Sitzung des Verwaltungsrates vom 1. Oktober 2026
Versorgung muss sich am Bedarf der Menschen orientieren
Anlässlich der öffentlichen Verwaltungsratssitzung der DAK-Gesundheit am 1. Oktober 2026 stellte Verwaltungsratsvorsitzender Roman G. Weber seine Vorstellungen für eine zukunftsfeste und gerechte Gesundheitsversorgung vor. Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Frage, wie Versicherte auch künftig bedarfsgerecht, qualitativ hochwertig und verlässlich versorgt werden können.
Zusammenfassung der Sitzung
Anlässlich der öffentlichen Verwaltungsratssitzung der DAK-Gesundheit am 1. Oktober 2026 hat Verwaltungsratsvorsitzender Roman G. Weber für eine zukunftsfeste und gerechte Gesundheitsversorgung geworben. Im Mittelpunkt seiner Rede stand der Leitsatz: „Unsere Versicherten sollen so versorgt werden, wie sie es verdienen.“
Mit dem Begriff „verdienen“ meint Weber dabei keine Gegenleistung, sondern den Anspruch aller Versicherten auf eine qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte und verlässliche Gesundheitsversorgung. Jeder Mensch soll unabhängig von Wohnort, Alter, Einkommen oder gesundheitlicher Situation die Unterstützung erhalten, die medizinisch notwendig ist. Der Leitsatz verweist damit auf das Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung und auf das Ziel, Versorgung konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten auszurichten.
Weber betonte die große Bedeutung der gesetzlichen Krankenversicherung als solidarisches System, das allen Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Gesundheitszustand Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht. Dieses Solidarprinzip sei eine zentrale gesellschaftliche Errungenschaft und müsse auch künftig erhalten bleiben. Gleichzeitig nehme jedoch die Unzufriedenheit vieler Versicherter zu. Lange Wartezeiten auf Termine bei Fachärztinnen und Fachärzten sowie steigende Beiträge belasteten das Vertrauen in das Gesundheitssystem.
Nach Ansicht des Verwaltungsratsvorsitzenden steht die medizinische Versorgung vor erheblichen Herausforderungen. Eine alternde Gesellschaft, der steigende Bedarf an Gesundheitsleistungen und der sich verschärfende Fachkräftemangel erforderten neue Lösungen. Deshalb begrüßt Weber die aktuellen Reformüberlegungen zur Stärkung der Primärversorgung. Ziel müsse es sein, Patientinnen und Patienten künftig gezielter durch das Gesundheitssystem zu führen und vorhandene Versorgungsangebote besser zu vernetzen. Hausärztinnen und Hausärzte würden dabei eine wichtige Lotsenfunktion übernehmen.
Darüber hinaus sprach sich Weber für eine stärkere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe aus. Eine moderne Versorgung könne nur gelingen, wenn Aufgaben sinnvoll verteilt und vorhandene Kompetenzen besser genutzt würden. Dabei verwies er auf die Bedeutung von Delegation und Substitution. Bereits heute übernehmen speziell qualifizierte nichtärztliche Fachkräfte wichtige Aufgaben in Arztpraxen und bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten. Dies entlaste Ärztinnen und Ärzte, verkürze Wege und schaffe mehr Zeit für komplexe medizinische Entscheidungen.
Für den Wandel seien jedoch klare Standards, moderne digitale Strukturen und eine stärkere Förderung innovativer Versorgungsmodelle notwendig. Erfolgreiche Projekte müssten schneller in die Regelversorgung überführt werden. Entscheidend sei nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe, sondern die Qualifikation und der Nutzen für die Patientinnen und Patienten.
Zum Abschluss warb Weber für mehr Zusammenarbeit, mehr Handlungsspielräume und den Mut, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Die Zukunft des Gesundheitswesens liege in interprofessionellen Teams, die ihre Kompetenzen gemeinsam für eine hochwertige Versorgung einsetzen. Nur so könne das solidarische Gesundheitssystem langfristig leistungsfähig bleiben und seinem Anspruch gerecht werden, Menschen die Versorgung zu bieten, die sie benötigen und verdienen.
Statements
Statement vom Verwaltungsratsvorsitzenden

