Tetanusimpfung: Alles zu Auffrischung, Impfschema und Schutzdauer

Ein Vater klebt seinem Sohn ein Pflaster aufs Knie.

Wundstarrkrampf (Tetanus) war bis zur Entwicklung der Tetanusimpfung eine der gefährlichsten Infektionen überhaupt. Heute gibt es in Deutschland dank der guten Durchimpfung kaum noch Tetanus-Erkrankungen. Wichtig ist eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter, gefolgt von regelmäßigen Auffrischungen. Hier erfährst du alles Wissenswerte über die Impfung gegen Tetanus und warum eine Auffrischung vor dem Urlaub sinnvoll sein kann.

Warum ist die Tetanusimpfung wichtig?

Der sogenannte Wundstarrkrampf wird durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Diese Bakterien gibt es überall auf der Welt. Sie leben bevorzugt im Erdreich sowie im Darm verschiedener Pflanzenfresser wie beispielsweise Pferde. Das Bakterium bildet spezielle Sporen, die über viele Jahre im Boden überleben können und gegen Hitze sowie viele Desinfektionsmittel widerstandsfähig sind.

Bereits eine winzige Verletzung kann ausreichen, so dass die Bakterien in den Körper gelangen. Selbst Wunden, die so klein sind, dass sie nicht einmal bluten, bieten eine Eintrittspforte für diese Sporen. Besonders gefährdet sind Menschen, die im Freien arbeiten oder sich regelmäßig dort aufhalten: Ob ein aufgeschürftes Knie durch einen Sturz, ein Dorn bei der Gartenarbeit, der Kratzer von vorwitzigen Katzenpfoten oder ein rostiger Nagel – auch kleine Bagatellverletzungen bergen ein hohes Tetanus-Risiko.

Verlauf und Folgen der Infektion mit C. tetani

Gelangen Bakterien oder Sporen über eine Verletzung in deine Haut, so nutzen sie die dort herrschenden Bedingungen dafür, sich sofort zu vermehren. Die meisten Stämme von C. tetani bilden dabei hochgiftige Exotoxine. Nach einer Inkubationszeit von drei Tagen bis drei Wochen treten durch die nervenschädigende Wirkung dieser Giftstoffe deutlich Symptome auf: der Wundstarrkrampf. Dabei kommt es zu Krämpfen in der Skelettmuskulatur, vorwiegend im Bereich von Kopf und Rumpf. Typisch ist zudem das sogenannte „Teufelsgrinsen“ durch eine verkrampfte Kiefermuskulatur.

Wichtig: Wundstarrkrampf ist eine lebensbedrohliche Erkrankung und kann nicht ursächlich geheilt werden – behandelt werden vor allem die Symptome und die bakterielle Ursache. Die im Körper befindlichen Toxine lassen sich nur bedingt abfangen. Gleichzeitig werden intensivmedizinische Maßnahmen wie Beatmung benötigt, während die bakterielle Infektion mit Antibiotika behandelt wird. Die Sterblichkeitsrate liegt – abhängig von Alter, Gesundheitszustand und medizinischer Versorgung – bei etwa zehn bis 20 Prozent. Weltweit treten weiterhin zahlreiche Erkrankungen auf, insbesondere in Ländern mit niedrigen Impfquoten. In Deutschland liegen die Fallzahlen dank der Tetanusimpfung heute bei wenigen Fällen pro Jahr. Denn das ist die gute Nachricht: Es gibt eine Impfung, die vor dieser lebensbedrohlichen Erkrankung schützt.

Wie oft sollte ich mich gegen Tetanus impfen lassen?

Die Impfung gegen Wundstarrkrampf ist die einzige zuverlässige Methode, um eine Erkrankung zu verhindern. Die Tetanusimpfung ist fester Bestandteil der Impfempfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie teilt sich in eine Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischungen auf:
  • Die Grundimmunisierung wird bei Säuglingen im Alter von zwei Monaten begonnen und umfasst insgesamt drei Impfdosen. Sie werden im Rahmen einer Kombinationsimpfung mit anderen Impfstoffen gemeinsam verabreicht.
  • Die erste Auffrischung erfolgt etwa fünf bis sechs Jahre nach der Grundimmunisierung. Im Alter zwischen 9 und 16 Jahren wird die zweite Auffrischung durchgeführt.

Gut zu wissen: Fehlt die Grundimmunisierung oder bestehen Zweifel daran, dass sie im Kindesalter durchgeführt wurde, kann sie später nachgeholt werden. Auch dann sind drei Impfdosen in festen Zeitabständen notwendig.

Wie lange schützt die Tetanusimpfung?

Impfcheck in der DAK App

Behalten Sie einfach im Blick, wogegen Sie geimpft sind und wann eine Auffrischung nötig ist – direkt in der DAK App.

Wurde mithilfe der Grundimmunisierung ein ausreichender Schutz erreicht, besteht dieser für einige Jahre. Auch wenn der Antikörperspiegel langsam abnimmt, so geht man von einem zehnjährigen Schutz aus, weshalb eine Auffrischung in diesem Intervall empfohlen wird.

Wie alle Impfungen wird auch die Tetanusimpfung im Impfpass eingetragen. Bitte bringe deinen Impfpass deshalb immer zu Impfterminen mit. Im Pass kannst du übrigens auch erkennen, wann die nächste Impfung fällig ist.

Tetanusimpfung auffrischen – nicht vergessen!

Bei Kindern und Jugendlichen ist dank der festen Impfschemata im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ein guter Schutz vor Tetanus fast flächendeckend gegeben. Bei Erwachsenen sieht es anders aus. Im hektischen Alltag kann es leicht passieren, dass eine Auffrischung untergeht.

Hier findest du einen Überblick, wann oder unter welchen Umständen eine Auffrischung für Erwachsene sinnvoll ist:

  • Regelmäßige Auffrischung alle zehn Jahre
  • Spontane Auffrischung nach fünf bis zehn Jahren, wenn wegen einer Verletzung mit einer tiefen oder stark verschmutzten Wunde das Tetanus-Risiko besonders hoch ist
  • Vorgezogene Auffrischung im Rahmen der Reiseimpfungen bei Urlaub in Länder mit einer eingeschränkten medizinischen Versorgung

Vor allem ältere Menschen haben aufgrund ihres schwächeren Immunsystems ein höheres Infektionsrisiko. Gleiches gilt für Menschen mit Durchblutungsstörungen wie Diabetikerinnen und Diabetiker oder Erkrankte mit chronischen Wunden. Hier ist ein Impfzyklus von knapp zehn Jahren oder kürzer ratsam.

Tetanusimpfung: Nebenwirkungen

Vorsorgen lohnt sich – auch finanziell

Du kümmerst dich um deine Gesundheit – und wir belohnen dich mit Bonuspunkten, die du gegen Geldprämien und Zuschüsse eintauschen kannst. Das gilt auch für diese Vorsorgemaßnahme.

Wie alle Impfungen kann auch die Schutzimpfung gegen Tetanus Nebenwirkungen haben. Am häufigsten zeigen sich lokale Rötungen, Schwellungen oder Druckschmerzen an der Einstichstelle. Sie halten etwa einen bis drei Tage an. 

Manche Menschen bemerken außerdem eine leicht erhöhte Temperatur, Magen-Darm-Beschwerden, Kopf- oder Muskelschmerzen sowie eine spürbare Abgeschlagenheit. Diese Beschwerden sind auf das aktive Immunsystem zurückzuführen und ganz normal. Sie klingen von allein wieder ab. 

Bei Säuglingen und Kindern können die Impfreaktionen stärker ausfallen und auch Fieber hervorrufen, das bei Bedarf durch Fiebersaft gelindert werden kann.

Sehr selten zeigen sich Schwellungen der nächstgelegenen Lymphknoten oder allergische Reaktionen. Bitte weise das medizinische Personal vor deiner Impfung darauf hin, wenn du in der Vergangenheit Probleme nach der Impfung hattest.

Häufige Fragen zur Tetanusimpfung

Hier findest du weitere Antworten zur Tetanusimpfung.

Was darf man nach einer Tetanusimpfung nicht machen?

Es gibt nur wenige Einschränkungen nach einer Tetanusimpfung. Auf Leistungssport und Wettkämpfe solltest du für zwei bis drei Tage verzichten. Ein leichtes Bewegungsprogramm ist aber kein Problem. Hör auf deinen Körper und nimm dir eine Auszeit, wenn du dich schlapp fühlst.

Wie heißt die Tetanusimpfung noch?

Die Tetanusimpfung wird auch als Impfung gegen Wundstarrkrampf bezeichnet. In den meisten Fällen wird sie nicht einfach, sondern als Kombinationsimpfung verabreicht. Erwachsene erhalten beispielsweise eine Dreifach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis). Säuglinge und Kleinkinder eine Fünf- oder Sechsfach-Impfung.

Wie heißt die Tetanusimpfung im Impfpass?

Im Impfpass wird die Tetanusimpfung oft mit dem Buchstaben T abgekürzt. Die Kürzel Td oder DT stehen für Tetanus & Diphtherie. Hinter DTaP oder Tdap verbergen sich Tetanus, Diphtherie und Pertussis.

Was passiert bei einer Tetanusimpfung im Körper?

Bei einer Tetanusimpfung lernt das Immunsystem unschädlich gemachte Tetanus-Erreger kennen. Das Abwehrsystem entwickelt passende Antikörper und speichert diese Information für später ab. Auf diese Weise ist der Körper auf eine mögliche Infektion vorbereitet und kann schneller Antikörper bilden.

Haben Hausärztinnen und Hausärzte eine Tetanusimpfung vorrätig?

Die meisten Praxen haben die Tetanusimpfung als Teil einer Kombinationsimpfung vorrätig. Wenn nötig, lässt sich der Impfstoff außerdem schnell über den Sprechstundenbedarf oder ein Rezept in der Apotheke besorgen. Für gesetzlich Versicherte werden die Kosten für die Tetanusimpfung übrigens von der Krankenkasse übernommen. Weitere Informationen zum Impfschutz für Erwachsene, Kostenübernahme und Impfempfehlungen findest du hier.
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