Rheinland-Pfalz: 59 Prozent der älteren Beschäftigten wollen früher in Rente
DAK-Gesundheitsreport 2026 untersucht Rentenpläne und Krankenstand in Rheinland-Pfalz
Fehlzeiten steigen mit zunehmendem Alter deutlich: Mit 65 Jahren liegt Krankenstand im Schnitt bei 13 Prozent
DAK-Landeschef Lange setzt auf Werte und betriebliches Gesundheitsmanagement für lange Erwerbstätigkeit

Mainz, 31. Juli 2026. 59 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Rheinland-Pfalz will früher in Rente gehen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor. Dafür hat das IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Rheinland-Pfalz analysiert und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Ein Kernergebnis: Ältere Beschäftigten sind seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 65 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei 13 Prozent – und damit doppelt so hoch wie bei den 50- bis 52-Jährigen (jeweils sechs Prozent). Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Rheinland-Pfalz mit 7,8 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (7,4 Prozent).
„Unser aktueller DAK-Gesundheitsreport liefert wichtige Impulse für die Debatte über die Zukunft der Arbeitswelt und eine mögliche Rentenreform. Wenn sich jede und jeder zweite ältere Erwerbstätige wünscht, vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden, sollten wir genau hinhören. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die sich Gesundheit, Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen bis zum Ende ihres Berufslebens wünschen“, sagt Rainer Lange, DAK-Landeschef in Rheinland-Pfalz. „Wer möchte, dass erfahrene Beschäftigte länger im Beruf bleiben, muss ihre Lebensrealität ernst nehmen. Dazu gehören Wertschätzung, ein gesundes Arbeitsumfeld und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das auf die Bedürfnisse älterer Kolleginnen und Kollegen eingeht. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Menschen nicht länger arbeiten müssen, sondern länger arbeiten können und wollen.“
Über die Hälfte der ab 50-Jährigen plant vorzeitigen Ruhestand
Eine Forsa-Umfrage für den DAK-Gesundheitsreport zeigt, dass 59 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Rheinland-Pfalz einen vorzeitigen Renteneintritt planen. Damit liegt das Bundesland über dem Bundesdurchschnitt. 28 Prozent möchten bis zur regulären gesetzlichen Rente arbeiten. 12 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Bezogen auf alle Beschäftigten in Rheinland-Pfalz denken 44 Prozent über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt maßgeblich von ihrer Gesundheit ab. Unter den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand plant knapp die Hälfte (48 Prozent) einen vorzeitigen Renteneintritt. Beschäftigte mit guter oder sehr guter Gesundheit können sich dagegen deutlich häufiger vorstellen, bis zum regulären Renteneintritt oder darüber hinaus zu arbeiten.
Wertschätzung: wichtige Voraussetzung für längeres Arbeiten
Wer länger, motiviert und leistungsfähig arbeiten soll, braucht laut Report neben guten Arbeitsbedingungen vor allem mehr Wertschätzung. Für 40 Prozent der Befragten ab 50 Jahren ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben. 38 Prozent wünsche sich zudem eine stärkere Anerkennung ihres Erfahrungswissens. Damit gehört Wertschätzung zu den wichtigsten nicht-monetären Faktoren für eine längere Erwerbstätigkeit. Am häufigsten wünschen sich die Befragten jedoch eine höhere Bezahlung (48 Prozent), gefolgt von einer besseren Anpassung der Arbeitszeiten an ihre individuellen Bedürfnisse (44 Prozent).
Beschäftigte ab 50 seltener, aber länger krankgeschrieben
Laut DAK-Gesundheitsreport schätzen ältere Beschäftigte in Rheinland-Pfalz ihre Leistungsfähigkeit als sehr hoch ein und sie sind seltener krankgeschrieben als jüngere. Beschäftigte ab 50 Jahren kamen im Jahr 2025 auf 170 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es mit 219 Fällen deutlich mehr. Obwohl Erwerbstätige ab 50 Jahren seltener krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Altersgruppen, sind die Fehlzeiten je Krankheitsfall fast doppelt so lang. So liegt die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen bei 16,9 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es 8,5 Tage. Der Krankenstand liegt bei den 50-Jährigen in Rheinland-Pfalz bei 6,0 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er kontinuierlich an und erreicht im Alter von 65 Jahren 13,0 Prozent. Ein Krankenstand von 13 Prozent bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich 13 von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.
Aktivrente: Extra-Bonus für Gesunde?
Die Befragung zeigt auch: Gegenüber der neuen Aktivrente sind viele Beschäftigte ab 50 grundsätzlich offen (68 Prozent), allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. 28 Prozent der Befragten kann sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen. Weitere 40 Prozent schließen dies nicht aus. Gleichzeitig lehnen 32 Prozent die Aktivrente klar ab.
Für den DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden“ wurden unter anderem die Krankschreibungen von 144.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz analysiert.
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