Sicherheitshinweis

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Bewusster leben

1. Bewusstlosigkeit

Sprechen Sie das Kind an und kneifen es vorsichtig in verschiedene Körperstellen. Reagiert es nicht, überprüfen Sie umgehend die Atmung. Atmet das Kind, bringen Sie es schnellstmöglich in die stabile Seitenlage und rufen sofort die 112. Beantworten die 5 W-Fragen: Wo ist es passiert? Was ist geschehen? Wer ist betroffen? Welche Art von Verletzung(en)? Warten auf Rückfragen. Können Sie keine Atmung feststellen, führen Sie sofort eine Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung durch. Dabei sollte ein Atemstoß eine bis anderthalb Sekunden dauern. Beobachten Sie, ob sich der Brustkorb des Kindes hebt. Wiederholen Sie die Beatmung fünfmal. Setzt daraufhin kein Lebenszeichen ein, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage (100-120 Mal pro Minute). Nach 30 Kompressionen erfolgen zwei Beatmungen.

2. Kopfverletzungen

Behalten Sie Ihr Kind in den nächsten 48 Stunden unbedingt im Auge, auch wenn es einen fitten Eindruck macht – manchmal treten Symptome erst spät auf. Sobald es zu anhaltenden Kopfschmerzen und/oder Erbrechen kommt oder das Kind eindämmert suchen Sie umgehend einen Arzt auf – es handelt sich dann höchstwahrscheinlich um eine Gehirnerschütterung. Ein Warnsignal sind übrigens auch seitliche Beulen am Kopf: Hier sitzt eine Arterie, die reißen kann und so zu einer Hirnblutung führen kann. In der Regel muss sofort operiert werden. Fahren Sie zur Abklärung unbedingt in ein Krankenhaus oder rufen die 112.

3. Allergischer Schock

Ob nach einem Insektenstich oder einem bestimmten Lebensmittel: Treten plötzlich Quaddeln am Körper, Übelkeit, Schüttelfrost, Herzrasen oder Atemnot auf, rufen Sie sofort den Notarzt. Ein allergischer Schock ist immer ein Notfall, der sofort behandelt werden muss!

4. Verbrühung

Fast jedes Kind macht irgendwann einmal Bekanntschaft mit dem heißen Herd, dem Grill oder dem Wasserkocher. Viele Eltern kühlen die Haut des Kindes nun mit eiskaltem Wasser oder Coolpacks. Doch Vorsicht: Das kann zu gefährlichen Unterkühlungen führen. Besser: Kleine Verbrennungen ein paar Minuten mit handwarmem Wasser kühlen. Großflächigen Verbrühungen mit einem keimfreien Verbandtuch abdecken und die 112 wählen oder direkt ins Krankenhaus fahren.

5. Verschluckter Gegenstand

Beginnt Ihr Kind plötzlich zu husten, zu würgen oder läuft sogar blau an, müssen Sie schnell handeln: Legen Sie Ihr Kind mit dem Bauch auf Ihren Schoß, sodass Kopf und Arme herunterhängen. Schlagen Sie nun mit der flachen Hand mehrfach zwischen die Schulterblätter, damit der Gegenstand wieder herausgespuckt wird. Gelingt das nicht, sofort die 112 rufen.

6. Vergiftung

In den meisten Fällen kommt es bei Kindern zu Vergiftungen mit Haushalts- oder Kosmetikprodukten wie Nagellackentferner, Spülmaschinentabs oder Waschmittel. Treten keine Symptome auf, kontaktieren Sie den Giftnotruf, um sich hier über das weitere Vorgehen beraten zu lassen (https://www.dastelefonbuch.de/Notruf/Giftnotruf). Kommt es zu Übelkeit, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen, rufen Sie sofort die 112. Wichtig: Lösen Sie weder Erbrechen aus noch geben Sie Ihrem Kind etwas zu trinken – einige Substanzen können die Speiseröhre nachhaltig schädigen. Teilen Sie dem Notarzt unbedingt mit, was die Vergiftung ausgelöst hat und halten Sie die Verpackung bereit.

7. Wunden

Kleine Schürfwunden können Sie mit klarem Wasser und einem Pflaster selbst versorgen. Befinden sich jedoch Fremdkörper in der Wunde, die sich nicht ohne weiteres ausspülen lassen, suchen Sie den Kinderarzt auf. Dasselbe gilt für tiefe oder größere Wunden. Stark blutende Platzwunden müssen im Krankenhaus behandelt werden. Ein besonderer Fall sind Tierbisse: Sie sollten IMMER ärztlich abgeklärt werden – auch wenn sie nicht tief sind und harmlos aussehen. Vor allem Katzenbisse führen unbehandelt in vielen Fällen zu schweren Entzündungen.

8. Sonnenstich

Oft geht es bei Kindern schneller als gedacht: Zu starke oder längere Sonneneinstrahlung im Kopf- und Nackenbereich kann die Hirnhäute reizen – und noch Stunden später zu Symptomen wie Übelkeit, Unruhe, Kopfschmerzen und/oder Erbrechen führen. Dann gilt: Bringen Sie Ihr Kind sofort in den Schatten, am besten in einen klimatisierten Raum und kühlen Sie den Nackenbereich mit kalten Umschlägen. Bessert sich der Zustand nicht oder droht sogar Bewusstlosigkeit, rufen Sie die 112.

9. Nasenbluten

Oft sieht es schlimmer aus als es ist – und verschwindet so schnell wie es gekommen ist. Lässt die Intensität des Nasenblutens jedoch nach einigen Minuten nicht nach und/oder kommt es zudem zu Erbrechen, rufen Sie die 112. Wichtig: Achten Sie auf eine aufrechte Haltung Ihres Kindes – so läuft das Blut nicht den Rachen hinunter und Sie können gut beobachten, wie stark der Blutverlust ist.

10. Stromunfall

Von Kabeln und Steckdosen geht vor allem für kleinere Kinder eine große Gefahr aus. Durch entsprechende Vorkehrungen wie Kindersicherungen können die meisten Stromunfälle jedoch verhindert werden. Kommt es dennoch dazu, beobachten Sie Ihr Kind genau: Treten Krämpfe, Angstgefühle, Unruhe oder Atemnot auf, rufen Sie sofort die 112. Wichtig: Auch Stunden später kann es noch zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder Atemproblemen kommen. Lassen Sie daher jeden Stromunfall durch den Kinderarzt abklären, auch wenn es im ersten Moment so erscheint, als sei Ihr Kind mit dem Schrecken davongekommen.