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Körperbehaarung & Intimrasur bei Mädchen und Jungen

Symbolbild für Körperbehaarung

Schon als Kind hast du Haare. Die wachsen aber meist nur auf dem Kopf. Ob blond, braun, schwarz oder rot – mit unserem Haupthaar verbinden wir modische Frisuren, rebellische Phasen und das Stylen nach dem neuesten Trend. Aber wir Menschen haben nicht nur Haare auf dem Kopf. Die Haare, die an anderen Stellen deines Körpers wachsen, werden wenig überraschend Körperbehaarung genannt.


Haare wachsen überall auf dem menschlichen Körper. Ausnahmen sind die Fußsohlen und die Handflächen. Wir verraten dir, ab wann, wo und warum auf deinem Körper die Haare sprießen.

@doktorsex Volker über Körperbehaarung und wie du sie richtig rasierst – wenn du magst

Wann bekomme ich Körperbehaarung?

Das Startsignal gibt die Pubertät. Dein Körper verändert sich und durch hormonelle Stimulation entwickelt sich die sogenannte geschlechtsspezifische Körperbehaarung. Das bedeutet, dass Jungs und Mädchen an neuen Stellen Haare wachsen.

Körperbehaarung bei Jungs

Deine Stimme wird tiefer, dein Körper muskulöser und deine Körperbehaarung ausgeprägter. An verschiedenen Stellen kommen neue Haare hinzu. Dazu gehören vor allem die Achseln, der Schambereich und das Gesicht.

In der Regel beginnen bei dir als Junge im Alter von 10 Jahren die ersten Schamhaare zu wachsen. Du wirst feststellen, dass diese auf deinem Hodensack und um deine Peniswurzel herum zu sprießen beginnen. Dein Schamhaar kann gerade nach unten oder trapezförmig wachsen. Ob sich die Schamhaare bei Jungs bis zum Po ausdehnen, hängt ganz von der erblichen Veranlagung ab.

Die ersten Achselhaare kommen meist erst nach der Schambehaarung – etwa im Alter von 13 Jahren. Das ist ein Richtwert, keine Regel. Wenn dein Achselhaarwuchs früher oder später einsetzt, ist das vollkommen normal. Auch das Wachstum der Achselhaare wird durch Hormone ausgelöst. Die Veränderung im Hormonhaushalt kann auch dazu führen, dass deine Achseln beginnen, unangenehm zu riechen. Frische Kleidung und tägliche Körperhygiene schaffen hier Abhilfe. Auch ein Deodorant nach dem Waschen kann hilfreich sein. Achte bei deinem Deo darauf, dass es mild und hautverträglich ist, wenn du eine empfindliche Haut hast. So kommt es nicht zu Hautirritationen.

Im Alltag werden die meisten Menschen von deinem neuen Körperhaar im Intimbereich und unter den Achseln nichts mitbekommen. Anders ist es bei der Gesichtsbehaarung. Der Bartwuchs startet bei den meisten jungen Männern im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Was am Anfang ein zarter Flaum ist, wird mit der Zeit ein immer kräftigerer Bart. Die gängige Annahme, dass der Bart stärker wird, wenn du ihn häufig rasierst, ist falsch. Dein Bartwuchs verändert sich mit der Zeit, mit der Häufigkeit der Rasur hat das allerdings nichts zu tun. Achte bei der Rasur immer auf eine saubere Klinge. Das schont deine Haut. Du entscheidest, ob du deinen Bart mit einem Trockenrasierer oder mit einer Klinge, Rasierschaum und Wasser nass rasierst. Es gibt hier kein besser oder schlechter. Wichtig ist nur, dass du dich mit deiner Rasur-Methode wohlfühlst.

Als junger Mann bekommst du sehr wahrscheinlich auch Haare auf der Brust. Die Brustbehaarung setzt bei jungen Männern erst gegen Ende der Pubertät ein. Das ist normalerweise im Alter von 16 oder 17 Jahren. Das Wachstum deines Brusthaares kann aber auch erst zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr einsetzen. Übrigens: Nicht alle Männer bekommen Brusthaare. Ob du welche bekommst, hängt von deinen Genen ab. Wenn dein Vater und dein Großvater Brusthaar haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch bei dir sprießen wird.

Körperbehaarung bei Mädchen

Auch bei dir sorgt die Veränderung des Hormonhaushaltes in der Pubertät dafür, dass Haare an neuen Stellen wachsen.

Im Verlauf der Pubertät kommen zum Beispiel deine Schamhaare zum Vorschein. Vielleicht entdeckst du die ersten Härchen bereits mit acht Jahren. Es kann aber auch dauern bis du vierzehn bist. Die Haare in deinem Intimbereich wachsen in der Form eines Dreiecks und bedecken deinen Schamhügel. Am Anfang wachsen die Schamhaare nur vereinzelt. Mit der Zeit werden sie immer mehr. Je nach Veranlagung können deine Schamhaare auch auf deinen Schamlippen und oben an der Innenseite deiner Oberschenkel wachsen. Falls die Haare bis zu deinem Po reichen, musst du dir keine Gedanken machen: Das ist nichts Ungewöhnliches. Ob du deine Schambehaarung rasieren möchtest oder nicht, ist allein deine Entscheidung.

Bei den meisten Mädchen wachsen die Achselhaare etwas später als die Schamhaare. Das gilt auch für die Haare auf deinen Beinen. Auch hier hängt die Stärke der Behaarung von der Vererbung ab. Wenn deine Mama und deine Omas einen kräftigen Haarwuchs haben, wird das vermutlich auch bei dir so sein.

Manche Mädchen bekommen auch Haare über der Oberlippe. Auch das ist kein Grund, sich zu schämen. Der zarte Flaum wird auch Damenbart genannt. Manche Mädchen haben auch etwas kräftigeres Haar auf den Unterarmen. Ob und wie stark die Haare über der Oberlippe oder auf den Unterarmen wachsen, ist genetisch bedingt.

Wo wachsen die Haare besonders stark?

Unsere Körperhaare haben wir nicht einfach so – sie erfüllen wichtige Funktionen. Es gibt Gründe, warum sie unter den Achseln oder im Schambereich stärker wachsen als auf dem Rest des Körpers. An Stellen wie den Achseln, an denen viele Schweißdrüsen vorhanden sind, unterstützen die Haare zum Beispiel die Temperaturregelung. Sie vergrößern die Oberfläche und der Schweiß kann besser abtransportiert werden. Wenn er dann verdunstet, hat das einen kühlenden Effekt.

Auch die Haare im Schambereich dienen dem Zweck der Temperatursteuerung. Das ist speziell bei Jungs wichtig. Die Hoden werden nämlich nicht umsonst außerhalb des Körpers „gelagert“: Sie mögen es nicht zu warm, sondern bevorzugen eher ein kühles Lüftchen. Sowohl bei Jungs als auch bei Mädchen sind die Schamhaare auch ein Schutz. Sie vermindern die Reibung. Dank ihnen sinkt zum Beispiel bei enger Kleidung die Gefahr, dass der Intimbereich wundgerieben wird.

Die Haare im Schambereich und an anderen Körperstellen machen diese Regionen auch besonders sensibel. Werden sie zum Beispiel berührt oder gestreichelt, wird diese Berührung aufgrund der vergrößerten Oberfläche verstärkt und intensiver wahrgenommen.

Wie bereits erwähnt, entwickeln sich die Körperhaare geschlechtsspezifisch. Hier findest du eine kleine Liste:

Regionen mit stärkerer Körperbehaarung bei Frauen:

  • Schambereich
  • Analbereich
  • Achselbereich
  • Arme und Beine

Regionen mit stärkerer Körperbehaarung bei Männern:

  • Bartwuchs im Gesicht
  • Schambereich
  • Am Bauch
  • Auf dem Rücken
  • In der Nase
  • Auf der Brust
  • Analbereich
  • Arme und Beine
  • In und auf den Ohren
  • Achseln
  • Auf dem Gesäß

Warum ist Rasieren so angesagt?

In den vergangenen Jahrzehnten ist es zunehmend in Mode gekommen, die Körperbehaarung zu entfernen. Ob Rasieren, Wachsen oder Epilieren – nicht selten wird jedes noch so kleine Haar mühevoll beseitigt.

Entfernen oder sprießen lassen: Das Thema treibt besonders junge Menschen um und wird in den Medien, unter Freundinnen und Freunden und im Internet heiß diskutiert. Die Universität Leipzig hat dazu 2008 sogar eine Studie durchgeführt. Dabei wurden Studentinnen und Studenten mit einem durchschnittlichen Alter von 23 Jahren gefragt, ob sie ihr Körperhaar entfernen oder nicht. Das Ergebnis der Befragung ist eindeutig: 67 Prozent der Männer und sogar 88 Prozent der Frauen gaben an, sich im Intimbereich zu rasieren. Als Gründe nannten sie die Hygiene und das Aussehen. Da das Nachwachsen der Haare zu Jucken und Kratzen führt, rasierten sich viele der Befragten nach dem ersten Mal immer wieder und wieder.

Ob man den Intimbereich oder auch die restliche Körperbehaarung entfernt, ist nicht nur ein Trend, sondern hat auch mit dem Kulturkreis zu tun, in dem man lebt. Mittlerweile ist es auch bei vielen Männern in Mode, sich die Schambehaarung zu rasieren. Das hat vor allem optische Gründe: Ist das Schamhaar entfernt, wirkt der Penis größer.

In den 1960ern und 1970ern galt es unter jungen und emanzipierten Frauen als normal, sich die Haare unter den Achseln und im Schambereich nicht zu rasieren. Das wurde als ein Akt der Rebellion gegen die herrschenden Schönheitsideale gesehen. Auch in den 1980er Jahren trugen Stil- und Gesangsikonen wie die deutsche Sängerin Nena ihre Achselhaare ganz offen zur Schau. Wie und ob du deine Körperbehaarung trimmst, rasierst oder natürlich wachsen lässt, ist also auch von der Mode und dem Zeitgeist beeinflusst. Ganz aktuell scheint sich der Wind sogar wieder etwas zu drehen. So zeugen Inhalte auf Instagram, in Blogs und co. davon, dass im Sinne von Body Positivity mehr denn je eines die Hauptsache ist: Dass du dich selbst in deinem Körper wohlfühlst.

Ist es hygienischer, wenn ich mich im Intimbereich rasiere?

In der Studie der Universität Leipzig gaben viele der Befragten an, dass sie ihren Intimbereich rasieren, weil sie es für hygienischer halten. Aber stimmt das auch? Die Meinungen gehen auseinander.

Im Rahmen der Studie äußerte sich zu diesem Thema zum Beispiel Dr. Tami S. Rowen. „Viele Frauen denken, dass sie schmutzig und unrein sind, wenn sie ihre Schambehaarung nicht entfernen“, so Rowen. Aus den Ergebnissen der Studie geht hervor, dass das stark bezweifelt werden darf. Immerhin ist laut einer weit verbreiteten Annahme das Gegenteil der Fall: So schütze die Intimbehaarung die Vagina davor, dass Bakterien in sie eindringen. Zudem seien die Härchen eine Art Schweißfänger und verhindern das Herausbilden von Pilzen.

Univ. Prof. Dr. Armin Witt von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der Medizinischen Universität Wien kann der Intimrasur hingegen durchaus etwas abgewinnen – sowohl bei Frauen als auch bei Männern: „Ich denke, dass die Intimrasur sich positiv auf die Intimhygiene auswirkt, weil Schamhaare relativ schwierig von Krankheitserregern zu befreien sind“, so Witt. Der Gynäkologe empfiehlt nach der Rasur einen Aftershave-Balsam zu verwenden, damit die Haut nicht austrocknet.

Das Rasieren im Intimbereich kann im Falle von kleinen Verletzungen aber wiederum ein Einfallsportal für Bakterien und Viren sein. Schamhaar kann deswegen mehr Krankheitserreger enthalten, weil es diese vom Eindringen in die Scheide oder in den Penis abhält und so eine Schutzfunktion übernimmt. Wie du siehst, gibt es in Sachen Intimrasur Pros und Contras. Letztlich musst du auch hier selbst entscheiden, ob du dich dort rasieren willst oder nicht.

Was muss bei der Körperhygiene beachtet werden?

Beim Rasieren, Epilieren und Wachsen solltest du eines wissen: Alle drei Methoden können zu Hautirritationen führen. Da durch kleine Wunden und unsaubere Klingen leicht Keime eindringen und so eine Entzündung verursachen können, solltest du auf eine ruhige Hand und eine saubere Rasierklinge achten. Wie viel Haare du wo trimmst oder rasierst, bleibt dir überlassen. Du musst nicht immer alles entfernen, auch eine schicke Intimfrisur kann bezaubernd sein.

Als kleiner Tipp: So gelingt die Intimrasur am besten:

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Beschreibung

Erst trimmen, dann rasieren

Noch ehe du den Rasierer samt Rasierschaum verwendest, kürze die Haare mit einem hochwertigen Trimmer. Das verhindert, dass dein Rasierer zu schnell stumpf wird. Ist der Rasierer zu stumpf, drückst du stärker und verletzt dich leichter.

Verwende Rasiergel oder Rasierschaum

Der Rasierschaum und das Gel sorgen dafür, dass die harten Schamhaare weich werden. Dann kannst du sie einfacher rasieren. Lass den Schaum oder das Gel also einige Minuten einwirken.

Tausche die Rasierklinge regelmäßig aus

Sobald du ein Ziepen beim Rasieren spürst, ist es Zeit, den Rasierer auszutauschen. Machst du das nicht, erwischst du nicht auf Anhieb alle Haare und benötigst länger. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass einige Haare nicht geschnitten, sondern ausgerissen werden – und das kann etwas wehtun.

Rasiere nicht gegen den Strich

Rasiere immer in Wuchsrichtung. Alles andere reizt die Haut.

Zieh deine Haut straff

Wenn du die Haut beim Rasieren straffziehst, kann diese nicht zwischen die Klingen geraten. Passiert es doch, können schmerzhafte Schnitte entstehen.

Verwende kaltes Wasser und Aftershave

Kaltes Wasser auf der rasierten Stelle kühlt und beruhigt die Haut. Es bilden sich anschließend weniger Pickel. Zudem kommt es zu weniger Rötungen. Um deine Haut zu beruhigen, kannst du überdies ein Aftershave auftragen.

Was wird wie und wie oft rasiert?

Die Entscheidung, ob du deine Körperhaare sprießen lässt oder sie entfernst, liegt ganz bei dir. Wenn du lieber haarlos unterwegs bist, hast du die Qual der Wahl: Du kannst deine Haare nicht nur mit einem scharfen Rasierer, sondern auch mit einem Epiliergerät, Kaltwachsstreifen, heißem Wachs oder Enthaarungscreme loswerden – zumindest für eine gewisse Zeit. Auch besteht die Möglichkeit einer dauerhaften Haarentfernung.

Wie oft du deine Körperbehaarung entfernst, hängt von der Geschwindigkeit ihres Wachstums ab. Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Auch dein persönlicher Geschmack spielt eine Rolle. Wenn du immer „babyglatte“ Haut haben willst, musst du öfter ran. Wenn dich kurze Stoppeln nicht stören, entfernst du deine Haare seltener.

Es gibt in Deutschland viele Waxing-Studios. Dort kannst du dir so gut wie alle Haare mit warmem Wachs entfernen lassen. In den meisten Studios können auch Minderjährige ab 16 Jahren eine Behandlung bekommen, sie müssen aber meist eine Einverständniserklärung der Eltern mitbringen.

Darf ich mich im Intimbereich rasieren oder muss ich meine Eltern fragen?

Im europäischen Kulturkreis ist es nicht verboten, dass sich Jungs und Mädchen im Intimbereich rasieren. Das heißt: Nein, du musst deine Eltern nicht um Erlaubnis fragen. Wenn du zur Haarentfernung allerdings in ein professionelles Studio gehen willst, benötigst du oft eine Einverständniserklärung deiner Eltern.

Fazit:

Es ist eine haarige Angelegenheit – die Sache mit der Körperbehaarung. Mal ist sie in Mode, dann wieder nicht. Bei so gut wie allen Jungs und Mädchen wachsen im Laufe der Pubertät Haare im Schambereich, unter den Achseln, im Gesicht und an vielen anderen Stellen. Ob das Rasieren der Körperbehaarung nun hygienischer ist oder nicht, ist nicht eindeutig geklärt – obwohl Mediziner und Medizinerinnen eher zu Ersterem tendieren. Lass dir wegen deiner Körperbehaarung aber keine grauen.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

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