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Erstes Halbjahr 2020: Corona-Pandemie ließ Krankenstand in Rheinland-Pfalz nicht steigen

Mainz, 8. September 2020. Nach einer aktuellen Auswertung ist der Krankenstand in Rheinland-Pfalz trotz Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen. Mit 4,5 Prozent liegt er allerdings über dem Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren an jedem Tag des ersten Halbjahres von 1.000 Arbeitnehmern 45 krankgeschrieben. Es gab einen Anstieg der Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankung – um elf Prozent auf 148 Tage je 100 Beschäftigte. Insgesamt liegen die Fehlzeiten durch Erkältungen, Grippe & Co. jedoch immer noch unterhalb des schweren Grippejahres 2018 (180 Tage). Einen Anstieg um zehn Prozent gab es laut DAK-Report in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Rheinland-Pfalz auch bei psychischen Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen gingen hingegen um drei Prozent zurück.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit zeigt die Entwicklung des Krankenstandes im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Demnach hatten im ersten Halbjahr 2020 DAK-versicherte Beschäftigte in Rheinland-Pfalz 8,2 Fehltage, im Vorjahreszeitraum waren es 8,1 Tage. Im Monatsvergleich ergibt sich ein sehr uneinheitliches Bild. Im Februar war der Krankenstand deutlich unter Vorjahresniveau, im Mai leicht darunter. Auch im Lockdown-Monat März lag er mit 5,7 Prozent noch knapp unter dem Vorjahreswert. Im April gab es mit 5,1 Prozent dagegen einen deutlich höheren Stand als im Vergleichsmonat 2019 (4,6 Prozent).

„Viele hatten prognostiziert, dass ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen sei, weil es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab“, sagt Michael Hübner, Leiter der DAK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. „Das belegt, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind.“ Die DAK-Gesundheit begrüßt deshalb die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossene Krankschreibung per Videosprechstunde. „Wir müssen nicht nur bei COVID-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Atemwegserkrankungen verursachen ein Fünftel aller Fehltage
Mehr als die Hälfte aller Fehltage im ersten Halbjahr 2020 lassen sich in Rheinland-Pfalz auf drei Krankheitsarten zurückführen: An erster Stelle stehen, trotz eines leichten Rückgangs um drei Prozent, die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen. Sie sind für mehr als jeden fünften Fehltag (20,8 Prozent) von Arbeitnehmern verantwortlich. Danach folgen mit 18,1 Prozent die Atemwegserkrankungen. Das Niveau liegt aber mit 148 Fehltagen je 100 Arbeitnehmer noch unter dem des schweren Grippejahres 2018 (180 Fehltage). „Dies ist ein Indiz dafür, dass sich die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Epidemie bewährt haben,“ so Michael Hübner. Die psychischen Erkrankungen wie Depressionen liegen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit einem Anteil von 16,6 Prozent des Krankenstands auf dem dritten Rang.

Krankenstand 2019 gesunken
Der DAK-Gesundheitsreport für Rheinland-Pfalz analysiert neben dem ersten Halbjahr 2020 wie in jedem Jahr auch die Fehlzeiten des kompletten vergangenen Jahres. Die Vollauswertung für 2019 zeigt: Der Krankenstand sank von 2018 auf 2019 von 4,5 Prozent auf 4,3 Prozent und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent). An erster Stelle standen Muskel-Skelett-Probleme, wie beispielsweise Rückenschmerzen. Sie waren für mehr als jeden fünften Fehltag von Beschäftigten in Rheinland-Pfalz verantwortlich (21,5 Prozent).  Danach folgten psychische Leiden mit 16,5 Prozent. An dritter Stelle standen mit 14,8 Prozent Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Sinusitis.

Für die aktuelle Krankenstands-Analyse wertete das Berliner IGES Institut die Daten von mehr als 152.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Rheinland-Pfalz für das erste Halbjahr 2020 sowie für 2019 aus.

Carina Schubert

Pressesprecherin für Rheinland-Pfalz
 

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