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Corona: Mehr Kinder mit Depressionen in Rheinland-Pfalz

Mainz, 08. März 2022. Während der Corona-Pandemie sind Kinder in Rheinland-Pfalz deutlich stärker psychisch belastet. 2020 wurden 17 Prozent mehr Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren erstmals mit einer Depression ärztlich behandelt als noch im Vorjahr. Das ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit für Rheinland-Pfalz. Auch im Bereich Adipositas wurde ein negativer Einfluss der Corona-Pandemie deutlich. So lag 2020 die Neuerkrankungsrate bei Kindern im Alter zwischen zehn und 14 Jahren mehr als ein Viertel über dem Vorjahreswert. Beim Suchtmittelmissbrauch ging die Zahl der Behandlungen zurück. Allerdings war auffällig, dass 71 Prozent mehr Mädchen als Jungen aufgrund von schädlichem Tabakkonsum ärztlich versorgt wurden.

„Der veränderte Alltag und die sozialen Einschränkungen durch die Pandemie haben junge Menschen besonders stark getroffen. Unser aktueller Report zeigt dringenden Handlungsbedarf in Bereichen der Kinder- und Jugendgesundheit. Wir müssen etwas tun, um die Mädchen und Jungen im Land besser vor den Pandemiefolgen zu schützen“, so Rainer Lange, Leiter der DAK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. „Es ist notwendig, sich auf Landes- und Bundesebene stärker mit dem Thema ‚Kindergesundheit‘ zu befassen. Dazu ist eine übergreifende Zusammenarbeit nötig.“

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). beobachtet die Entwicklung der Kindergesundheit mit Sorge und arbeitet gemeinsam mit der Politik an Maßnahmen zur Gesundheitsprävention. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG, erklärt: „Der Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit unterstreicht, dass Kinder und Jugendliche gute Rahmenbedingungen benötigen, um einen chancengleichen Zugang zum Gesundheitswesen zu haben und gesund aufwachsen zu können. Diesem Thema wollen wir auch nach der Pandemie große Aufmerksamkeit widmen.“

Insbesondere Jugendliche von Depressionen betroffen
Der DAK-Report zeigt, dass die Corona-Pandemie vor allem Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren in Rheinland-Pfalz psychisch belastet. So stieg die Zahl der Kinder in dieser Altersklasse, die erstmals mit einer Depression behandelt werden mussten, um rund 17 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie im Bund (plus acht Prozent). Im späten Jugendalter waren Mädchen in Rheinland-Pfalz anderthalb Mal so häufig aufgrund von Depressionen in ärztlicher Behandlung wie gleichaltrige Jungen. Die Jüngeren hingegen wurden seltener wegen psychischer Leiden behandelt. Bei Kindern im Grundschulalter zwischen fünf und neun Jahren lag die Neuerkrankungsquote 66 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen war es sechs Prozent weniger.

Adipositas-Neuerkrankungen bei Zehn bis 14-Jährigen stark gestiegen
Im Jahr 2020 wurden 27 Prozent mehr rheinland-pfälzische Schulkinder im Alter zwischen zehn und 14 Jahren erstmals wegen einer Adipositas-Erkrankung ärztlich behandelt. Damit liegt die Neuerkrankungsrate in dieser Altersklasse deutlich über dem Bundesdurchschnitt von zwei Prozent. Jungen sind dabei häufiger betroffen als Mädchen. In der Altersgruppe der Fünf- bis Neunjährigen sanken die Behandlungszahlen um vier Prozent, während sie bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren nahezu konstant blieben (minus ein Prozent).

Rückgang von Suchtmittelmissbrauch bei Schulkindern
Insgesamt wurden 27 Prozent weniger Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz aufgrund von Suchtmittelmissbrauch behandelt (Bundesdurchschnitt: minus 18 Prozent). Auffällig ist die Entwicklung von Behandlungen im Kontext Tabak bei älteren Jugendlichen: Zwar wurde bei den 15- bis 17-Jährigen ein Rückgang von 29 Prozent beobachtet, allerdings waren Mädchen zu 71 Prozent häufiger betroffen. Wegen Alkoholmissbrauchs kamen in der Corona-Pandemie rund ein Fünftel weniger Schulkinder in Rheinland-Pfalz ins Krankenhaus oder die Arztpraxis. Auch bei Cannabis gingen die Zahlen zurück (minus 29 Prozent).

Mehr Vorsorgeuntersuchungen in Zeiten von Corona
Der Kinder- und Jugendreport zeigt darüber hinaus, dass die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen in Rheinland-Pfalz gegen den Bundestrend leicht zugenommen hat. So stiegen die durchgeführten U-Untersuchungen im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent. Auf Bundesebene wurden im Jahresmittel konstante Fallzahlen beobachtet. 

Im Rahmen des Reports untersuchten Wissenschaftler von Vandage und der Universität Bielefeld anonymisierte Abrechnungsdaten von rund 47.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz versichert sind. Analysiert wurden die Jahre 2019 und 2020. Der Report basiert damit auf Daten von 7,2 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz und ist hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsverteilung repräsentativ.

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,5 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit. Insgesamt sind bei der Krankenkasse in Rheinland-Pfalz rund 340.000 Menschen versichert.



Daniel Caroppo

Pressesprecher für Rheinland-Pfalz
 

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