Bindehautentzündung bei Erwachsenen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Wenn die Augen jucken, sich sandig anfühlen oder die Lider nach dem Aufwachen verklebt sind, kann eine Bindehautentzündung dahinterstecken. Diese sogenannte Konjunktivitis kann bei Erwachsenen immer wieder auftreten. Oft reizen Zugluft, trockene Luft oder lange Bildschirmzeiten die Augen, manchmal sind aber auch Viren oder Bakterien die Ursache. Informiere dich hier, woran du eine Bindehautentzündung erkennen kannst, ob du damit zur Arbeit gehen darfst und wann eine ärztliche Beratung sinnvoll ist.
Welche Symptome sind bei einer Bindehautentzündung typisch?
Bindehautentzündung, fachsprachlich Konjunktivitis
Typisch sind mehrere Beschwerden gleichzeitig, etwa verklebte Lider, Brennen oder ein sandiges Gefühl im Auge. Erwachsene bemerken eine Bindehautentzündung oft morgens nach dem Aufstehen oder bei längerem konzentrierten Arbeiten am Bildschirm. Bei der Bindehaut handelt es sich um eine dünne Schleimhaut, die die Augenlider von innen überzieht. Die Konjunktiva, wie man sie in der Fachsprache nennt, bedeckt den vorderen Bereich des Augapfels. Entzündet sich das Gewebe, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer Bindehautentzündung oder auch Konjunktivitis. Eine Bindehautentzündung bei Erwachsenen ist meist harmlos und heilt oft von selbst wieder ab. Wichtig ist vor allem zu wissen, wodurch die Beschwerden entstehen:
- Manche Entzündungen am Auge werden durch Bakterien oder Viren hervorgerufen. Dann sind sie infektiös und können sich auf andere Menschen übertragen.
- Andere Bindehautentzündungen entstehen durch äußere Reize oder eine Allergie. In diesen Fällen bist du in der Regel nicht ansteckend.
Die folgende Übersicht hilft dir, deine Beschwerden besser einzuordnen. Eine Diagnose ersetzt sie aber nicht. Gerade bei Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder verschlechterter Sicht ist es wichtig, dass du dich untersuchen lässt.
Ursache | Übertragung | Symptome |
|---|---|---|
| Bakterien Staphylokokken, Streptokokken | Schmierinfektion, selten auch Übertragung vom Genitalbereich (Chlamydien) | gerötete Augen, verklebte Lider, gelbes Sekret, Druckgefühl, Knötchen innen am Augenlid |
| Viren häufig Adenovirus | Schmierinfektion, manchmal auch Übertragung von den Lippen (Herpes) | wässriges Sekret, starke Lichtempfindlichkeit, Brennen, Bläschen am Augenlid (bei Herpesviren) |
| Allergien | Reaktion auf Pollen (Heuschnupfen), Tierhaare oder Hausstaub | Juckreiz auf beiden Augen, starker Tränenfluss, Niesen, Halskratzen |
| Weitere Faktoren | Reaktion auf Heizungsluft oder Klimaanlage, Staub oder Rauch, lange Bildschirmzeiten, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen | trockene Augen, gereizte Augen, Fremdkörpergefühl |
Wie lange ist eine infektiöse Bindehautentzündung ansteckend?
Wie lange eine Bindehautentzündung ansteckend ist, hängt vor allem davon ab, welche Erreger die Beschwerden auslösen. Grundsätzlich gilt: Solange deine Augen gerötet sind, tränen oder Sekret bilden, solltest du von einer möglichen Ansteckung ausgehen.
- Bakterielle Bindehautentzündung: Ohne Medikamente klingt die Infektion oft innerhalb von ein bis zwei Wochen ab und ist so lange ansteckend, wie Symptome vorhanden sind. Ärztlich verordnete Augentropfen oder Augensalben können die Heilung unterstützen und die Ansteckungsgefahr nach Beginn der Behandlung verringern. Wichtig zu wissen: Antibiotika helfen nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.
- Virale Bindehautentzündung: Diese Form kann länger ansteckend sein. Besonders Adenoviren verbreiten sich leicht über Schmierinfektionen, also über Hände, Handtücher, Türklinken, Tastaturen oder Smartphones. Die Ansteckungsgefahr ist vor allem in den ersten Tagen meist höher und kann rund zwei bis drei Wochen anhalten. Auf Oberflächen bleiben Adenoviren unter Umständen sogar einige Wochen ansteckend. Bei Adenoviren liegt die Inkubationszeit meist bei fünf bis zwölf Tagen. Das heißt: Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden können mehrere Tage liegen.
Darf ich mit einer Bindehautentzündung arbeiten gehen?
Ob du mit einer Bindehautentzündung arbeiten kannst, hängt in erster Linie von der Ursache deiner Beschwerden ab.
Bei Verdacht auf eine Infektion: Vermutest du Bakterien oder Viren als Ursache für deine roten Augen, solltest du Kontakte konsequent reduzieren oder besser ganz meiden. Eine infektiöse Konjunktivitis kann sich leicht über die Hände, gemeinsam genutzte Gegenstände oder engen Kontakt übertragen.
Wichtig: Ansteckungsrisiko senken
Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen, begünstigen Schmierinfektionen. Dazu gehören öffentliche Verkehrsmittel, Großraumbüros, Schulen oder Kitas. Eine Krankschreibung kann deshalb sinnvoll sein, um Kolleginnen, Kollegen und andere Menschen in deinem Umfeld zu schützen. Wenn ein Kind betroffen ist, gilt besondere Vorsicht: Über Hände, Spielzeug oder engen Kontakt können Erreger leicht weitergegeben werden. Mehr darüber erfährst du in unserem Beitrag zur Bindehautentzündung bei Kindern.
Kann ich mit einer Bindehautentzündung am PC arbeiten?
Falls die Bildschirmarbeit unumgänglich ist, helfen diese Tipps:
- Lege regelmäßig Sehpausen ein und schließe die Augen für einen Moment.
- Achte auf bewusstes Blinzeln, sodass sich der Tränenfilm besser auf der Augenoberfläche verteilen kann.
- Nutze bei Bedarf befeuchtende Augentropfen aus der Apotheke, die trockene, gereizte Augen beruhigen.
Wann sollten Erwachsene mit einer Bindehautentzündung zum Arzt gehen?
Eine leichte Konjunktivitis heilt in vielen Fällen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab. Anhaltende oder starke Beschwerden solltest du jedoch ärztlich abklären lassen. Achte besonders auf diese Anzeichen:
- Anhaltende Beschwerden: Die Augenprobleme bessern sich nach mehreren Tagen trotz Schonung nicht.
- Seheinschränkungen: Du siehst verschwommen, unscharf oder schlechter als sonst.
- Starke Schmerzen: Das betroffene Auge schmerzt deutlich oder brennt sehr stark.
- Ausgeprägte Lichtempfindlichkeit: Helles Licht ist für dich kaum zu ertragen.
- Kontaktlinsen: Wenn du Kontaktlinsen trägst, solltest du Beschwerden am Auge immer ernst nehmen, da das Risiko für Komplikationen erhöht sein kann.
Wie läuft die ärztliche Untersuchung ab?
Mit der Spaltlampe, einem speziellen Mikroskop, kann die Augenärztin oder der Augenarzt die Augenoberfläche stark vergrößert betrachten. Ein mikrobiologischer Abstrich ist meist nur nötig, wenn die Ursache unklar ist oder ein bestimmter Erreger nachgewiesen werden soll.
Kontaktlinsen bei Bindehautentzündung
Trägst du Kontaktlinsen, gönn deinen Augen bei den ersten Anzeichen einer Entzündung sofort eine Linsenpause. Setze die Linsen erst wieder ein, wenn die Beschwerden weg sind und deine Augenärztin oder dein Augenarzt grünes Licht gegeben hat. Je nach Befund kann die Augenärztin oder der Augenarzt entzündungshemmende Tropfen verordnen. Nach einer Infektion solltest du alte Linsen entsorgen und einen frischen Aufbewahrungsbehälter verwenden, damit keine Erreger zurück ins Auge gelangen.
Wie kann ich einer Bindehautentzündung vorbeugen?
Eine Bindehautentzündung lässt sich nicht immer verhindern. Du kannst aber einiges tun, um deine Augen zu schützen und das Risiko für eine Ansteckung zu senken. Diese Maßnahmen helfen im Alltag:
- Augen schonen: Gönn deinen Augen Ruhe, wenn sie gereizt sind. Meide zusätzliche Reize wie Rauch, Staub, Zugluft oder sehr trockene Luft so gut wie möglich.
- Augen im Alltag schützen: Eine passende Brille oder Sonnenbrille schützt vor Wind, Staub und starker UV-Strahlung.
- Hände gründlich waschen: Wasche deine Hände regelmäßig mindestens 20 Sekunden mit Seife. Zur Orientierung kannst du in Gedanken zweimal „Happy Birthday“ singen.
- Nicht die Augen reiben: Berühre deine Augen möglichst nicht mit ungewaschenen Händen. Dann gelangen weniger Keime an die Bindehaut.
- Eigene Gegenstände verwenden: Teile Handtücher, Waschlappen, Kopfkissen oder Kosmetik wie Mascara nicht mit anderen. Das gilt vor allem dann, wenn jemand in deinem Umfeld eine Bindehautentzündung hat.
- Sehpausen einlegen: Bei langer Bildschirmarbeit hilft die 20-20-20-Regel. Schau etwa alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt in etwa sechs Metern Entfernung (20 Fuß). Das unterstützt den Tränenfilm und entlastet die Augen.
Häufige Fragen zu Bindehautentzündungen
Welche Hausmittel helfen bei einer Bindehautentzündung?
Stimmt es, dass eine Bindehautentzündung nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend ist?
Kann eine Bindehautentzündung einseitig auftreten?
Fachbereich der DAK-Gesundheit




