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Hamburg, 15. Februar 2021.  Die Pandemie hat sich in Hamburg massiv auf das Krankheitsgeschehen in der Arbeitswelt ausgewirkt: Zwar nahm die Anzahl der Krankschreibungen um 18,6 Prozent ab, aber ein durchschnittlicher Fall dauerte wesentlich länger als 2019. Dadurch sank der Krankenstand um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent – der zweitniedrigste im Bundesgebiet.  Das zeigt die Krankenstands-Analyse der DAK-Gesundheit für das gesamte Jahr 2020. Fehltage wegen Muskel-Skelett-Problemen nahmen deutlich zu und bei psychischen Erkrankungen gab es ebenfalls einen Anstieg.

Fast jeder fünfte Fehltag (19,4 Prozent) im Job war 2020 auf Rückenschmerz oder andere Probleme mit dem Muskel-Skelett-System zurückzuführen. Statistisch gesehen hatte jeder DAK-versicherte Beschäftigte rund 2,5 Ausfalltage wegen Rücken – rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. „Rückenerkrankungen sind in der Corona-Pandemie noch bedeutsamer geworden“, sagt Katrin Schmieder, Leiterin der DAK-Landesvertretung Hamburg. „Durch Lockdown und Homeoffice hat sich die Arbeitswelt drastisch gewandelt. Viele Beschäftigte arbeiten zu Hause am Bildschirm und bewegen sich zu wenig. Die Arbeitsdichte ist in vielen Branchen zusätzlich noch gestiegen. Höhere Anspannung im Allgemeinen hat wahrscheinlich auch zu der Zunahme von Fehltagen bei psychischen Erkrankungen geführt.“ Seelenleiden waren 2020 der wichtigste Grund für eine Krankschreibung. Bei dieser Erkrankungsgruppe gab es in der Hansestadt einen Zuwachs an Fehltagen von zweieinhalb Prozent. Der Anteil am Krankenstand ging stieg um etwas mehr als ein Prozent und ist für jeden vierten Fehltag verantwortlich. Atemwegserkrankungen verursachen hingegen deutlich weniger Fehlzeiten. Mit einem Minus von fast elf Prozent gegenüber 2019 belegten sie Platz drei der wichtigsten Krankheitsarten.

Zuwachs bei Dauer von Krankschreibungen
Die DAK-Analyse zeigt auch, wie sehr sich 2020 die Dauer von Krankschreibungen verlängert hat: Über alle Erkrankungen hinweg betrug sie durchschnittlich 14,4 Tage und damit 2,3 Tage mehr als im Jahr 2019. „Auch hier hat sich das verändert“, kommentiert Katrin Schmieder. „Mehr schwere Fälle, weniger leichte – für längerfristig Erkrankte scheint der Weg zurück in die Arbeitswelt unter den aktuellen Bedingungen deutlich problematischer zu sein.“

Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten von rund 76.000 erwerbstätig Versicherten der DAK-Gesundheit in Hamburg ausgewertet.

Anteil am Krankenstand wichtiger Krankheitsgruppen:

2020

2019

1. Psychische Erkrankungen (23,1 %)

1. Psychische Erkrankungen (21,8 %)

2. Muskel-Skelett-System (19,4 %)

2. Muskel-Skelett-System (17,9 %)

3. Atmungssystem (14,0 %)

3. Atmungssystem (15,1 %)

4. Verletzungen u. Vergiftungen (10,1 %)

4. Verletzungen u. Vergiftungen (10,8 %)

5. Verdauungssystem (4,4 %)

5. Verdauungssystem (4,6 %)

  


Sönke Krohn

Pressesprecher für Hamburg

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