Hitzepickel: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Hitzepickel: Eine Frau liegt auf einem Badetuch und sonnt sich

Wärme, Waschküchenklima oder schweißtreibende Tätigkeiten: Wenn deine Haut plötzlich juckt und Bläschen wirft, sind es höchstwahrscheinlich Hitzepickel. Diese Pöckchen sind eine örtliche Abwehrreaktion deiner Haut auf eine Störung beim Schwitzen. Das Positive: Hitzeblattern führen selten zu Komplikationen und verschwinden zügig von selbst, sobald der Reizauslöser wegfällt. Die durchsichtigen oder geröteten Pickelchen sind zwar lästig und unangenehm, aber überwiegend harmlos. Doch woran erkennt man Hitzepickel und wie unterscheidet man sie von anderen Hauterkrankungen? Hier erfährst du, wie Hitzepickel entstehen, welche Maßnahmen den akuten Juckreiz lindern und wann medizinische Abklärung notwendig ist.

Was sind Hitzepickel?

Hitzepickel werden umgangssprachlich auch Hitzefrieseln oder Hitzeblattern genannt. Der medizinische Name lautet Miliaria. Auslöser für den Ausschlag ist Schweiß, der sich in der Haut staut. Das passiert, wenn Schweißgänge und Poren verstopft oder verengt sind. So etwas kann beispielsweise durch Hautablagerungen oder einen bakteriellen Biofilm passieren. Hitzepickel erscheinen vorwiegend an:

  • Körperpartien mit vielen Schweißdrüsen wie Dekolleté, Hals, Rumpf, Rücken.
  • In Hautfalten, etwa in Achseln, Kniekehlen, Armbeugen, der Leistengegend, unter der Brust und in der Windelzone.
  • An mit Kleidung bedeckten Hautstellen und Reibungsflächen, zum Beispiel unter Bündchen von Unterwäsche oder BH-Trägern.

Hitzepickel können in jedem Lebensalter auftreten. Da die Haut von Babys dünn ist und die Schweißgänge noch nicht voll entwickelt sind, entstehen Hitzepickel bei den Kleinsten öfter.

Wie funktionieren Schweißdrüsen?

Jeder Mensch hat etwa vier Millionen winzige Schweißdrüsen. Die sind über den ganzen Körper verteilt und entziehen dem umliegenden Körpergewebe Flüssigkeit, die über Poren an die Hautoberfläche gelangt. Der Schweiß wiederum verhindert, dass der Körper überhitzt. Er kühlt durch Verdunstungskälte, indem er die Wärme der Haut aufnimmt.

Welche Ursachen haben Hitzepickel?

Der Hitzeausschlag erscheint, wenn Schweiß nicht richtig abfließen kann. Typische Begleitumstände für Hitzepickel sind:

  • Umgebungstemperatur: Eine sommerliche Hitzewelle oder überhöhte Raumtemperaturen sind selbst ohne körperliche Aktivität schweißtreibend.
  • Mehrgewicht: Extrapfunde bringen dich schneller zum Schwitzen und verursachen meist tiefe Hautfalten.
  • Luftfeuchtigkeit: Die Schweißverdunstung kann durch feuchte Luft eingeschränkt sein, zum Beispiel in tropischen Gegenden oder in der Sauna.
  • Sport oder Anstrengung: Sobald du trainierst oder körperlich arbeitest, fließt Schweiß.
  • Fieber: Die eigene erhöhte Körpertemperatur kann eine Ursache für Hitzepickel sein.
  • Kleidung: Zu enge Bekleidung reizt durch Reibung die Haut. Bist du zu warm eingepackt, droht Überhitzung. Unter nicht atmungsaktiver Kleidung stauen sich Feuchtigkeit und Wärme.
  • Hautpflegeprodukte: Schwere, fetthaltige Cremes und Make-up können die Poren verschließen.
  • Hautschäden: Wenn die Haut aufgequollen ist oder schuppt, stockt der Schweißfluss. Auch ein Sonnenbrand kann die Schweißporen verengen.

Gelegentlich treten Hitzepickel als Nebenwirkung von Medikamenten auf, welche die Schweißbildung anregen. Selten ist eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung im Spiel. 

Wie sehen Hitzepickel aus? 

Hitzefrieseln erscheinen als sichtbare Veränderungen der Hautoberfläche. Hitzepickel zu erkennen ist einfach: Es handelt sich um gerötete oder durchsichtige Bläschen oder Papeln, die mit eingeschlossenem Schweiß und gegebenenfalls Lymphflüssigkeit gefüllt sind. Der durch die enthaltenen Salze und Enzyme aggressive Schweiß sollte nicht an diesen Stellen festsitzen. Folglich wertet dein Immunsystem ihn als Fremdkörper und reagiert mit einer Entzündungsreaktion. Das kann dazu führen, dass die Hitzepickel jucken. 

Dermatologisch unterscheidet man vier Varianten der Hitzepickel.

Medizinischer NameOrtAussehenBeschwerden
Miliaria crystallina/ albaOberflächlich, unmittelbar unter der obersten HautschichtSehr kleine, klare (M. crystallina) oder milchige (M. alba) Bläschen, die bei Berührung leicht platzenKein oder nur milder Juckreiz
Miliaria rubraIn tieferen Schichten der OberhautKleine Knötchen (Papeln), rötlich gefärbt, können zusammenlaufen und größere, nässende Flecken bildenJuckreiz, Brennen, Stechen
Miliaria pustulosaVerstopfung in tieferen Oberhaut-Schichten Rötliche, eitrige Pusteln Jucken, Stechen, Brennen
Miliaria profundaBlockade tieferliegend am Übergang zur LederhautHautfarbene, feste KnötchenWenig Juckreiz, größere, manchmal schmerzhafte Papeln

Gut zu wissen: Miliaria rubra ist die bekannteste, Miliaria profunda die am seltensten auftretende Ausprägung von Hitzepickeln. 

Wie unterscheiden sich Hitzepickel von Sonnenallergie?

Hitzepickel oder Sonnenallergie? Beide haben auf den ersten Blick sehr ähnliche Symptome, nämlich Rötungen, Bläschen, Papeln und Juckreiz. Du kannst die Hautveränderungen allerdings gut voneinander unterscheiden. Ein entscheidender Hinweis ist der Ort des Ausschlags.
  • Bei Sonnenallergie (oder auch Mallorca-Akne genannt) reagiert die Haut auf UV-Strahlung. Der Ausschlag tritt daher vorwiegend an Körperpartien auf, die nicht durch Kleidung geschützt sind. Die Symptome beginnen erst einige Zeit, nachdem du in der Sonne warst.
  • Die Hitzepickel entstehen unabhängig vom Sonnenlicht durch Wärme und Reibung. Das kann auch im Schatten oder in Innenräumen passieren. Bläschen und Papeln erscheinen vorwiegend an durch Kleidung oder Hautfalten verdeckten Stellen, wo sich Schweiß stauen kann. 
Die Faustregel lautet also: An bedeckten Körperstellen hast du es wahrscheinlicher mit Hitzepickeln zu tun als mit einer Sonnenallergie. Wenn du unsicher bist, lasse die Hautveränderung von medizinischen Fachpersonen beurteilen. Auch bei der DAK Online Videosprechstunde bekommst du fachkundigen Rat.

Hitzepickel: Was tun?

So lästig Hitzepickel auch sind: In den meisten Fällen sind sie harmlos und verschwinden von selbst. Wenn es juckt und nässt, achte darauf, dass deine Haut wieder Luft bekommt. Lockere Kleidung lässt die Haut atmen und Schweiß besser abfließen. Am besten sind Naturfaserstoffe wie Baumwolle oder Leinen. Ganz wichtig: Vermeide es, Hitzepickel aufzukratzen. Das kann Entzündungen auslösen.

Was hilft noch gegen Hitzepickel? Hausmittel, die sich bewährt haben, sind folgende:

  • Waschen:  Spüle die betroffenen Stellen mit handwarmem Wasser und ohne Seife ab. Duschgel und andere Mittel könnten die Hautirritation verstärken. Anschließend trocken tupfen, nicht rubbeln.
  • Kälte: Ein feuchtes Tuch mit kaltem Wasser oder Salbeitee oder ein Kühlpad helfen gegen den lokalen Hitzestau. Pads oder Eisbeutel dürfen keinen direkten Hautkontakt haben. Wickle vorher ein Tuch darum.
  • Maismehl oder Babypuder: Bestäube damit nässende Stellen und lege sie so trocken.
  • Ausreichend trinken: Bei Hitze sind Wasser oder ungesüßter Tee optimal. Salbeitee wirkt schweißhemmend und kann helfen, das Nachschwitzen zu reduzieren.
  • Aloe vera: Das pflanzliche Gel lindert Juckreiz und beruhigt die Haut. Vorsicht, falls du empfindlich auf Aloe vera reagierst. 

Deine Hitzepickel sind wund? Apfelessig, zu gleichen Teilen mit Wasser vermischt, wirkt entzündungshemmend. Alternativ kannst du dir bei Bedarf eine juckreizhemmende medizinische Salbe besorgen oder eine sogenannte Zinkoxid-Schütteltinktur verwenden. Das ist ein äußerlich anzuwendendes Mittel, dessen flüssige Bestandteile rasch verdunsten und dabei pudrige Wirkstoffe gleichmäßig auf der Haut verteilen. Beachte die Anwendungshinweise und lass dich in der Apotheke beraten.

Wie kann man Hitzepickeln vorbeugen?

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Abgesehen von Körperhygiene und geeigneter Garderobe kannst du vorsorglich leider kaum etwas gegen Hitzepickel unternehmen. Wichtig ist, die Schweißporen offenzuhalten. Ein Körperpeeling ab und an befreit deine Haut von abgestorbenen Schüppchen und legt die Poren wieder frei. Schwere, fettige Lotionen und Make-up begünstigen Hitzepickel, da sie die Poren verkleistern können. Auch allzu scharfes Essen solltest du vermeiden. Letzteres regt den Schweißfluss an.

Deine Hitzepickel klingen trotz allem nicht zeitnah ab oder breiten sich sogar aus? Dann solltest du dich an deine hausärztliche oder dermatologische Praxis wenden. Falls beispielsweise eine Infektion durch Hautpilz oder Bakterien hinzugekommen ist, benötigst du passende Salben oder Medikamente. Medizinische Fachpersonen beraten dich und klären ab, ob sich Hauterkrankungen hinter einem verdächtigen Ausschlag verbergen könnten.

Häufige Fragen zu Hitzepickeln

Welche Creme hilft gegen Schweißflechte? 

Der Begriff „Schweißflechte“ wird manchmal gleichbedeutend mit „Hitzepickel“ gebraucht. Das führt leicht zu einer Verwechslung mit Kleienpilzflechte (umgangssprachlich: Schwitzpilz). Bei der Hautpilzerkrankung ist der Schweiß Nährboden für einen spezifischen Pilz. Die Therapie erfolgt durch topische Mittel (Salben) mit pilztötender Wirkung. Zur Linderung von Hitzepickeln (Miliaria) haben sich hingegen Salben oder Gels mit den Wirkstoffen Zink, Zinkoxid, Panthenol und Aloe vera bewährt. Sie dienen vorrangig der Austrocknung von nässenden Stellen und der Linderung von Juckreiz. 

Wie lange dauert es, bis Hitzepickel weg sind?

Sobald du die Haut abgewaschen und gekühlt hast, sollten oberflächliche Hitzepickel (Miliaria crystallina) binnen weniger Stunden verschwinden. Hartnäckigere Hitzefrieseln (Miliaria rubra) halten sich gegebenenfalls einige Tage. Zeigt die Hautveränderung nach einer Woche keine Besserung und Entzündungen kommen hinzu, sollte das medizinisch abgeklärt werden.

Wann sollte ich mit einem Baby bei Hitzepickel zum Arzt oder Ärztin gehen? 

Auch bei Babys sollten Hitzepickel mit Abkühlung und lockerer Kleidung schnell abklingen. Juckreiz ist für die Kleinsten besonders belastend. Wenn Beschwerden länger als drei Tage anhalten, Fieber und Entzündungen hinzukommen oder das Kind sehr unruhig ist, solltest du eine medizinische Fachperson hinzuziehen.

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