Eisprung ermitteln und fruchtbare Tage erkennen

Schwanger werden kannst du nur während deiner fruchtbaren Tage. Das ist jene Zeit, in der die Eizelle in deinem Körper bereit ist, sich mit den Spermien des Mannes zu vereinen, um neues Leben entstehen zu lassen. Die eigenen fruchtbaren Tage zu kennen, heißt auch, deinen Körper zu verstehen. Du erfährst im Folgenden, was die fruchtbaren Tage sind und vor allem, woran du sie erkennst.
Was genau sind meine fruchtbaren Tage?
Dein Menstruationszyklus dauert vom ersten Tag einer Periode bis zum ersten Tag der nächsten Periode. Im Durchschnitt sind das 28 Tage. Der Eisprung findet um den 14. Tag herum statt. Auch ein Zyklus zwischen 25 und 35 Tagen gilt übrigens als normal. Dann kommt es entsprechend früher oder später zum Eisprung.
Wichtig: Die fruchtbaren Tage beginnen bereits rund fünf Tage vor dem Eisprung, denn Spermien können in deinem Körper länger überleben. Das bedeutet, dass du schwanger werden kannst, selbst wenn du nur in den Tagen vor dem Eisprung Sex hast.
Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, was die fruchtbaren Tage sind und wie du sie erkennst:
Die Phasen des Zyklus
Der weibliche Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung und endet am Tag vor Beginn der nächsten Blutung. Im Schnitt dauert er 28 Tage und ist in vier Phasen unterteilt.
- Menstruationsphase: Sie ist der Startschuss zum Zyklus. Dein Körper stößt die alte Gebärmutterschleimhaut ab, die eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet hat. Anschließend wird sie mit der Monatsblutung ausgeschieden. Die Menstruation dauert ungefähr fünf bis sieben Tage.
- Proliferationsphase: Nach der Menstruationsphase startet die Proliferationsphase. Sie ist die Vorbereitung für den Eisprung. In dieser Zeitspanne reift entweder im rechten oder linken Eierstock ein Follikel mit der Eizelle heran. Das ist aber nicht alles, was in der Proliferationsphase passiert. Denn auch die Gebärmutter nimmt schon wieder neuen Anlauf und bereitet sich vor, ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Dafür baut sie fleißig ihre Schleimhautschicht auf.
- Eisprung: Aus dem Follikel „springt“ ein reifes Ei und macht sich auf den Weg Richtung Eileiter. Dort kann die Eizelle etwa 24 Stunden lang befruchtet werden. Begegnet ihm in dieser Zeit ein Spermium, können sie verschmelzen. Damit beginnt eine Schwangerschaft. Ohne Spermium stirbt die Eizelle ab.
- Lutealphase: Sie schließt sich direkt an den Eisprung an. Während dieser Phase wird die frisch gebildete Gebärmutterschleimhaut umgebaut. Sie wird mehr durchblutet, der Gebärmutterkanal verengt sich und der Gebärmutterschleim wird fester. So entsteht eine Art „Bett“ für die befruchtete Eizelle, in dem sie es sich gemütlich machen könnte. Nistet sich aber kein befruchtetes Ei ein, folgt wieder die Menstruationsphase. Und der Zyklus geht von vorne los.
Woran erkenne ich meine fruchtbaren Tage?
Es gibt verschiedene Anzeichen, anhand derer du erkennen kannst, in welcher Phase deines Zyklus du dich befindest und ob du deine fruchtbaren Tage hast.
- Zervixschleim: Dein Ausfluss wird klarer und flüssiger. Wenn du ihn zwischen Daumen und Zeigefinger nimmst, zieht er Fäden. Wird der Zervixschleim flüssiger, können Spermien durch ihn hindurch. An anderen Tagen ist er dagegen trüb und zäh und verhindert so, dass Spermien in die Gebärmutter eindringen können.
- Mittelschmerz: Rund um den Eisprung kann es zu Unterleibsschmerzen kommen. Aber längst nicht alle Frauen bemerken den Eisprung.
- Brustspannen oder Brustschmerzen: Bei manchen Frauen reagiert die Brust empfindlich oder spannt leicht.
- Gesteigerte Libido: Eine vermehrte Lust auf Sex ist an den fruchtbaren Tagen ebenso möglich.
- Anstieg der Basaltemperatur: Nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur messbar um etwa 0,2 bis 0,4 Grad Celsius an.
- Weicher Muttermund: Den Muttermund kannst du selbst ertasten. An fruchtbaren Tagen ist er weich und leicht geöffnet, an anderen deutlich fester und geschlossen.
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Wie bestimme ich meine fruchtbaren Tage?
Aufbauend auf diesen typischen Anzeichen haben sich verschiedene Methoden durchgesetzt, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen.
- Kalendermethode: Bei einem regelmäßigen Zyklus lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs relativ gut bestimmen. Er wird allein auf Basis vergangener Periodendaten ermittelt.
- Temperaturmessung: Miss täglich deine Temperatur und notiere die Werte. Der niedrigste Wert markiert den Tag des Eisprungs. Nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur leicht an. Durch die tägliche Messung lässt sich der Eisprung rückblickend eingrenzen.
- Symptothermale Methode: Kombiniert die Kalendermethode mit der Temperaturmessung.
- Zervixschleim-Beobachtung: Der Zervixschleim ist ein Sekret, das vom Gebärmutterhals abgesondert wird. Konsistenz und Farbe ändern sich im Laufe des Zyklus, daher können sie Aufschluss darüber geben, ob du gerade fruchtbar oder unfruchtbar bist.
- Ovulationstests: Über Teststreifen kannst du das sogenannte LH-Hormon im Urin messen. Solche Tests gibt es in der Drogerie. Wie genau die Ergebnisse ausfallen, erfährst du in der jeweiligen Packungsbeilage.
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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