Das Behandlungsangebot
Anorexia nervosa (Magersucht) ist eine schwere psychosomatische Erkrankung, die vor allem Kinder und Jugendliche betrifft. Sie zählt zu den psychischen Störungen mit der höchsten Sterblichkeit in dieser Altersgruppe und stellt betroffene Familien vor große Herausforderungen. Die Behandlung erfolgt bislang überwiegend stationär und dauert in der Regel 3-6 Monate. In dieser Zeit werden Kinder und Jugendliche aus ihrem gewohnten Umfeld herausgelöst und soziale Kontakte unterbrochen. Zudem lassen sich Therapieerfolge später im Alltag oft nur schwer umsetzen. Rückfälle sind häufig, insbesondere wenn die Familie nicht aktiv in die Behandlung eingebunden ist.
Die DAK-Gesundheit bietet Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 17 Jahren mit der Diagnose Anorexia nervosa jetzt eine neue Form der Unterstützung. Im Rahmen des Innovationsfondsprojekts FIAT erhalten Betroffene eine familienbasierte Therapie, die von speziell ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten begleitet wird. Diese findet überwiegend telemedizinisch im vertrauten Zuhause statt. Ärztliche Untersuchungen erfolgen ambulant in den am Projekt teilnehmenden Kliniken. Die Behandlung wird durch multiprofessionelle Teams aus Psychologen und Psychologinnen, Psychiatern und Psychiaterinnen, Pädiatern und Pädiaterinnen und Ernährungsberatern und Ernährungsberaterinnen begleitet, die eng vernetzt zusammenarbeiten und eine qualitativ hochwertige Behandlung sicherstellen.
Ziel der familienbasierten Therapie ist es, die Kinder und Jugendlichen im Alltag zu stabilisieren, Rückfälle zu vermeiden und die Familie aktiv in den Therapieprozess einzubeziehen. Studien aus Ländern wie England, den Vereinigten Staaten und Australien zeigen, dass dieser Ansatz eine wirksame Alternative zur stationären Behandlung sein kann.