Der Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit hat in seiner Sitzung am 18.12.2025 in Hamburg Bilanz gezogen und einen kritischen Blick in die Zukunft geworfen.

In der letzten öffentlichen Sitzung des Jahres blickte der Verwaltungsratsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Roman G. Weber, nicht nur zurück, sondern wagte auch einen kritischen Blick nach vorn. In seinem Statement sprach er Klartext über gesellschaftliche Spannungen, die strukturellen Herausforderungen in den Sozialversicherungen und die Notwendigkeit mutiger Entscheidungen in Politik und Gesellschaft. Außerdem lobte er das Engagement der Mitarbeitenden und die erfolgreiche Gremienarbeit innerhalb der DAK-Gesundheit in den herausfordernden Zeiten.

Strukturelle Krisen in Sozialversicherungen: Es braucht Entscheidungen

Weber stellte klar: Nicht nur die wirtschaftliche Lage Deutschlands sei besorgniserregend, auch die soziale Infrastruktur stehe unter Druck. Besonders dramatisch sei die Situation in der Pflege- und Krankenversicherung. Während in der Rentenversicherung Kommissionen auf politische Lösungen hoffen lassen, fehle es im Bereich Pflege und Gesundheit an konkreten Fortschritten. 

Kritik übte Weber an der jüngsten Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflege, deren Ergebnisse er als unzureichend bezeichnete. Die Expertin Prof. Christine Arentz habe in einer Diskussion auf den bevorstehenden "finanziellen Bergrutsch" der Pflegeversicherung hingewiesen, falls keine gesetzgeberischen Maßnahmen ergriffen würden.

Lob für Mitarbeitende – Appell zur Eigenverantwortung

Es gab aber auch Worte des Lobs: Weber betonte die positive Entwicklung innerhalb der DAK-Gesundheit während der angespannten Lage. Nachdem zu Jahresbeginn aufgrund der Beitragssatzerhöhung mehr Versicherte als vermutet die Krankenkasse gewechselt hatten, habe das Team in Vertrieb und Betrieb es geschafft, das Ergebnis wieder aufzuholen. Er hob den Einsatz aller Mitarbeitenden hervor, die zum Erfolg der DAK-Gesundheit beigetragen haben. 

In Bezug auf die Zukunft des Gesundheitssystems stellte Weber zudem die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen: Muss die solidarisch finanzierte Versorgung neu gedacht werden, wenn Menschen sich bewusst risikoreich verhalten? Auch äußerte er sich zur Diskussion über falsche ICD-Diagnosen in der elektronischen Patientenakte und rief dazu auf, diese aktiv zu überprüfen – das ist auch in der ePA möglich – und das Gespräch mit Behandlern zu suchen: #check-your-ePA.

Statement

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