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Verdopplung der Krankschreibungs-Fälle in Bremen

Bremen, 11. August 2023. Der Krankenstand der Beschäftigten in der Hansestadt ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf einen neuen Höchststand geklettert. Es gab doppelt so viele Krankschreibungs-Fälle wie im Vorjahreshalbjahr. Fast die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hatte bis Ende Juni 2023 bereits mindestens eine Krankschreibung. So eine hohe Quote (49,5 Prozent) wird gewöhnlich erst am Ende eines Jahres erreicht. Nach einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit stieg der Krankenstand auf 5,8 Prozent. Das ist der höchste Stand in Bremen seit dem Start der Halbjahresstatistik vor sieben Jahren, teilte die Kasse mit.

„In keinem anderen Bundesland haben sich im ersten Halbjahr 2023 die Fallzahlen bei den Krankschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum so stark erhöht, wie in Bremen“, sagt Michael-Niklas Rühe, Landeschef der DAK-Gesundheit in der Hansestadt. Im ersten Halbjahr 2022 hatten 100 DAK-versicherte Beschäftigte durchschnittlich rund 55 eine Krankschreibung, in diesem Halbjahr sind es fast 111. „Die Fallzahlen haben sich verdoppelt!“, betont Rühe. Vor allem kurze Erkrankungsfälle seien häufiger gewesen als sonst. „Das sehen wir daran, dass die Beschäftigten durchschnittlich nur 9,5 Fehltage pro Fall hatten. Die Falldauer war in früheren Halbjahren – und vor allem während der Pandemie – wesentlich höher.“

Deutlicher Anstieg der Fallzahlen bei Atemwegserkrankungen
Für die Fehlzeiten in Bremen waren im ersten Halbjahr 2023 maßgeblich die Atemwegserkrankungen verantwortlich. So hatten im Durchschnitt 100 Beschäftigte mehr als 33 Krankschreibungs-Fälle wegen beispielsweise Husten oder Schnupfen. Im ersten Halbjahr 2022 waren es hingegen nur 12 Fälle. Zu einem deutlichen Anstieg kam es ebenfalls bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen. Hier ging die Fallzahl bei 100 Beschäftigten von knapp 9 auf rund 15 Fälle hoch. Bei Depressionen und anderen den psychischen Erkrankungen gab es bezogen auf 100 Beschäftigte rund 5 Fälle (2022: knapp 3). 

Coronabedingte Fehltage spielten für die Krankschreibungen in Bremen nur noch eine geringe Rolle. Corona hatte in den Monaten bis einschließlich Juni insgesamt einen Anteil von rund 2 Prozent am Krankenstand. Im ersten Halbjahr 2022 waren es noch fast 6 Prozent.

Berufe mit Personalmangel haben die höchsten Krankenstände
Die Analyse zeigt auch, dass krankheitsbedingter Arbeitsausfall in Berufen mit Personalmangel besonders stark ist. So hatten beispielsweise Beschäftigte im Bereich der Erziehung, etwa in Kitas, pro Kopf im Durchschnitt 15 Fehltage. Im Durchschnitt aller Berufe waren es nur rund 10 Tage. Auch bei den durch Personalmangel gekennzeichneten medizinischen Gesundheitsberufen wie der Krankenpflege sind die Fehlzeiten weit überdurchschnittlich hoch. Hier hatte jede und jeder Beschäftigte im Schnitt rund 14 Fehltage. 

„Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen dem Personalmangel in bestimmten Berufen und dem Krankenstand dort“, erklärt Rühe. „Personalmangel kann zu einer Überlastung führen, die die Gesundheit entscheidend beeinträchtigt. Das Ergebnis sind mehr Fehltage – was die Personalsituation weiter verschärft. Das ist ein Teufelskreis!“ Der hohe Krankenstand mache deutlich, dass sich beim Thema Arbeit die gesundheitliche Dimension nicht wegblenden lässt. „Die Unternehmen in Brandenburg sollten auch im eigenen Interesse verstärkt auf den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeitenden achten und Ressourcen ins Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) investieren.“

Die DAK-Gesundheit hilft Unternehmen in Bremen mit BGM-Angeboten dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu stärken. Mehr dazu unter: www.dak.de/bgm




















Sönke Krohn

Pressesprecher für Bremen

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