Bremen: Beschäftigte im Durchschnitt an 20,1 Tagen krankgeschrieben

- Im Vorjahresvergleich steigt der Krankenstand 2025 mit 5,5 Prozent leicht an
- Auffälliges Plus von 16 Prozent bei den Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen
- DAK-Landeschef Michael-Niklas Rühe fordert Ursachenforschung und mehr Fokus auf betriebliches Gesundheitsmanagement
Bremen, 26. Januar 2026. Der Krankenstand in Bremen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. DAK-versicherte Beschäftigte waren durchschnittlich an 20,1 Kalendertagen krankgeschrieben und hatten demnach etwas mehr Arbeitsausfall wie im Vorjahr. Die meisten Fehltage gingen auf das Konto von psychischen Erkrankungen. Sie verursachen 16 Prozent mehr Fehltage als 2024. Weitere wichtige Ursachen waren Atemwegsinfekte auf Rang zwei und Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Rang drei. Insgesamt pendelt sich der Krankenstand in Bremen auf einem hohen Niveau ein. Deshalb fordert die DAK-Gesundheit eine fundierte Ursachenforschung. Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen sollten gemeinsam an einen Tisch kommen, um neue Lösungswege zu entwickeln und auch ein gesundes Arbeitsumfeld in den Fokus zu rücken.
Ursache Nummer eins für Krankschreibungen in Bremen waren im vergangenen Jahr psychische Erkrankungen mit 392 Fehltagen je 100 Versicherte nach 338 Fehltagen 2024. Auf Platz zwei kamen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis. Sie lagen mit 353 Fehltagen je 100 Versicherte genau auf Vorjahresniveau. Es folgten Muskel-Skelett-Probleme etwa am Rücken, die mit 342 Tagen je 100 Versicherte im Vergleich zu 2024 um fünf Prozent gestiegen sind. „Pro Kopf hatten DAK-versicherte Beschäftigte in Bremen 2025 für 20,1 Kalendertage eine Krankschreibung. Es ist jetzt notwendig, eine fundierte Ursachenforschung voranzutreiben und neue Lösungswege zu entwickeln. Dafür müssen alle relevanten Akteure - Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen - zusammenarbeiten“, kommentiert DAK-Landeschef Michael-Niklas Rühe die Ergebnisse.
Krankenstand über dem Bundesdurchschnitt
Die Fehlzeiten in der Hansestadt sind mit denen auf Bundesebene vergleichbar. DAK-versicherte Beschäftigte kamen 2025 im Bundesdurchschnitt auf 19,5 krankheitsbedingte Fehltage pro Kopf. Bremen liegt mit 20,1 Tagen 2,9 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Deutlich höher lagen die Fehlzeiten in Sachsen-Anhalt sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Baden-Württemberg wies bundesweit den geringsten Arbeitsausfall auf.
Chancen im betrieblichen Gesundheitsmanagement
Große Chancen sieht Michael-Niklas Rühe im betrieblichen Gesundheitsmanagement. „Gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur sind zentrale Hebel, um den Krankenstand zu senken“, so Rühe. Deshalb sei ein Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig, um das Thema Gesundheit in die betrieblichen Strukturen und Prozesse zu integrieren. „Wir unterstützen Arbeitgeber dabei, ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement aufzubauen.“
Für die aktuelle Analyse wertete das Berliner IGES Institut die Daten von rund 15.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Bremen aus.
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Sönke Krohn
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