43 Prozent der älteren Beschäftigten in Brandenburg wollen früher in Rente
• DAK-Gesundheitsreport 2026 untersucht Rentenpläne und Krankenstand in Brandenburg
• Fehlzeiten steigen mit zunehmendem Alter deutlich: Mit 66 Jahren liegt der Krankenstand im Schnitt bei 13 Prozent
• DAK-Landeschefin Grubitz setzt auf Wertschätzung und betriebliches Gesundheitsmanagement für lange Erwerbstätigkeit

Potsdam, 14. Juli 2026. Etwas weniger als die Hälfte der Beschäftigten ab 50 Jahren in Brandenburg will früher in Rente gehen. Bei denjenigen mit einer schlechteren Gesundheit liegt dieser Anteil mit 48 Prozent noch höher. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor. Dafür hat das IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Brandenburg analysiert und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Ein Kernergebnis: Ältere Beschäftigte sind seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei 13 Prozent – und damit mehr als doppelt so hoch wie bei den 50-Jährigen (sechs Prozent). Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Brandenburg mit 8,7 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (7,4 Prozent).
„In der aktuellen Debatte über eine Rentenreform und längere Arbeitszeiten zeigt der DAK-Gesundheitsreport wichtige Ergebnisse: Wertschätzung der Arbeitsleistung ist vielen Beschäftigten fast genauso wichtig wie die Erhöhung der Bezahlung“, sagt Anke Grubitz, DAK-Landeschefin in Brandenburg. „Die Bedürfnisse der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen müssen wir im Blick behalten, damit sie gesund, motiviert und leistungsfähig im Job bleiben. Wir können als DAK-Gesundheit Betriebe in unserem Land dabei mit einem individuellen betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützen.“
43 Prozent der ab 50-Jährigen planen vorzeitigen Ruhestand
Eine Forsa-Umfrage für den DAK-Gesundheitsreport zeigt, dass 43 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Brandenburg einen vorzeitigen Renteneintritt planen. Damit liegt Brandenburg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (52 Prozent). 39 Prozent möchten bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. Elf Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Bezogen auf alle Beschäftigten in Brandenburg denken 35 Prozent über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt maßgeblich von ihrer Gesundheit ab. Unter den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand plant etwas weniger als die Hälfte (48 Prozent) einen vorzeitigen Renteneintritt. Beschäftigte mit guter oder sehr guter Gesundheit können sich dagegen deutlich häufiger vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintritt oder darüber hinaus zu arbeiten.
Wertschätzung: wichtige Voraussetzung für längeres Arbeiten
Wer länger, motiviert und leistungsfähig arbeiten soll, braucht laut Report neben guten Arbeitsbedingungen vor allem mehr Wertschätzung. Für 42 Prozent der Befragten ab 50 Jahren ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben. 31 Prozent wünschen sich zudem eine stärkere Anerkennung ihres Erfahrungswissens. Damit gehört Wertschätzung zu den wichtigsten nicht-monetären Faktoren für eine längere Erwerbstätigkeit. Am häufigsten wünschen sich die Befragten jedoch eine höhere Bezahlung (44 Prozent), gefolgt von einer besseren Anpassung der Arbeitszeiten an ihre individuellen Bedürfnisse (43 Prozent) sowie einer Anpassung des Arbeitsumfangs (39 Prozent).
Beschäftigte ab 50 seltener, aber länger krankgeschrieben
Laut DAK-Gesundheitsreport schätzen ältere Beschäftigte in Brandenburg ihre Leistungsfähigkeit als sehr hoch ein und sie sind seltener krankgeschrieben als Jüngere. Beschäftigte ab 50 Jahren kamen im Jahr 2025 auf 174 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es mit 223 Fällen deutlich mehr. Obwohl Erwerbstätige ab 50 Jahren seltener krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Altersgruppen, sind die Fehlzeiten je Krankheitsfall etwa doppelt so lang. So liegt die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen bei 18,2 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es 9,4 Tage. Der Krankenstand liegt bei den Beschäftigten ab 50 Jahren in Brandenburg bei 8,7 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er kontinuierlich an und erreicht im Alter von 66 Jahren 13 Prozent. Ein Krankenstand von 13 Prozent bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich 13 von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.
Aktivrente: Extra-Bonus für Gesunde?
Die Befragung zeigt auch: Gegenüber der neuen Aktivrente sind viele Beschäftigte ab 50 grundsätzlich offen (71 Prozent), allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. Mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) kann sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen. Weitere 44 Prozent schließen dies nicht aus. Gleichzeitig lehnen 29 Prozent die Aktivrente klar ab.
Für den DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden“ wurden unter anderem die Krankschreibungen von 112.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Brandenburg analysiert.
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Stefan Poetig
Pressesprecher Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
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