommt es aber nicht zu einer Befruchtung, werden die Eizelle und das während der ersten Zyklushälfte aufgebaute Gebärmuttergewebe von deinem Körper nicht mehr gebraucht und einfach abgestoßen. Du bekommst also deine Regelblutung. Du verlierst dabei zwischen 50 und 150 ml Blut und sehr wenig von deiner Gebärmutterschleimhaut. Keine Sorge, dein Körper produziert sie sehr schnell wieder nach! Bei einigen Mädchen und Frauen verläuft das schmerzlos, andere verspüren leichte bis starke Schmerzen während dieser Zeit.
Eine Frau ist bereits vor der ersten Regelblutung bis zu ihren Wechseljahren fruchtbar. In diesem Zeitraum haben Frauen um die 500 Regelblutungen. Am Ende der fruchtbaren Zeit, meist im Alter zwischen 45 und 55 Jahren, endet auch die Monatsblutung. 

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Der weibliche Zyklus: Fakten im Überblick

  • Dauert vom ersten Tag einer Periode bis zum ersten Tag der nächsten Periode und im Durchschnitt das 28 Tage.
  • Dieser Zeitraum wird in Phasen unterteilt.
  • Etwa nach der Hälfte der Zeit kommt es zum Eisprung.
  • Es gibt nur etwa fünf fruchtbaren Tage pro Zyklus – vor dem Eisprung und am Tag des Eisprungs.
  • Die Regelblutung dauert sie vier bis sieben Tage.
  • Blutungen, die außerhalb der Regelblutung auftreten, können normal sein und werden als Zwischenblutungen bezeichnet.
  • Gesteuert wird der Zyklus durch ein feines Zusammenspiel verschiedener Hormone, darunter Östrogen und Progesteron.
  • Stress, Erkrankungen, Reisen und körperliche Belastungen können den Zyklus beeinflussen.

Gynäkologin Dr. Sheila de Liz klärt über Menstruations-Mythen auf:

Welche Zyklus-Phasen gibt es?

Dein Zyklus wird medizinisch in drei Phasen unterteilt. Die erste Zyklushälfte dauert zwischen 10 und 14 Tagen (oder länger, je nach Zykluslänge). In der Zyklusmitte lösen deine Hormone den Eisprung aus. Die zweite Zyklushälfte dauert meist auch 10 bis 14 Tage.

  1. Die erste Zyklushälfte (Follikel-Phase): Die Zeit zwischen dem ersten Tag deiner Regelblutung und dem Eisprung wird Follikelphase oder auch Regenerationsphase genannt. Ist deine Gebärmutterschleimhaut am Ende der Menstruation abgestoßen, beginnt dein Körper, die Schleimhaut zu regenerieren – sie also wieder aufzubauen. 

    In dieser Zeit reift in deinem Eierstock ein Eibläschen heran. Es wird auch als Follikel bezeichnet und enthält eine Eizelle. In den meisten Fällen entwickelt sich nur eines dieser Eibläschen so, dass es eine Eizelle freigibt. In dieser ersten Zyklusphase bereitet sich deine Gebärmutter entsprechend auf die Einnistung der Eizelle vor.

  2. Der Eisprung: Meist in der Mitte deines Zyklus erfolgt der Eisprung. Gynäkologinnen und Gynäkologen nennen das Ereignis auch Ovulation. Der Eisprung ist der Übergang der ersten in die zweite Zyklushälfte. Meist erfolgt der Eisprung zwischen dem 11. und dem 16. Tag vor der anschließenden Regelblutung. Manche Mädchen und Frauen verspüren Mittelschmerzen. Das sind leichte Schmerzen, die zum Zeitpunkt des Eisprungs im Unterbauch auftreten.
  3. Die zweite Zyklushälfte (Luteal-Phase): Nach deinem Eisprung beginnt die Luteal-Phase und endet mit deiner nächsten Regelblutung. Bis es so weit ist, vergehen normalerweise zwischen 12 und 16 Tage. Das Eibläschen, das deine Eizelle freigegeben hat, wandelt sich zum sogenannten Gelbkörper um und schüttet dabei das Hormon Progesteron aus. Dieses Hormon bewirkt, dass sich deine Gebärmutterschleimhaut auf die Eizelle vorbereiten kann. Sie wird dicker. Misst du in dieser Zeit deine Körpertemperatur, wirst du merken, dass sie leicht ansteigt. Mit deiner Regelblutung sinkt sie aber wieder.

    Unabhängig davon, ob die Eizelle befruchtet wurde oder nicht, wandert sie zur Gebärmutter. Ohne Befruchtung bildet sich der Gelbkörper zurück und wird mit der Schleimhaut abgestoßen. Deine Regelblutung setzt ein und dein weiblicher Zyklus beginnt erneut.

Hinweis: Es gibt auch Modelle, die die Menstruation selbst als eine eigenständige Phase benennen. Im 3-Phasen-Modell ist sie Teil der Follikel-Phase. Andere Konzepte benennen die Phasen nach den Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer und Herbst.

Wodurch kann der Zyklus gestört werden?

Eine regelmäßige Menstruation wird Eumenorrhö genannt. Ist deine Menstruation nicht so richtig regelmäßig, nennt man das Zyklusstörung. Diese Störungen bemerkst du entweder durch eine Änderung des Abstands deiner Regel oder ob du immer unterschiedlich viel Blut verlierst – mal mehr oder mal weniger.

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Hormone können die Regelmäßigkeit deines weiblichen Zyklus ändern. Mehr Östrogen oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung können deinen Zyklus durcheinanderbringen. Weitere Gründe für eine Störung sind:

  • Störungen der Blutgerinnung
  • Psychische Belastungen
  • Die Spirale (Verhütungsmittel)
  • Bestimmte Ernährungsgewohnheiten
  • Die Pille (Verhütungsmittel)
  • Leistungssport
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Polypen der Gebärmutterschleimhaut
  • Übermäßiges Wachstum der Schleimhaut in der Gebärmutter
     

Bei den folgenden Anzeichen solltest du eine gynäkologische Kontrolle in Betracht ziehen: 

  • Sehr starke Blutungen
  • Blutig brauner oder auch fleischfarbener Ausfluss
  • Ausbleiben der Monatsblutung ohne erkennbaren Grund
  • Wenn du nach dem Geschlechtsverkehr blutest
  • Wenn du außerhalb deiner Tage Blutungen hast
  • Wenn die Dauer der Blutung länger als 8 Tage ist

Dein Arzt oder deine Ärztin wird die Behandlung deiner Zyklusstörung immer nach der Ursache ausrichten. Meist werden die Störungen durch ein hormonelles Ungleichgewicht ausgelöst. Also helfen meist ärztlich verschriebene Hormonpräparate.

Wie viele Tage Verspätung gilt bei der Periode als normal?

Wenn deine Tage nicht wie normal kommen, muss das nicht heißen, dass du schwanger bist. Hattest du zum Beispiel keinen Geschlechtsverkehr, bist du sogar ganz sicher nicht schwanger. Es kann immer wieder vorkommen, dass sich deine Monatsblutung um bis zu vier Tage verschiebt. Mach dir aber keine Sorgen. Deine Regel richtet sich eben nicht nur nach deinen Hormonen. Zum Beispiel kann auch Stress einen Einfluss haben. Wenn du also bei der Arbeit, in der Uni oder in der Familie mit Stress zu kämpfen hast, kann das deine Regel verschieben.

Periode: Hinweis für Mädchen

In den ersten Monaten nach der ersten Regel ist es vollkommen normal, dass die Abstände zwischen den Blutungen unregelmäßig sind. Dein Körper macht eine große Veränderung durch und muss sich erst komplett darauf einstellen. Es kann also einige Zeit dauern, bis sich bei dir alles eingependelt hat. 
Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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