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1. Snackification

Das Frühstück am Morgen, gegen 13 Uhr gibt es ein deftiges Mittagsmahl und wenn das Tagwerk vollbracht ist, wird das Abendbrot serviert – seit Jahrhunderten bestimmt dieser Mahlzeitenrhythmus unser Leben. Das Zeitalter der Digitalisierung und die immer flexiblere Arbeits- und Freizeitgestaltung verändern unser Essverhalten. Im letzten Jahrzehnt fand ein Wandel der Esskultur statt, der sich weiter zuspitzen wird und im Food-Report des Frankfurter Zukunftsinstitutes als „Snackification“ bezeichnet wird. Familien sitzen nicht mehr dreimal täglich für ein gemeinsames Essen am Tisch. Stattdessen werden tagsüber mehrere Mini-Mahlzeiten verzehrt. Die Entscheidung, was gegessen wird, erfolgt deutlich spontaner als in der Vergangenheit – allein schon bedingt durch das allgegenwärtige Angebot an Take-away-Food. Die gute Nachricht dabei: Gesunde Mini-Mahlzeiten spielen dabei eine immer größere Rolle. Bowls, Wraps, leichte Suppen, Salate oder auch Bentoboxen erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Die eigentliche Hauptmahlzeit, die zelebriert und im Rahmen der Familie verzehrt wird, hat sich hingegen vom Mittag auf den Abend verlagert. 

Expertenstatement:
Grundsätzlich zeigen Studien, dass Mahlzeiten, die bei Tisch und in guter Gesellschaft eingenommen werden, einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Es wäre also wünschenswert, dass auch in Zukunft nicht alle Mahlzeiten des Tages to go verzehrt werden. Grundsätzlich positiv ist, dass die Lust auf veganes oder gemüsereiches Take-away-Food wächst und klassisches Fast Food, dem es oft an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen fehlt, immer mehr in den Hintergrund rückt. Wichtig: Achtet bei Poké Bowl, Salat, Wrap und Co. auf die Zusammenstellung der Lebensmittel, damit ihr die Mahlzeit gut vertragt. Wer auf Nummer sicher gehen und zugleich Geld sparen will, bereitet sich die angesagten Mini-Mahlzeiten nach „Meal-Prep-Manier“ einfach daheim vor. Rezepte gibt’s auf DAK.de 
 

2. Gemüse aus dem Meer

In Asien stehen Nori, Kombu oder Wakame schon lange auf dem Speiseplan, seit einigen Jahren rücken Algen auch bei westlichen Lebensmittelforschern in den Fokus. Kein Wunder, denn die essbaren Sorten des Meeresgemüses wachsen nachhaltig und können auf vielfältige Art zubereitet werden. Nur ein Bruchteil der Makroalgen hat eine Zulassung für den europäischen Lebensmittelmarkt. Die etwa 20 Algenarten werden an den atlantischen Felsenküsten Spaniens, Irlands und der Bretagne, in den kalten Gewässern Norwegens und in kleinem Umfang auch in der Nord- und Ostsee aus den unterschiedlichsten Tiefen geerntet. Die EU-Richtlinien für den ökologischen Landbau von wild wachsenden Algensorten schreiben saubere Sammelgewässer – fern von Schadstoffquellen wie etwa Häfen oder Abwasseranlagen – vor. Und das ist auch gut so, denn Algen filtern das Wasser. Erntet man sie in stark belasteten Gewässern, kann der Schadstoffgehalt auch höher liegen. Die Produktrange mit Algen wächst stetig. Neben Algen-Spaghetti, Wraps, Gewürzmischungen und Käse mit der Algen-Art Dulse gibt es sogar Brotaufstriche nach „Leberwurstart“ auf Algenbasis.

Expertenstatement:
In Frankreich, Portugal und Irland und auch im asiatischen Raum ist das Sammeln und Ernten von frischen Algen eine Selbstverständlichkeit. Das „Gemüse“ des Meeres gehört ebenso zum Speiseplan wie Fisch und Meeresfrüchte. Gut so, denn Algen sind reich an Nährstoffen wie Vitaminen, hochwertigem Eiweiß, Jod, Mineralien und ungesättigten Fettsäuren. Hierzulande hat sich mittlerweile Sushi als typisches Gericht mit Algen durchgesetzt. Dies zeigt, dass wir uns an neue Aromen oder andere Konsistenzen von Lebensmitteln gewöhnen können. Eine solche Entwicklung könnte beispielhaft für den Konsum weiterer, neuer Algenprodukte wie z. B. Dulse-Spaghetti oder Wraps aus dem Supermarkt sein. Mein Tipp: Bevorzuge wenig industriell verarbeitete Lebensmittel. Gut zu wissen: Algen aus dem nordeuropäischen Raum sind weniger schadstoffbelastet als die aus dem Mittelmeer oder asiatischen Gewässern.

3. Alkoholfrei ist Trumpf

Die Forscher des Zukunftsinstitutes sind sich sicher, dass Gesundheit in der Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Dabei steht Healthy Hedonism für Verzicht ohne Einschränkungen im Genuss. Was wir zu uns nehmen, ist zugleich ein Statement. Dies bezieht sich nicht mehr nur auf unsere Nahrungsmittel. Die Sober-Curious-Bewegung findet immer mehr Anhänger. In New York, London und anderen Weltstädten sind alkoholfreie Bars total angesagt. Allein für die USA prognostiziert man bis 2022 ein Absatzplus für alkoholfreie und nur leicht alkoholische Ready-to-drink-Getränke im Bereich von 39 Prozent. Auch hierzulande steigt die Anzahl promillefreier und zugleich wohlschmeckender Alternativen zu Bier, Wein, Sekt oder sogar Gin im Supermarkt an. 

Expertenstatement:
Grundsätzlich zeigen Studien, dass Alkohol in Maßen und zum Essen genossen unserer Gesundheit nicht schadet. Genießer orientieren sich am Geschmack und trinken meist kleinere Mengen Wein oder Ähnliches. Doch gerade jungen Menschen fällt der Umgang mit hochprozentigen Partydrinks oft schwer. Umso besser ist es, dass die Sober-Curious-Bewegung für Spaß ohne Alkohol steht. Wenn das Angebot an natürlichen geschmackvollen, promillefreien Alternativen in Bars und im Supermarkt größer wird, ist dies in jedem Fall „Zum Wohl!“ für Körper und Gesundheit.
 

4. Insektenprotein

In Zukunft werden immer mehr Menschen auf der Erde leben. Hochrechnungen haben ergeben, dass der stetig wachsende Bedarf an dem lebenswichtigen Nährstoff Eiweiß in 30 Jahren nicht mehr durch tierische Produkte wie Fleisch und Fisch zu decken sein wird. Und so suchen Food-Experten rund um den Globus nach nachhaltigen Alternativen. Neben immer schmackhafteren pflanzlichen Fleischersatzprodukten aus Hülsenfrüchten, Pilzen oder Getreide prognostizieren Lebensmittelforscher jetzt vor allem den Züchtern von essbaren Insekten eine rosige Zukunft. Der Grund: Die Kleinstlebewesen sind in vielen exotischen Ländern Stammgast auf der Speisekarte und punkten durch ihre umweltfreundliche Aufzucht und ihre Nährstoffzusammensetzung. Seit der Veröffentlichung der neuen Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union im Januar 2018 versuchen in Deutschland immer mehr Unternehmen, Lebensmittel aus Insekten zu verkaufen. Auch Pattys aus Buffalo-Würmern oder Sportriegel mit dem Protein von Grillen bekommt man hierzulande im Handel. 

Expertenstatement: 
Da Deutschland nicht zu den Eiweißmangelländern der Welt gehört, bin ich skeptisch, ob Insekten in Zukunft eine große Rolle in unserer Ernährung spielen werden. Es gibt noch zu viele offene Fragen, etwa zur Geschmacksakzeptanz, Verdaubarkeit oder zur Zucht und Haltung. Es ist zum Beispiel noch unklar, ob hierzulande auch Heuschrecken & Co. gezüchtet werden sollen, die nicht heimisch sind. Welche ökologischen und sozialen Folgen könnte das haben? Auch an der Biozertifizierung für Deutschland bzw. für die Europäische Union wird noch gearbeitet. Mindestens ebenso entscheidend ist aber, ob sich die Einstellung der Verbraucher ändert, denn aktuell ekeln sich viele Deutsche vor Insekten – ob im Ganzen oder als Zutat eines Lebensmittels.
 

5. Urban Food:

Laut einer UN-Prognose werden 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten oder sogar in sogenannten Megacitys mit mehr als zehn Millionen Einwohnern leben. Gleichzeitig wächst das Interesse an der Produktion unserer Lebensmittel. Nach der Renaissance der Schrebergärten und gemeinschaftlichen Gartenprojekte und nach dem Durchmarsch des Guerilla Gardening im öffentlichen Raum kehren laut Food Report 2020 auch die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion in den urbanen Raum zurück. Dabei stehen neue Technologien für den Gemüseanbau wie zum Beispiel das Vertical Farming oder Aquaponic System im Fokus. Aber auch an einer bezahlbaren In-vitro-Produktion von Nahrungsmitteln, z. B. Fleisch, wird weiterhin geforscht.  

Expertenstatement:
Der ressourcenschonende Anbau, die Aufzucht und Produktion von guten Lebensmitteln, die für alle bezahlbar sind, ist ein Ziel, das nicht nur hierzulande in Zukunft weiter in den Fokus rücken wird. Schon jetzt beliefern Vertical-Farming- Unternehmen in Berlin und in Ballungszentren ihre stadteigenen Supermärkte mit Gemüse, Kräutern, Salat oder sogar Fisch aus Aquaponik-Technologie. Doch bis in Deutschland der erste Farmscraper gebaut wird, in dem Menschen, Nutzpflanzen, Kühe und anderes Schlachtvieh leben, wird noch sehr viel Zeit vergehen. Aktuell stammt der Großteil der Erzeugnisse aus der bäuerlichen und auch industriellen Landwirtschaft außerhalb der Metropolen. Die urbane Food-Produktion ist also auch 2020 ausbaufähig. Was aber sofort verändert werden kann, ist unser Konsumverhalten. Denn dadurch, dass Fleisch und Wurst nicht mehr täglich auf dem Esstisch landen, sorgen wir nicht nur für unsere eigene Gesundheit, sondern auch für ein besseres Klima.