Brandenburg im Bundesvergleich mit hohem Krankenstand

- Beschäftigte im Durchschnitt an rund 23 Tagen krankgeschrieben
- DAK-Landeschefin Anke Grubitz fordert Ursachenforschung und mehr Fokus auf betriebliches Gesundheitsmanagement
Potsdam, 26. Januar 2026. Der Krankenstand lag 2025 in Brandenburg mit 6,3 Prozent erheblich über dem Bundesschnitt (5,4 Prozent), blieb im Vergleich zum Vorjahr allerdings stabil. DAK-versicherte Beschäftigte waren durchschnittlich an rund 23 Kalendertagen krankgeschrieben und hatten demnach genauso viel Arbeitsausfall wie im Vorjahr. Die meisten Fehltage gingen auf das Konto von Atemwegserkrankungen. Auf sie entfielen mehr als jeder fünfte Fehltag. Weitere wichtige Ursachen waren Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Rang zwei, gefolgt von psychischen Krankheiten. Die Fehltage stiegen bei ihnen im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent. Insgesamt pendelt sich der Krankenstand in Brandenburg auf einem hohen Niveau ein. Deshalb fordert die DAK-Gesundheit eine fundierte Ursachenforschung.
Ursache Nummer eins für Krankschreibungen in Brandenburg waren im vergangenen Jahr Atemwegserkrankungen wie Bronchitis mit 464 Fehltagen je 100 erwerbstätig Versicherte, nach 450 Fehltagen 2024. Auf Platz zwei kamen Muskel-Skelett-Probleme etwa am Rücken. Sie lagen mit rund 418 Fehltagen je 100 Erwerbstätigen unter Vorjahresniveau (437). Es folgten psychische Erkrankungen, die mit 397 Tagen je 100 Erwerbstätigen im Vergleich zu 2024 um rund fünf Prozent anstiegen (Vorjahr: 380). „DAK-versicherte Beschäftigte waren in Brandenburg 2025 an rund 23 Kalendertagen krankgeschrieben. Das ist bundesweit der zweithöchste Wert. Deswegen ist es richtig und notwendig, eine fundierte Ursachenforschung voranzutreiben. Wir schlagen ein gemeinsames Vorgehen aller Akteure vor“, kommentiert DAK-Landeschefin Anke Grubitz die Ergebnisse.
Krankenstand erheblich über dem Bundesdurchschnitt
Die Fehlzeiten in Brandenburg lagen im Vorjahr im Bundesvergleich weit vorn. DAK-versicherte Beschäftigte kamen 2025 im Bundesdurchschnitt auf 19,5 krankheitsbedingte Fehltage pro Kopf. Die Mark liegt mit rund 23 Tagen mehr als 17 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Den meisten krankheitsbedingten Arbeitsausfall hatten die Beschäftigten in Sachsen-Anhalt, dicht gefolgt von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Baden-Württemberg wies bundesweit den geringsten Arbeitsausfall auf.
Chancen im betrieblichen Gesundheitsmanagement
Große Chancen sieht Anke Grubitz im betrieblichen Gesundheitsmanagement. „Wesentliche Hebel zur Senkung des Krankenstandes sind gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur“, so Grubitz. Deshalb sei ein Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig, um das Thema Gesundheit in die betrieblichen Strukturen und Prozesse zu integrieren. „Wir unterstützen Arbeitgeber dabei, ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement aufzubauen.“
Für die aktuelle Analyse wertete das Berliner IGES Institut die Daten von mehr als 111.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Brandenburg aus.
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Stefan Poetig
Pressesprecher Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
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