DAK Präventionsradar 2026: Kinder- und Jugendgesundheit in Schulen

Präventionsradar 2025: Teenagerin sitzt mit geschlossenen Augen in der Schulklasse und hält sich die Hände an die Schläfen.

Die schulbasierte Fragebogenstudie „Präventionsradar“ wird seit dem Schuljahr 2016/2017 jährlich in der Sekundarstufe I durchgeführt. Die erhobenen Daten von mehr als 115.000 Schülerinnen und Schülern im Beobachtungszeitraum liefern Erkenntnisse zum Gesundheitsverhalten von Heranwachsenden in Deutschland. Die zehnte Erhebungswelle fand im Zeitraum von November 2025 bis Februar 2026 statt. Insgesamt nahmen 30.074 Schülerinnen aus mehr als 140 allgemeinbildenden weiterführenden Schulen daran teil, die sich auf 15 Bundesländer verteilen (ohne das Saarland). Das durchschnittliche Alter lag bei 13 Jahren mit etwa 52 Prozent weiblichen Befragten. Die Kinder und Jugendlichen verteilten sich auf die Klassenstufen 5 bis 10.

Kernergebnisse der 10. Befragungswelle im Schuljahr 2025/2026

  • Die Mehrheit der betrachteten Altersgruppe weist eine förderbedürftige Gesundheitskompetenz auf. Der Förderbedarf zieht sich quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und Schultypen.
  • Die potenzielle Einführung eines eigenständigen Schulfachs Gesundheit stößt in der breiten Mehrheit der befragten Schülerschaft auf eine positive Resonanz.
  • Wöchentlich auftretende Beschwerden wie Erschöpfung und Schlafprobleme sind mittlerweile zu einem Massenphänomen avanciert und werden im Vergleich zu den Erhebungen vor acht Jahren deutlich häufiger berichtet.
  • Die Daten zu den Zukunftserwartungen zeigen ein gemischtes Bild. Zwar blickt die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen nach wie vor optimistisch in die Zukunft. Im Schuljahr 2025/2026 ist jedoch auch eine Verschiebung der Zuversicht zugunsten skeptischerer Haltungen zu beobachten.

Kernergebnisse im Detail

Die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen

Gesundheitskompetenz (GK) ist als ein multidimensionales Konstrukt zu verstehen, das das Wissen, die Motivation und die Fähigkeit einer Person beschreibt, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden. Ein Großteil der befragten Kinder und Jugendlichen wies hier Förderungsbedarf auf.

Dennoch zeigten sich bei der Differenzierung nach Sozialstatus, Schulform und Geschlecht spezifische Nuancen. Der sozioökonomische Status stand in Zusammenhang mit der Ausprägung der Gesundheitskompetenz. Bei niedrigem Sozialstatus war der Anteil der Förderungsbedürftigen mit 92 Prozent am höchsten, während lediglich 8 Prozent über eine ausgeprägte Kompetenz verfügten. Kinder aus Haushalten mit höherem Status schnitten mit 12 Prozent (ausgeprägt) leicht besser ab, dennoch verblieben 88 Prozent im unterstützungsbedürftigen Bereich. Die deutlichsten Unterschiede innerhalb der Stichprobe zeigten sich beim Vergleich der Schulformen: Schülerinnen und Schüler an Gymnasien wiesen mit 15 Prozent den größten Anteil an ausgeprägter Gesundheitskompetenz auf.

Präventionsradar 2026 - Grafik: Ausprägung der Gesundheitskompetenz nach Subgruppen.

Abbildung 1: Ausprägung der Gesundheitskompetenz nach Subgruppen.

Schulfach Gesundheit

Ein erheblicher Anteil der Befragten befürwortete die Idee, ein Schulfach „Gesundheit“ einzuführen. Dabei zeigte sich über alle Subgruppen hinweg – sowohl bei Mädchen und Jungen, bei Personen mit niedrigerem wie auch höherem Sozialstatus, bei Schülerinnen und Schülern von Gymnasien und anderen Schulformen sowie über alle Altersgruppen hinweg –, dass jeweils mehr als die Hälfte diese Idee positiv bewertete.

Präventionsradar 2026 - Grafik: Rückhalt für ein neues Schulfach nach Subgruppen.

Abbildung 2: Rückhalt für ein neues Schulfach nach Subgruppen.

(Psycho-)somatische Beschwerden

Ziel war es, (psycho-)somatische Beschwerden zu erfassen, da diese wichtige Hinweise auf das körperliche und psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen geben. Dazu zählen Bauch-, Kopf- und Rückenschmerzen, Erschöpfung und Schlafprobleme. Schlafprobleme lagen im Jahr 2019/2020 bei 36 Prozent in der Stichprobe, bewegten sich 2020/2021 bei 33 Prozent und stiegen anschließend wieder an, sodass sie 2025/2026 bei 46 Prozent lagen. Erschöpfung wird durchgehend häufig berichtet und bewegte sich im Verlauf zwischen 49 Prozent und 69 Prozent, mit dem höchsten Wert im Jahr 2025/2026.

Schülerinnen und Schüler mit höherer Gesundheitskompetenz zeigten ein um etwa 14 Prozent geringeres relatives Risiko für mindestens wöchentliche Schlafprobleme.

Präventionsradar 2026 - Grafik: Anteil der Befragten mit wöchentlich auftretenden Beschwerden über die Erhebungsjahre.

Abbildung 3: Anteil der Befragten mit wöchentlich auftretenden Beschwerden über die Erhebungsjahre.

Zukunftsperspektive

Wie Kinder und Jugendliche in die Zukunft blicken, ist aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht interessant, weil Zukunftserwartungen eng mit dem Wohlbefinden und dem Gesundheitsverhalten zusammenhängen. Ein optimistischer Blick in die Zukunft geht häufig mit mehr Motivation und gesünderen Verhaltensweisen einher, während negative Erwartungen eher mit Stress oder geringerer psychischer Stabilität verbunden sein können. 

Die Ergebnisse zeigen, dass 57 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Zukunft eher positiv bzw. optimistisch einschätzen. Weitere 34 Prozent berichten eine skeptische Haltung gegenüber der Zukunft. Ein kleinerer Anteil von 9 Prozent blickt eher negativ bzw. pessimistisch in die Zukunft.

Präventionsradar 2026 - Grafik: Anteil der Befragten, die positiv/optimistisch in die Zukunft blicken.

Abbildung 4: Anteil der Befragten, die positiv/optimistisch in die Zukunft blicken.

Hinweise zur Datengrundlage und zur Methodik

Der Präventionsradar ist eine schulbasierte Fragebogenstudie. Die Online-Befragung wurde an allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft in 15 Bundesländern durchgeführt. Alle Schulen wurden per E-Mail eingeladen und hatten die Möglichkeit, sich über die Studienhomepage unter praeventionsradar.de zur Teilnahme anzumelden. Erstmals konnten sich auch Schulen aus dem Bundesland Bayern beteiligen. Im Schuljahr 2025/2026 nahmen insgesamt 141 Schulen (68 Gymnasien, 73 Schulen anderer Schularten) mit 30.074 Schülerinnen und Schülern aus 1.916 Klassen am Präventionsradar teil. Das mittlere Alter der Befragten betrug 13,3 Jahre, 52 Prozent der Befragten waren weiblichen Geschlechts. 

Limitationen

Eine wesentliche Limitation der Studie besteht darin, dass die erhobenen Daten ausschließlich auf Selbstberichten der Teilnehmenden basieren. Subjektive Verzerrungen wie etwa sozial erwünschtes Antwortverhalten, können daher nicht ausgeschlossen werden. Zudem beruhen die Ergebnisse potenziell auf einer Stichprobe von Schulen, die ohnehin ein grundlegendes Interesse an Prävention und Gesundheitsförderung aufweisen. Diese mögliche Selektionsverzerrung zugunsten besonders engagierter oder bedarfsorientierter Einrichtungen könnte die Generalisierbarkeit der Befunde auf die Gesamtheit aller Schulen einschränken. Ungeachtet dieser methodischen Einschränkungen liefert der Präventionsradar jedoch wertvolle empirische Hinweise zur aktuellen Gesundheitslage von Kindern und Jugendlichen
 

Download: Präventionsradar 2026

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