Brust abtasten: Wie es richtig geht und welche Veränderungen normal sind

Brust abtasten: Eine Frau steht vor dem Spiegel und tastet ihre Brust ab

Die Brust verändert sich im Laufe des Lebens. Während der Pubertät entwickelt sie sich, später kann sie sich wegen hormoneller Schwankungen während der Schwangerschaft, Stillzeit oder Wechseljahre verändern. Wichtig ist in jeder Lebensphase, die eigene Brust selbst auf Veränderungen abzutasten.

Brust abtasten: Darum ist die Selbstuntersuchung so wichtig

Regelmäßiges Abtasten hilft dabei, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen. Das spielt insbesondere im Hinblick auf die Früherkennung von Brustkrebs eine wichtige Rolle. Wer weiß, wie sich die eigene Brust normalerweise anfühlt, bemerkt Auffälligkeiten oft schneller. 

„Je eher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig für Frauen“, sagt Elvira Häußler, die die weibliche Brust mit besonderen Vorzeichen abtastet: Sie ist blind und für die Organisation „Discovering Hands“ tätig. Diese Organisation bildet sowohl blinde als auch sehbehinderte Frauen zu Medizinisch-Taktilen Untersucherinnen aus. Mit dieser Ausbildung können Elvira Häußler und ihre Kolleginnen im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung ihren verbesserten Tastsinn einsetzen. Wenn du dich auf der Website informierst, findest du auch eine ausgezeichnete Anleitung zur Selbstuntersuchung.

Für die blinde Untersucherin ist ganz klar: „Aufklärung nimmt Angst. Jede Brust ist anders, mal enthält sie mehr Drüsengewebe, mal mehr Fett- und mal mehr Bindegewebe.“ Aufklärung, regelmäßige Selbstkontrolle und damit die Beschäftigung mit deiner eigenen Brust nehmen dir die Angst bei normalen, hormonell bedingten Veränderungen und schärfen dein Bewusstsein für Veränderungen außer der Reihe.

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Jede Brust ist anders

Brüste unterscheiden sich in Größe, Form und Beschaffenheit. Auch Unterschiede zwischen rechter und linker Brust sind ganz normal. Zudem verändert sich das Gewebe im Laufe des Lebens. Gerade während der Pubertät können Spannungsgefühle, Empfindlichkeit oder Wachstumsschmerzen auftreten. Diese Veränderungen sind in den meisten Fällen ein normaler Teil der Entwicklung.

Auch verändern sich die Brüste mit dem Menstruationszyklus: Zum Ende sind sie eher fest und können sich knubbeliger anfühlen, zu anderen Zeitpunkten ist das Gewebe weicher.

Hinweis: Bei Unsicherheiten und Beschwerden solltest du eine gynäkologische Praxis aufsuchen. Denke außerdem daran, regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. 

Discovering Hands: Taktile Brustuntersuchung

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Wie taste ich die Brust richtig ab?

Nimm dir für das Abtasten ausreichend Zeit. Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) empfiehlt, dafür einmal im Monat einen festen Tag einzuplanen. So fällt es leichter, natürliche Veränderungen während des Zyklus einzuschätzen. Geeignet ist das Abtasten eine Woche nach Beginn der Regelblutung, da das Gewebe dann meist weicher ist. Nimmst du die Pille, tastest du deine Brust am besten mit Beginn einer neuer Monatspackung ab

Hier zeigt dir Gynäkologin Dr. Sheila de Liz, wie du deine Brüste richtig abtastest.

Brust vor dem Spiegel betrachten

Sorge zunächst für gutes Licht. Dadurch kannst du optisch schon viel erkennen. Entkleide nun deinen Oberkörper komplett. Nun betrachte deine Brüste in unterschiedlichen Positionen. 

  • mit locker hängenden Armen
  • mit erhobenen Armen
  • mit nach vorne und hinten geneigtem Oberkörper
  • mit den Händen in den Hüften

Blicke jeweils sowohl von vorne als auch von der Seite auf deine Brüste. Achte dabei auf Veränderungen der Form, Größe oder Hautoberfläche. Auch eingezogene Brustwarzen, Rötungen oder ungewöhnliche Hautveränderungen sollten beobachtet werden. Konsultiere bei Veränderungen deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen.

Brust im Stehen abtasten

Hebe einen Arm an und taste die gegenüberliegende Brust mit den Fingerkuppen systematisch ab. Du kannst dabei in Kreisen oder Bahnen vorgehen. Wichtig ist, dass du das gesamte Brustgewebe untersuchst.

Vergiss dabei nicht:

  • den Bereich zwischen Brust und Achsel
  • die Achselhöhle
  • den Bereich bis zum Schlüsselbein

Anschließend wechselst du die Seite.

Brust im Liegen abtasten

Du kannst deine Brust auch im Liegen abtasten. Auf diese Weise wird deine Brust etwas flacher und du kannst insbesondere den unteren Teil besser abtasten. Auch der äußere Teil deiner Brust sowie die Lymphknoten in deiner Brusthöhle lassen sich in dieser Position besonders gut abtasten.

Ab wann sollte ich meine Brust abtasten?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die eigene Brust schon früh kennenzulernen. Veränderungen können bereits während der Entwicklung der Brust auftreten.

Ärztinnen und Ärzte empfehlen, dass sich Frauen ab 20 für die Krebsprävention einmal im Monat selbst abtasten. Wichtig ist: Wenn in deiner Familie andere Frauen bereits Brustkrebs hatten, solltest du früher damit anfangen.

Bedenke: Die Selbstuntersuchung der Brust ersetzt nicht die ärztliche Früherkennungsuntersuchung. Nimm regelmäßig die gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen wahr.

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Brust abtasten: Wie fühlt sich ein Knoten an?

Ein Knoten kann sich rund, glatt oder murmelartig anfühlen. Manche Knoten lassen sich verschieben, andere weniger. Wichtig zu wissen: Die meisten ertasteten Knoten sind gutartig und stellen keinen Brustkrebs dar. Häufig handelt es sich um Zysten oder sogenannte Fibroadenome, gutartige Geschwülste. Dennoch sollte jede neu entdeckte Veränderung ärztlich abgeklärt werden

Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?

Lass Veränderungen zeitnah durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen untersuchen, wenn:

  • Knoten oder Verhärtungen tastbar sind
  • Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt
  • Unterschiede in Größe, Form oder Lage der Brüste auftreten
  • Hautrötungen, Schuppen, Verfärbungen oder Einziehungen auftreten
  • Brustwarzen plötzlich eingezogen wirken

Je früher mögliche Erkrankungen erkannt werden, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten.

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