Hilfreiche Tipps für Eltern, deren Kinder unter Internetsucht leiden

Internetsucht: Tipps für Eltern und Angehörige zum Umgang mit Betroffenen

Was Sie bei Abhängigkeit tun können – und was Sie vermeiden sollten

Kinder verbringen immer mehr Zeit vor ihren Tablets: Diese Tipps helfen Eltern, mit dem Internetkonsum ihrer Kinder umzugehen

Wann ist das Internet eine Hilfe – und wann nicht?

Unsere Tipps für Eltern und Angehörige von Menschen mit Internetsucht sollen Ihnen vor allem helfen, einen besseren Zugang zu dem Betroffen zu erhalten. Denn Menschen, die unter einer Internetsucht leiden, müssen in erster Linie selbst bereit sein, an ihrer Lage etwas zu ändern. Sie als Elternteil oder Angehöriger können das Verhalten des Betroffenen nicht ändern. Dennoch können und sollten Sie den Betroffenen auf seinem Weg natürlich unterstützen. Um Ihnen eine Hilfe an die Hand zu geben, was Sie tun können und was Sie vermeiden sollten, haben wir Ihnen Tipps zum Umgang mit Internetsüchtigen zusammengestellt.

Tipps für Eltern und Angehörige: So können Sie bei Internetsucht und Computersucht unterstützen


Kleine Kinder verbringen immer früher viel Zeit im Internet – diese Tipps sollten Eltern beachten

Kinder sind immer früher selbstständig im Internet

Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, Zugang zu dem Betroffenen zu finden und das Thema Internetsucht einfühlsam anzusprechen. Bitte beachten Sie, dass Sie als Elternteil oder Angehöriger keine Diagnose stellen können. Wenn Sie den dringenden Verdacht haben, dass Ihr Kind, Ihr Partner oder ein Freund seine Internetnutzung nicht mehr im Griff hat, sollten Sie versuchen, den Betroffenen davon zu überzeugen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Tipps für Eltern und Angehörige: Was Sie bei Internetsucht tun können


Unsere Tipps zum Umgang mit Internetsucht können Ihnen dabei helfen, Kontakt aufzunehmen und das Gespräch zu suchen, nicht aber eine Diagnose zu stellen oder eine Verhaltensänderung gegen den Willen des Betroffenen durchzusetzen.

Nehmen Sie Beobachtungen ernst

Ihnen fällt ein übermäßiger Internetkonsum bei Ihrem Kind oder einer nahestehenden Person auf? Nehmen Sie Ihre Beobachtungen unbedingt ernst! Denn: Ihre Sorge und Ihr aufmerksames Beobachten können dazu beitragen, dass sich der Betroffene früher Hilfe sucht.

Sprechen Sie das Problem offen an

Sprechen Sie mit dem Betroffenen über Ihre Sorgen und Ihre Wahrnehmungen und lassen Sie sich nicht von einer ablehnenden Haltung oder einer aggressiven Reaktion verunsichern.

Verabreden Sie einen Termin

Stellen Sie den Betroffenen nicht direkt zur Rede, während er einer Internetaktivität auf dem Computer oder Smartphone nachgeht. Stattdessen vereinbaren Sie lieber einen gemeinsamen Termin zu einem Zeitpunkt, an dem es dem Betroffenen nicht so schwerfällt, sich von der Online-Welt zu trennen.

Seien Sie einfühlsam

Gehen Sie das Gespräch mit dem Betroffenen möglichst einfühlsam an und meiden Sie einen direkten Konfrontationskurs. Lassen Sie der betroffenen Person so viel Raum wie möglich, ihre eigenen Gefühle und ihre Sicht auf die eigene Internetaktivität zu erklären. Auf diese Weise können Sie einen guten Eindruck bekommen, weshalb das Internet so wichtig für die Person ist. Außerdem besteht so die Möglichkeit, dass Ihr Kind, Partner oder Freund von sich aus über die Vor- und Nachteile seines Hobbys nachdenkt.

Sprechen Sie über Ihre Empfindungen

Erklären Sie auch sich und Ihre Sicht und vor allem Ihre eigene Betroffenheit. Erzählen Sie davon, dass Sie den Kontakt mit dem anderen vermissen oder unter den Streitigkeiten leiden. Machen Sie aber auch gleichzeitig deutlich, was Sie sich von dem Betroffenen wünschen: nämlich mehr Kontakt, mehr gemeinsame Zeit etc.

Sprechen Sie mit einem Dritten

Nehmen Sie auch für sich selbst Hilfe in Anspruch, zum Beispiel bei einer dritten, außenstehenden Person, mit der Sie Ihre eigenen Sorgen und Ängste teilen können. Die Ansprechpartner in den Suchtberatungsstellen stehen nicht nur Betroffenen, sondern auch Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite.

Suchen Sie gemeinsam Hilfe

Sichern Sie dem Betroffenen Ihre Unterstützung zu, auch und vor allem, wenn es darum geht, eine Suchtberatungsstelle oder einen Arzt aufzusuchen.

Tipps für Eltern und Angehörige: Was Sie bei Internetsucht vermeiden sollten


So schwer es einem auch oft fallen mag: Machen Sie es Ihrem Kind, Partner oder Freund nicht noch einfacher, seiner Sucht nachzugehen! Beherzigen Sie stattdessen unsere Tipps, was Sie bei einer Internetsucht vermeiden sollten:

Übernehmen Sie keine Verpflichtungen

Übernehmen Sie keine Aufgaben oder Verpflichtungen für Ihr Kind oder Ihren Partner oder Freund. Auch wenn Sie möglicherweise das Gefühl haben oder wissen, dass der Betroffene Probleme bekommt oder es ohnehin nicht erledigt – Sie machen es ihm sonst nur leichter, seinen Internetaktivitäten nachzugehen.

Bringen Sie kein Essen an den Computer

Erleichtern Sie dem Betroffenen seinen Internetkonsum nicht, in dem Sie ihm Essen an den Computer bringen.

Seien Sie vorsichtig mit Verboten

Gehen Sie sehr umsichtig mit Verboten um, vermeiden Sie Verbote bei volljährigen Betroffenen vollständig. Der Versuch, einem erwachsenen Betroffenen die Beschäftigung mit dem Internet zu verbieten, führt in der Regel eher dazu, dass dieser sich weiter zurückzieht.

Wenn Sie Ihrem Kind gegenüber ein Verbot aussprechen, seien Sie konsequent und drohen Sie keine Handlungen an, die Sie nicht umsetzen können oder wollen. Im Idealfall überlegen Sie sich im Voraus, welche Konsequenzen möglich wären, und vermeiden Sie es, Drohungen im Affekt auszusprechen.

Surfen Sie nicht gemeinsam

Es ist vollkommen verständlich: Sie haben das Bedürfnis, den Kontakt zu Ihrem Kind, Partner oder Freund wieder zu intensivieren. Sehen Sie bitte dennoch in jedem Fall davon ab, gemeinsam dem Internetkonsum nachzugehen. Sie haben dadurch weder wirklich mehr Zeit miteinander noch können Sie das Surfverhalten dadurch kontrollieren.

Zurück zur Übersichtsseite

Zuletzt aktualisiert:
Mon Nov 30 09:22:53 CET 2015
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
4 Bewertungen mit  4.5 Sternen von 1 bis 5 Sternen

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang