Saarland: 56 Prozent der älteren Beschäftigten wollen früher in Rente

  • DAK-Gesundheitsreport 2026 untersucht Rentenpläne und Krankenstand an der Saar

  • Fehlzeiten steigen mit zunehmendem Alter deutlich: Mit 66 Jahren liegt Krankenstand im Schnitt bei 11 Prozent 

  • DAK-Landeschef Günther setzt auf Werte und betriebliches Gesundheitsmanagement für lange Erwerbstätigkeit

15. Juli 2026. 56 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren im Saarland wollen früher in Rente gehen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor. Dafür hat das IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten im Saarland analysiert und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Ein Kernergebnis: Ältere Beschäftigten sind seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei 11 Prozent – und damit fast doppelt so hoch wie bei den 50- bis 51-Jährigen (jeweils 5,8 Prozent). Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt das Saarland mit 8,8 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (7,4 Prozent).

„In der aktuellen Debatte über eine Rentenreform und längere Arbeitszeiten zeigt der DAK-Gesundheitsreport wichtige Ergebnisse: Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land frühzeitig ausscheiden will, dann müssen wir darauf reagieren“, sagt Jürgen Günther, DAK-Landeschef im Saarland. „Es wird immer wichtiger, erfahrene Kolleginnen und Kollegen gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. Dafür braucht es Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf die Bedürfnisse älterer Beschäftigter zugeschnitten ist.“ 

Über die Hälfte der ab 50-Jährigen plant vorzeitigen Ruhestand
Eine Forsa-Umfrage für den DAK-Gesundheitsreport zeigt, dass 56 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren im Saarland einen vorzeitigen Renteneintritt planen. Damit liegt das Saarland über dem Bundesdurchschnitt.  36 Prozent möchten bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. 8 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Bezogen auf alle Beschäftigten im Saarland denken 59 Prozent über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt maßgeblich von ihrer Gesundheit ab. Unter den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand plant mehr als die Hälfte (55 Prozent) einen vorzeitigen Renteneintritt. Beschäftigte mit guter oder sehr guter Gesundheit können sich dagegen deutlich häufiger vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintritt oder darüber hinaus zu arbeiten.  

Wertschätzung: wichtige Voraussetzung für längeres Arbeiten
Wer länger, motiviert und leistungsfähig arbeiten soll, braucht laut Report neben guten Arbeitsbedingungen vor allem mehr Wertschätzung. Für 38 Prozent der Befragten ab 50 Jahren ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben. 31 Prozent wünsche sich zudem eine stärkere Anerkennung ihres Erfahrungswissens. Damit gehört Wertschätzung zum wichtigsten Faktor für eine längere Erwerbstätigkeit. Am zweithäufigsten wünschen sich die Befragten eine höhere Bezahlung (35 Prozent), gefolgt von einer besseren Anpassung der Arbeitszeiten an ihre individuellen Bedürfnisse (33 Prozent). 

Beschäftigte ab 50 seltener, aber länger krankgeschrieben 
Laut DAK-Gesundheitsreport schätzen ältere Beschäftigte im Saarland ihre Leistungsfähigkeit als sehr hoch ein und sie sind, seltener krankgeschrieben als jüngere. Beschäftigte ab 50 Jahren kamen im Jahr 2025 auf 174 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es mit 223 Fällen deutlich mehr. Obwohl Erwerbstätige ab 50 Jahren seltener krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Altersgruppen, sind die Fehlzeiten je Krankheitsfall fast doppelt so lang. So liegt die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen bei 18,6 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es 8,8 Tage. Der Krankenstand liegt bei den 50-Jährigen im Saarland bei 5,8 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er kontinuierlich an und erreicht im Alter von 66 Jahren elf Prozent. Ein Krankenstand von elf Prozent bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich elf von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.

Aktivrente: Extra-Bonus für Gesunde?
Die Befragung zeigt auch: Gegenüber der neuen Aktivrente sind viele Beschäftigte ab 50 grundsätzlich offen (61 Prozent), allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. 22 Prozent der Befragten kann sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen. Weitere 39 Prozent schließen dies nicht aus. Gleichzeitig lehnen 39 Prozent die Aktivrente klar ab. 

Für den DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden“ wurden unter anderem die Krankschreibungen von 28.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit im Saarland analysiert. 

Die DAK-Gesundheit ist die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mehr Infos und aktuelle Termine unter: www.dak.de/bgm

 

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