Brüste: Alles über Größe, Formen und Funktion

Busen, Vorbau, Holz vor der Hütte – Brüste tragen zahlreiche Namen und sind so individuell wie ihre Besitzerinnen. Die weibliche Brust hat im Verlauf des Lebens zwei Funktionen: Sie produziert Muttermilch und ist ein Zentrum der weiblichen Sexualität. Wir zeigen dir, wie dein Busen aufgebaut ist, welche Formen er annehmen kann und warum ein passender BH so wichtig ist.

Zwei junge Frauen sitzen auf einer Bank und unterhalten sich

Was ist die Brust eigentlich?

In vielen Kulturen ist die weibliche Brust ein Symbol für Fruchtbarkeit und für viele Frauen ein wichtiger Teil ihrer weiblichen Identität. 

Brüste bestehen aus Drüsengewebe, das in ein Fettpolster und Bindegewebe eingebettet ist. Das Drüsengewebe ist sternförmig um deine Brustwarze verteilt. Darin befinden sich Drüsenläppchen und Milchgänge. Beide übernehmen wichtige Funktionen: In den Drüsenläppchen wird die Muttermilch gebildet, die über die Milchgänge zur Brustwarze gelangt. 

Übrigens: Dein Busen ist kein Muskel. Wenn du ihn bewegst, dann tust du das mit Hilfe deiner Brustmuskeln.

 

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Wann fangen die Brüste an zu wachsen?

In der Pubertät beginnen die Brüste zu wachsen. Durchschnittlich passiert das im Alter zwischen 9 und 12 Jahren. 

Der Körper wird in dieser Zeit mit dem Hormon Östrogen überschwemmt. Das ist dafür verantwortlich, dass die Brüste und Brustwarzen beginnen, größer zu werden. Das liegt daran, dass sich die Milchdrüsen ausbilden und das Brustgewebe wächst. In dieser Phase können beiden Brüste immer wieder unterschiedliche Formen annehmen und auch in verschiedenen Geschwindigkeiten wachsen. Oft gleichen sie sich wieder an. Es ist aber ganz natürlich, dass kleine oder auch etwas größere Unterschiede zwischen deinen beiden Brüsten bleiben. 

In welchen Phasen verändern sich die Brüste?

Auch nach der Wachstumsphase, die meist mit dem Ende der Pubertät abschließt, bleibt deine Brust nicht immer gleich. In verschiedenen Phasen deines Lebens wird sich dein Busen immer wieder verändern:

  • Vor deiner Menstruation: Kurz vor deiner Regelblutung können deine Brüste anschwellen und spannen. In dieser Zeit sind sie besonders schmerzempfindlich. Schuld daran sind die ganz normalen hormonellen Schwankungen: In der zweiten Zyklushälfte dominiert das Hormon Progesteron, das für Wassereinlagerungen sorgt.
  • Während der Schwangerschaft: Dein Busen besteht aus Fett, Bindegewebe und Milchdrüsen. Letztere bereiten sich auf das Baby vor. Dadurch wird deine Brust größer und praller. Zudem wird dein Busen dabei meist auch druckempfindlicher.
  • Nach der Geburt: Nicht nur während, sondern auch direkt nach der Schwangerschaft werden die Brüste größer. Der Grund: Dein Körper produziert Muttermilch.
  • Mit dem Alter: Deine Brüste werden sich auch im Alter verändern. Das liegt nicht nur an der Gravitation, sondern auch an der sogenannten Menopause. In den Wechseljahren wird weniger Östrogen produziert. Das führt dazu, dass in den Brüsten Fett eingelagert wird. Das Ergebnis: Sie werden größer.
  • Durch die Pille: Wenn du die Pille nimmst, können das enthaltene Östrogen oder Gestagen (beides Hormone) dafür sorgen, dass sich in deinen Brüsten vermehrt Wassereinlagerungen bilden. Dadurch werden sie praller – können aber auch schmerzempfindlicher werden.

Welche Funktion hat die weibliche Brust?

Klar, über die Brust werden Säuglinge mit Muttermilch versorgt. Für viele ist das die Hauptfunktion der weiblichen Brust. Betrachtet man aber die Lebenszeit einer Frau, ist das Stillen nur der zweitwichtigste Grund, warum Frauen Brüste haben.

Brüste sind sogenannte sekundäre Geschlechtsmerkmale. Deine Brust ist eine erogene Zone. In ihr und speziell in deinen Brustwarzen enden jede Menge Nervenzellen. Hinzu kommt: Brüste wirken auf heterosexuelle Männer und homosexuelle Frauen anziehend. 

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Welche Busenformen gibt es?

Es gibt nicht die eine perfekte Brustform. Wie jeder Mensch insgesamt sind auch Brüste einzigartig.

Neben deinen Genen sind für deine Busenform auch noch dein Alter, der Hormonstatus, deine Ernährung und die Tatsache verantwortlich, ob du schwanger bist. Beschreibt man die weibliche Brust, so kommt man meist auf neun verschiedene Brustformen:

  • Ost-West-Brüste
  • Runde Brüste
  • Glockenförmige Brüste
  • Asymmetrische Brüste
  • Brüste mit runden Seiten
  • Schlanke Brüste
  • Athletische Brüste
  • Hängende Brüste
  • Tropfenförmige Brüste

Bei Ost-West-Brüsten zeigen die Brustwarzen in entgegengesetzte Richtungen und auch der Busen selbst ist leicht nach außen gerichtet. Hast du runde Brüste, sind diese unterhalb und oberhalb deiner Brustwarzen ähnlich voluminös und rund. Wenn du einen großen, schweren Busen hast, sind deine Brüste meist glockenförmig: Sie werden nach unten hin voller.

Die meisten Frauen haben asymmetrische Brüste. Das heißt, die beiden Brüste sind nicht gleich groß oder gleich geformt. Ärztinnen und Ärzte sprechen erst dann von asymmetrischen Brüsten, wenn die Unterschiede sehr groß sind. Hast du Brüste mit runden Seiten, ist der Abstand zwischen deinen Brüsten ähnlich wie bei Ost-West-Brüsten größer. Deine Brustwarzen zeigen aber nicht zur Seite, sondern nach vorne. Hast du schlanke Brüste, sind diese eher länger als breit.

Die athletischen Brüste haben meist Frauen mit einer sportlichen Figur, deren Brustmuskel stark ausgeprägt sind. Ähnlich wie bei schlanken Brüsten sind auch hängende Brüste länger als breit und meist groß. Die Brustwarzen zeigen in der Regel nach unten. Tropfenförmige Brüste sind wie Glockenbrüste unten deutlich voluminöser als oben, aber im Vergleich zu diesen etwas kleiner.

Bedenke: Was uns in den sozialen Netzwerken gezeigt wird, entspricht oft dem aktuellen Schönheitsideal und hat oft nur wenig mit natürlich gewachsenen Brüsten zu tun. Versuche, dich nicht mit anderen zu vergleichen und nimm deinen Körper an, wie er ist.

Auch Brustwarzen kommen in ganz unterschiedlichen Formen und Farben. Gynäkologin Sheila de Liz erklärt im Video, wie es dazu kommt.

Die Vorteile eines gut sitzenden BHs

Einen gut sitzenden BH zu tragen ist wichtig, da auf dem Gestell meist auch Gewicht lastet. Deine Brüste bestehen schließlich nicht aus Luft und haben daher ein Eigengewicht. Trägst du einen BH, der nicht ideal passt, kann es sein, dass die Träger einschneiden, die Metallbügel unangenehm drücken oder dass viel Gewicht auf deinem Rücken lastet.

Kurz gesagt: Dein BH sollte bequem sein und auf keinen Fall irgendwo kneifen. Lass dich gerne in einem Fachgeschäft zum Kauf beraten und ausmessen.

Da die Diskussion immer wieder aufkommt: Sorgen BHs dafür, dass ich keine hängenden Brüste bekomme? Jein. BHs helfen bei großen Brüsten, dass das Bindegewebe nicht überstrapaziert wird. Mädchen und Frauen mit kleinen Brüsten können eher auf einen BH verzichten.

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Sollte man seine Brüste eigentlich pflegen?

Die Antwort lautet definitiv: Ja! Zwar sind Brüste nicht wie Zähne, die man regelmäßig putzen muss, aber es lohnt sich trotzdem, ihnen etwas Gutes zu tun. Ein erster Schritt ist ein gut sitzender BH. Weitere Unterstützung bietet Sport, denn eine starke Rückenmuskulatur hilft dabei, das Gewicht entspannt tragen zu können.

Und es gibt noch mehr Gründe dafür, sich gut um seine Brüste zu kümmern. Als junges Mädchen ist es vielleicht nicht immer ganz leicht, sich mit den zwei Neuankömmlingen anzufreunden. Aber: Versuch, deinen Busen selbstbewusst anzunehmen – egal, welche Form er hat und wie groß er ist. Dabei helfen kann regelmäßiges Massieren, Eincremen und Abtasten. Denn beim Thema Brüste gilt für dich die Devise: „Anfassen erlaubt.“ Durch regelmäßiges Berühren lernst du deinen eigenen Körper kennen und findest heraus, was dir gefällt. Und: Abtasten ist wichtig, um Veränderungen der Brust selbst zu erkennen

Fragen zur Männerbrust

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Fachbereich der DAK-Gesundheit

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