Sitzung des Verwaltungsrates vom 1. Juli 2026

In seinem Statement zur öffentlichen Verwaltungsratssitzung der DAK-Gesundheit am 1. Juli 2026 richtet Verwaltungsratsvorsitzender Roman G. Weber den Fokus bewusst nicht auf die aktuelle Gesundheitspolitik, die weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist. Stattdessen widmete er sich einem Thema, das aus seiner Sicht von herausragender gesellschaftlicher Bedeutung ist: der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Seine zentrale Botschaft lautet: „Die Gesundheit unserer Kinder sollte uns mehr wert sein.“

Soziale Benachteiligung führt zu höheren Krankheitsrisiken

Weber verweist auf den Nationalen Bildungsbericht, der zeigt, dass Bildungs- und Lebenschancen in Deutschland häufig bereits sehr früh festgelegt werden. Ähnlich sei die Situation bei den Gesundheitschancen. Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status hätten von Anfang an schlechtere Voraussetzungen. Diese Benachteiligungen führten oftmals zu höheren Krankheitsrisiken, einer stärkeren Belastung durch körperliche und psychische Erkrankungen sowie langfristig sogar zu einer geringeren Lebenserwartung.

Obwohl diese Zusammenhänge seit Jahren bekannt seien und Deutschland über ein grundsätzlich gut zugängliches Gesundheitssystem verfüge, bestünden die Unterschiede weiterhin. Im internationalen Vergleich liege Deutschland bei der Verringerung gesundheitlicher Ungleichheit nur im Mittelfeld. Dies verursache nicht nur persönliches Leid, sondern auch erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten, da Krankheiten in benachteiligten Bevölkerungsgruppen häufiger und früher auftreten.

Fitforfuture als erfolgreiches Präventionsprogramm

Als wirksame Antwort auf diese Herausforderungen betrachtet Weber präventive Maßnahmen. Besonders hebt er das DAK-Programm fit4future hervor, das Bewegung, gesunde Ernährung, Suchtprävention und psychische Gesundheit fördert. Die Evaluation des Programms belege deutliche Erfolge: Die körperliche Alltagsaktivität der teilnehmenden Kinder stieg von 22 auf 36 Prozent, während sie in Vergleichsgruppen ohne entsprechende Maßnahmen zurückging. Gleichzeitig verbesserten sich die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder. Entscheidend sei dabei, möglichst früh anzusetzen – idealerweise bereits in Kindertagesstätten.

Ein weiteres positives Beispiel sieht Weber im Engagement von Felix und Christian Neureuther. Mit ihrer Stiftung setzen sie sich für tägliche Sport- und Bewegungszeiten an Schulen ein. Dahinter steht die Überzeugung, dass Bewegung nicht nur die körperliche Gesundheit stärkt, sondern auch das Lernen und die persönliche Entwicklung fördert. Gleichzeitig kritisiert Weber, dass gute Konzepte häufig an Bürokratie und politischen Befindlichkeiten scheitern. Als Beispiel nennt er die bislang nur schleppende Umsetzung entsprechender Ideen in Bayern, obwohl diese breite Zustimmung erfahren hätten. Solche Vorgänge seien geeignet, das Vertrauen der Menschen in politische Prozesse zu schwächen.

Projekt „Boxen gegen Hausaufgaben“

Darüber hinaus stellt Weber ein Projekt aus dem Münsteraner Stadtteil Coerde vor, der besonders von Kinderarmut betroffen ist. Dort werden Kinder unter dem Motto „Boxen gegen Hausaufgaben“ über Sport motiviert, schulische Leistungen zu verbessern. Ergänzend wurden Gesundheitsfestivals und niedrigschwellige Beratungsangebote organisiert, um Familien zu erreichen, die sonst nur schwer Zugang zu Präventionsmaßnahmen finden. Für Weber zeigt dieses Beispiel, wie erfolgreich kreative und gezielt auf die Lebenswirklichkeit der Menschen zugeschnittene Angebote sein können.

Abschließend stellt er den Zusammenhang zum Thema „Longevity“ her, das ein langes, gesundes und selbstbestimmtes Leben beschreibt. Der Schlüssel dazu sei Prävention. Wenn Kinder früh lernen, gesund zu leben und dabei unterstützt werden, entwickeln sie Verhaltensweisen, die sie ihr ganzes Leben begleiten können. Prävention bedeute daher nicht nur bessere Gesundheit im Kindesalter, sondern schaffe die Grundlage für mehr gesunde Lebensjahre insgesamt.

Sein Fazit lautet: Investitionen in die Gesundheit von Kindern sind Investitionen in die Zukunft der Gesellschaft. Deshalb müsse die Förderung von Prävention, Bewegung und Gesundheitskompetenz deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn: „Die Gesundheit unserer Kinder sollte uns mehr wert sein.“

Statement

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