DAK-Report: Menschen in Bremen verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung

Aktuelle Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt Erwartungen an große Pflegereform
Fast 50 Prozent der Befragten in Bremen rechnen in Zukunft mit schlechterer Versorgung
DAK-Landeschef Michael-Niklas Rühe fordert strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung
Bremen, 17. März 2026. In Bremen gibt es einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Pflegeversorgung: 64 Prozent der Menschen bewerten die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. Fast jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Diese zeigt die Erwartungen der Menschen in Bremen an Politik und Pflegereform auf: 91 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als eines der zentralen Probleme benannt. Ende 2025 hatte die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ ihre „Roadmap“ für die angekündigte große Pflegereform vorgelegt.
„Unser DAK-Pflegereport zeigt eine große Verunsicherung der Bevölkerung in Bremen“, sagt Michael-Niklas Rühe, Landeschef der DAK-Gesundheit. „Die Ergebnisse der Allensbach-Befragung sind ein Weckruf an die Politik in Bund und Ländern. Das Vertrauen der Menschen in die Pflege muss gestärkt und die bekannten Probleme in der Finanzierung und Versorgung müssen gelöst werden. Wir brauchen jetzt eine Reform mit einer strukturellen Neuausrichtung der Pflegeversicherung, die die Menschen in Bremen ausreichend, verlässlich und bezahlbar absichert.“
Für den DAK-Pflegereport hatte das Institut für Demoskopie Allensbach gemeinsam mit Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie bundesweit rund 4.400 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren befragt, davon rund 50 in Bremen. Die Ergebnisse zeigen die Erwartungen, Ängste und Herausforderungen der Bevölkerung auf. Demnach sehen 69 Prozent der Befragten in Bremen die Finanzierung der Pflegeversicherung als nicht gesichert an.
Große Sorge um verlässliche Pflegeversorgung
Die Mehrheit der Menschen in Bremen sieht die Pflegeversorgung gefährdet: 64 Prozent der Befragten empfinden diese als nicht gut oder gar nicht gut. 46 Prozent gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert. Wie im Bund sehen die Befragten in Bremen die größten Probleme im Bereich der Finanzierung: 78 Prozent der Befragten nennen an erster Stelle die hohen Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien bei stationärer Pflege (acht Prozent mehr als im Bundesschnitt). Es folgt mit 71 Prozent die Finanzierung des gesamten Pflegesystems. 67 Prozent bewerten Personalmangel und fehlende Pflegekräfte als größtes Problem.
Bevölkerung fordert bezahlbare Pflege
91 Prozent sehen es als wichtigstes Ziel, die Pflege für alle Menschen bezahlbar zu machen. 85 Prozent erwarten eine langfristige Sicherung der Finanzierung. Für 82 Prozent ist eine Vereinfachung des Leistungssystems wichtig, während sich 73 Prozent eine Ausweitung der Leistungen für Pflegebedürftige wünschen. 71 plädieren für eine Deckelung der Kosten für Heimplätze. Die große Mehrheit (78 Prozent) der Befragten in Bremen erlebt es als ungerecht, nach langjähriger Einzahlung in die Pflegeversicherung bei Pflegebedarf nicht ausreichend abgesichert zu sein. 80 Prozent sind überzeugt, dass die Pflege für viele Menschen schlicht nicht mehr bezahlbar ist. Knapp drei Viertel fürchten durch die Kosten überfordert zu werden, sollten sie selbst pflegedürftig werden. Zwei Drittel setzen Pflege mit einem Armutsrisiko für Pflegebedürftige und ihre Familien gleich. Um die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen, sieht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Bremen den Staat in der Pflicht: Mehr als die Hälfte der Befragten (63 Prozent) findet, es sei ausschließlich Sache des Staates und der gesetzlichen Pflegeversicherung, einen Pflegebedarf abzusichern.
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