DAK-Report zeigt neue Dimension der Pflegearmut auf

Allensbach-Umfrage für DAK-Gesundheit: Viele haben für die Pflege einen Großteil ihrer Ersparnisse oder ihr Haus verloren
69 Prozent der Deutschen fordern umfassende Pflegereform – Kürzungen beim Pflegegeld werden klar abgelehnt
DAK-Chef Andreas Storm fordert finanzielle Entlastungen für Pflegeheimbewohner: Armutsfalle muss verhindert werden
Hamburg, 7. Mai 2026. Das eigene Haus oder den Großteil der Ersparnisse durch die Pflege verloren: Fast jede zweite Pflegeperson in Deutschland erlebt Pflegearmut bei sich oder im persönlichen Umfeld. In der Gesamtbevölkerung sind es mit 31 Prozent etwas weniger Betroffene. Das sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Meinungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für den neuen Pflegereport der DAK-Gesundheit. Laut Sonderanalyse fordern zwei Drittel der Befragten eine umfassende Pflegereform für eine verlässliche Versorgung und würden auch spürbare Einschnitte akzeptieren. Kürzungen beim Pflegegeld werden klar abgelehnt. DAK-Vorstandschef Andreas Storm fordert von Bund und Ländern eine umfassende Pflegereform. Es gelte zu vermeiden, dass die Pflege im Heim für die Mehrheit der Betroffenen zur Armutsfalle wird.
„Nach der aktuellen Umfrage ist Pflegearmut in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wenn jede zweite Pflegeperson bei sich oder im Umfeld durch Pflege das eigene Haus oder den Großteil der Ersparnisse verliert, dann ist das sozialer Sprengstoff“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Bund und Länder müssen jetzt eine umfassende Pflegereform auf den Weg bringen. Ganz wichtig ist dabei eine Lösung zur Begrenzung der explodierenden Heimkosten, damit Pflege hier für Bewohner und Angehörige nicht weiter zur Armutsfalle wird. Der dramatische Anstieg bei den Ausgaben zur Hilfe zur Pflege verschärft darüber hinaus die Finanzkrise der kommunalen Haushalte massiv.“
Schlechte Noten für die Pflege: Mehrheit fordert umfassende Reform
Im Rahmen einer Sonderanalyse für den DAK-Pflegereport hat das Institut für Demoskopie Allensbach gemeinsam mit Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie im Februar 2026 über 2.100 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren in Deutschland zu ihren Erwartungen an eine Pflegereform befragt. Aktuell empfinden zwei Drittel der Befragten die Situation in der Pflege als schlecht. 50 Prozent erwarten eine weitere Verschlechterung. Eine umfassende Reform des Pflegesystems halten deshalb 69 Prozent für notwendig. Für eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Pflegeversorgung wäre jeder zweite Befragte bereit zu Einschnitten. Eine Kürzung von Leistungen im Zuge finanzieller Stabilisierungsmaßnahmen werden abgelehnt. So hält die große Mehrheit (67 Prozent) Kürzungen beim Pflegegeld für inakzeptabel.
Hälfte der Bevölkerung erwartet steigende Beiträge
Die Mehrheit der Befragten rechnet bei der Reform der sozialen Pflegeversicherung mit höheren finanziellen Belastungen. 61 Prozent halten Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen für unvermeidlich. Die Hälfte der Bevölkerung erwartet deutlich steigende Pflegebeiträge, weitere 36 Prozent immerhin moderat steigende Beiträge. 51 Prozent der Befragten halten höhere Beiträge für akzeptabel, sofern der Staat die Absicherung von Pflegebedürftigkeit komplett übernimmt.
Storm: Lasten in der Pflege müssen fair verteilt sein
Gesundheitsministerin Nina Warken hatte angekündigt, bis Mitte Mai einen ersten Entwurf für ein Reform der sozialen Pflegeversicherung vorzulegen. „Wir werden das Vertrauen der Menschen in diese wichtige Säule unseres Sozialsystems nur zurückgewinnen, wenn wir eine verlässliche pflegerische Versorgung in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig die finanziellen Lasten gerecht verteilen“, fordert DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Wir brauchen jetzt eine Finanzierungs-Architektur mit einer fairen und nachhaltigen Verteilung der Finanzlasten auf Beitragszahlende, Steuerzahlende und Pflegebedürftige. Ohne eine gerechte Lastenverteilung wird die Pflegereform keine gesellschaftliche Akzeptanz finden.“
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Rüdiger Scharf
Chef-Pressesprecher & Leiter Unternehmenskommunikation
Themen: Vorstands-Kommunikation und Interviewanfragen, Gesundheits- und Pflegepolitik sowie Kinder- und Jugendgesundheit
