Energy Drink: Wie schädlich ist das Erfrischungsgetränk eigentlich?

Energydrink: Ein Mädchen hält einen Energie Drink mit Strohlhalm in der Hand

Du greifst zum Energy Drink, wenn du müde bist, dich konzentrieren musst oder einfach einen schnellen Kick brauchst? Kurzfristig kann das koffeinhaltige Getränk dich zwar wacher machen, aber je nach Menge und Situation auch Nebenwirkungen auslösen, besonders wenn du viel davon trinkst oder ihn mit Alkohol kombinierst. Hier erfährst du, wie Energy Drinks in deinem Körper wirken, wann sie unbedenklich sind, wo Risiken beginnen und worauf du achten solltest.

Was ist ein Energy Drink – und was nicht?

Ein Energy Drink ist ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk (ein „Wachmacher“), das zusätzlich weitere Zutaten wie Taurin, Inosit oder Glucuronolacton enthalten kann. Im Übrigen gibt es auch die sogenannten Energy Shots: Sie sind deutlich kleiner und oft stärker konzentriert. Sie können pro Liter viel mehr Koffein enthalten als klassische Energydrinks.

Wichtig zur Abgrenzung: Cola, Kaffee oder auch Tee enthalten ebenfalls Koffein, sind aber keine Energy Drinks im üblichen Sinn.

Und warum sind die Getränke nun so beliebt? Kurz gesagt: weil sie schnell wach machen, süß schmecken, praktisch „to go“ sind und stark beworben werden – gerade auch bei Jugendlichen.

Inhaltsstoffe von Energy Drinks im Check: Was steckt drin?

Der „Kick“ kommt vor allem vom Koffein. Es stimuliert unter anderem das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem. Bei hohen Koffeinmengen können unerwünschte Wirkungen auftreten, zum Beispiel Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen oder ein erhöhter Blutdruck. Wie viel Koffein drin ist, variiert stark. Für eine in Deutschland relevante Kennzeichnung gilt: Ab 150 mg Koffein pro Liter muss ein Warnhinweis aufs Etikett.

Viele Energy Drinks enthalten viel Zucker – und damit viele Kalorien. Außerdem sind zuckerhaltige, saure Getränke ein Thema für die Zahngesundheit, denn Zucker und Säure greifen den Zahnschmelz an. Zero oder Light? Auch „brennwertverminderte“ Varianten bleiben koffeinhaltig – und sind nicht automatisch „gesund“, nur weil weniger Zucker drin ist.

Wie wirken Energy Drinks im Körper?

Wenn du einen Energy Drink trinkst, merkst du relativ schnell, dass du wacher bist als vorher – doch das hängt stark von Menge, Gewöhnung, Körpergewicht und Empfindlichkeit ab. 

Typisch sind:

  • Wachmacher-Effekt: Koffein stimuliert, du fühlst dich „wacher“ oder fokussierter.
  • Nebenwirkungen möglich: Gerade bei hoher Zufuhr können unter anderem Unruhe, Schlafprobleme oder Herzrasen auftreten.
  • „Crash“-Gefühl: Bei sehr zuckerhaltigen Drinks berichten viele nach dem Hoch über ein Tief – besonders, wenn der Schlaf obendrein zu kurz kommt.

Energydrinks wirken anregend auf das zentrale Nervensystem, indem sie Puls, Blutdruck und Blutzuckerspiegel steigern und Konzentration und Wachheit fördern. Die volle Wirkung setzt in der Regel nach ca. zehn bis 20 Minuten ein und hält eine bis sechs Stunden an.

Wie schädlich sind Energydrinks?

Ob Energy Drinks ungesund sind, hängt stark davon ab, wer sie trinkt, wie oft und in welcher Situation. Bist du grundsätzlich gesund, ist ein gelegentlicher Energy Drink wahrscheinlich nicht schädlich – ein regelmäßiger Konsum kann wiederum das Risiko für unerwünschte Effekte erhöhen, besonders bei Vorerkrankungen.

Trinkst du regelmäßig viele Energydrinks, können diese akuten Risiken auftreten:

  • Beeinflussung des Herz-Kreislauf-Systems: Die Symptome reichen von Herzrasen, Blutdruckanstieg und Rhythmusstörungen über Krampfanfälle bis hin zu Nierenversagen. In Fallberichten wurden nach dem Konsum von Energy Drinks auch schwere gesundheitliche Schäden beschrieben – bis hin zu Todesfällen. Ein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Nachweis ist insgesamt aber nicht immer möglich.
  • Koffein-Nebenwirkungen: Es kann zu Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und einem erhöhten Blutdruck kommen.
Zu langfristigen gesundheitlichen Folgen von Energy Drinks gibt es bislang nur begrenzte Daten. Problematisch können vor allem regelmäßig hohe Koffeinmengen sowie – bei zuckerhaltigen Produkten – der hohe Zuckergehalt sein, der mit Gewichtszunahme und einem erhöhten Diabetesrisiko in Verbindung steht.“

Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass Energy Drinks langfristig dein Herz vergrößern können. Eine klare, generelle Aussage gibt es dazu bisher nicht. Wenn du aber Brustenge, starkes Herzrasen, Schwindel oder Ohnmacht bemerkst, solltest du das sehr ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.

Koffein pro Tag: Diese Höchstmengen gelten

Wenn du dich fragst, wie viel Koffein pro Tag okay ist, gilt:

  • Erwachsene: bis zu 400 mg Koffein pro Tag gelten als maximale Tagesdosis.
  • Einzeldosis: 200 mg gelten als unbedenkliche Einzeldosis für Erwachsene.
  • Schwangere und Stillende: nicht mehr als 200 mg/Tag Koffein (das gilt auch für Tee oder Kaffee).
  • Kinder & Jugendliche: etwa 3 mg pro kg Körpergewicht pro Tag.

So rechnest du schnell: mg Koffein = (mg/100 ml) × (ml/100)

Zur Orientierung: Eine 250-ml-Dose enthält oft ungefähr 80 mg Koffein, große Dosen entsprechend mehr – und wenn du mehrere Drinks am Tag konsumierst, bist du schnell im Bereich, in dem Nebenwirkungen wahrscheinlicher werden.

Praxis-Tipp: Ein Energy Drink kann „nur ein Teil“ deines Koffeinkonsums sein. Kaffee, Cola, Tee oder Schokolade können zusätzlich Koffein liefern – das zählt mit.

Tipps, für Betroffene: So kommst du von der „Sucht“ los

Wenn du merkst, dass du Energydrinks „brauchst“, geht es oft um Gewohnheiten, mit denen du etwa Müdigkeit, Stress, lange Tage oder wenig Schlaf kompensieren möchtest. Du kannst das Schritt für Schritt angehen:

  1. Mach deinen Konsum sichtbar: Schreib etwa eine Woche lang täglich auf: Wie viele Energy Drinks konsumierst du pro Tag? Notiere auch, wie dein Schlaf ist, ob du dich gestresst fühlst, Sport machst oder Alkohol trinkst, denn genau diese Kontexte machen den Konsum oft riskanter.
  2. Schraube an den größten Hebeln: Fokussiere dich auf „natürliche Energietreiber“, anstatt zur Dose zu greifen. Dazu gehört etwa das Reduzieren von Stress, mehr Bewegung, ein besserer Schlaf, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und genug zu trinken.
  3. Entwickle Ersatzroutinen: Halte Wasser immer griffbereit (Müdigkeit kann auch Durst sein). Wenn die Müdigkeit kommt, integriere Bewegung in deinen Tag, etwa durch einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft.

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Wenn du trotz Änderungen in deinem Alltag ständig unter extremer Erschöpfung leidest, lass das medizinisch abklären – nicht jede Müdigkeit ist „nur“ ein Koffein-Thema.

Gesunde Alternativen zu Energy Drinks

Wenn du merkst, dass du gerade Energie brauchst, hilft es oft, kurz zu checken: Brauchst du Wachheit (Koffein)? Oder fehlt dir eher Schlaf, Flüssigkeit oder Essen? 

Für einen sanften Wachmacher (mit Koffein), greife zu:

  • Kaffee in Maßen kann wach machen
  • Schwarzer Tee liefert Koffein
  • Grüner Tee ist ebenfalls eine Option

Wenn du dich eher „leer“ als müde fühlst:

  • Wasser: Schon eine leichte Dehydrierung kann müde machen – ein großes Glas Wasser ist oft der schnellste, unterschätzte Energie-Reset.
  • Snacks als „gleichmäßiger“ Energielieferant: zum Beispiel, Nüsse, ballaststoffreiche Lebensmittel oder Vollkornlebensmittel.

Wenn du gerade einen Durchhänger hast:

  • Kurz bewegen: Bewegung kann Energie und Stimmung pushen.
  • Stress runterfahren: Stress „zieht“ Energie – kleine Entlastungen können überraschend viel bringen.
  • Schlaf priorisieren: Mehr Energie fängt oft mit besserem Schlaf an – und reduziert automatisch den Wunsch nach dem nächsten Wachmacher.

Nach dem Sport:

  • Wasser bleibt die Basis.
  • Kokoswasser kann eine Option sein, um deinen Mineralstoff- und Elektrolythaushalt zu unterstützen.
  • Sportgetränke können bei längerer, schweißtreibender Belastung helfen, Elektrolyte zu ersetzen – aber sie können auch viel Zucker enthalten und sind nicht als Dauerlösung gedacht.

Häufige Fragen zu Energy Drinks

Ab wann darf man Energy Drinks trinken?

Auf vielen Produkten steht: für Kinder nicht empfohlen. Eine einheitliche gesetzliche Altersgrenze gibt es in Deutschland derzeit nicht – sie wird aber politisch und von Verbraucherschützern diskutiert.

Warum ist die Mischung aus Energy Drink und Alkohol so riskant?

Die Mischung aus Energy Drink und Alkohol ist gefährlich, weil dich das Koffein oft wacher fühlen lässt, obwohl der Alkohol trotzdem wirkt – dadurch unterschätzt du leichter, wie betrunken du wirklich bist. Das kann dazu führen, dass du mehr trinkst oder dich eher auf riskantes Verhalten einlässt.

Energy Drinks & Sport: Leistungsbooster oder Belastung?

Beim Sport ist ein maßvoller Koffeinkonsum für gesunde Erwachsene in der Regel unproblematisch. Riskant kann es jedoch werden, wenn große Mengen Energy Drinks konsumiert werden – insbesondere bei Hitze, Flüssigkeitsmangel oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ist Taurin schädlich?

Taurin ist ein typischer Zusatz in Energy Drinks – und kommt auch natürlich im Körper vor. Eine leistungssteigernde Wirkung durch zusätzliche Taurinzufuhr ist nicht eindeutig nachgewiesen. In der Praxis stehen gesundheitliche Probleme bei Energy Drinks vor allem im Zusammenhang mit viel Koffein – und riskanten Situationen wie Alkohol, Sport oder einem sehr hohen Konsum.

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