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Hamburg, 30. November 2020. In den 1950er bis 1990er Jahren wurden millionenfach Kinder in sogenannte Kinderkurheime „verschickt“. Sie verbrachten dort in der Regel mehrere Wochen ohne ihre Familien. Wie viele andere Krankenkassen betrieb auch die DAK mehrere Einrichtungen dieser Art, darunter das „Haus Hamburg“ in Bad Sassendorf. 1987 wurde der Betrieb eingestellt und das Haus verkauft.  

Seit rund einem Jahr gibt es eine öffentliche Debatte und mehrere Veröffentlichungen in Fernsehen, Funk und Zeitungen über Missstände – insbesondere durch die sogenannte „schwarze Pädagogik“. Die „Initiative Verschickungskinder“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit aufzuklären, die Vorgänge aufzuarbeiten, den Betroffenen eine Plattform zu bieten und eine Anerkennung des erlebten Leides zu erfahren. Inzwischen gibt es mehrere politische Reaktionen auf Bundes- und Landesebene, die die Aktivitäten unterstützen. 

Im Oktober erhielten auch wir erstmals gesammelt konkrete und ausführliche Schilderungen früherer Verschickungskinder, die in DAK-Einrichtungen Missstände erlebt haben und teilweise auch sexuell missbraucht wurden. Diese Berichte der Frauen und Männer sind schockierend und machen deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.

Die DAK-Gesundheit nimmt das Leid der Betroffenen sehr ernst. Wir entschuldigen uns für das, was den ehemaligen Kurkindern in unseren früheren Einrichtungen widerfahren ist. Wir nehmen unsere Verantwortung als ehemaliger Träger dieser Einrichtungen ernst und sichern eine sorgfältige, umfassende und transparente Aufarbeitung zu. 

Hierzu wurden bereits erste Entscheidungen durch den Vorstand getroffen:

  • Konkret haben wir Kontakt zu ersten Betroffenen aufgenommen, uns bei ihnen entschuldigt und ein persönliches Gespräch angeboten.
  • Ein Sonderbeauftragter erstellt kurzfristig eine erste Bestands-aufnahme und Analyse der bislang vorliegenden Fakten und Dokumente erstellen. Diese dient als Entscheidungsgrundlage für unser weiteres Vorgehen.
  • Wir nehmen Kontakt zu Betroffeneninitiativen auf und klären, inwieweit wir sie unterstützen können.
  • Wir benennen als DAK-Gesundheit Ansprechpartner, an die sich betroffene Personen vertraulich wenden können.
  • Wir werden die Vorkommnisse und die Missbrauchsfälle historisch untersuchen und aufarbeiten.

Wir weisen darauf hin, dass die Aufklärung komplex sein wird, da die Vorkommnisse sehr lange zurück liegen. So wurde zum Beispiel das „Haus Hamburg“ bereits 1987 veräußert. Aufgrund der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen liegen uns keine Unterlagen aus jener Zeit mehr vor, die persönliche Daten enthalten. Deshalb sind die Schilderungen der Betroffenen die wichtigste Quelle, um den Vorwürfen nachzugehen und diese soweit es geht aufzuklären. 

Die DAK-Gesundheit steht für Offenheit, Transparenz und an der Seite der Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken. Die jetzt bekannt gewordenen Schilderungen über Missstände in Kinderkurheimen sind mit den Werten unserer Krankenkasse in keiner Weise vereinbar. Wir verstehen es als unsere Aufgabe und Verpflichtung, das Leid der Betroffenen anzuerkennen, die Missstände historisch aufzuarbeiten, den Dialog zu suchen und unserer Verantwortung gerecht zu werden.

Betroffene können sich unter der E-Mail-Adresse verschickungskinder@dak.de an die Kasse wenden.
 



Jörg Bodanowitz

Chef-Pressesprecher

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