Rückläufige Spenderzahlen trotz hoher Bereitschaft

Über 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Organ und täglich werden es mehr. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Organspender. 2017 waren es gerade einmal 797, was einen Rückgang um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dabei belegen aktuelle Umfragen, dass 84 Prozent der Befragten die Organspende positiv sehen und mittlerweile 36 Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis besitzen. Der Rückgang liegt also weniger in der mangelnden Spendebereitschaft.

Ursächlich für die sinkende Zahl der Spendeorgane sind auch unzureichende Prozesse in den Kliniken. Leistungsverdichtung, wenig Zeit und mangelnde Strukturen spielen dabei eine gewichtige Rolle. Sie werden deshalb auch von dem kürzlich vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Entwurf für ein „Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende“ in den Fokus genommen.

Darüber hinaus bereiten Gesundheitsminister Spahn und SPD-Fraktionsvize Lauterbach einen Gruppenantrag für den Deutschen Bundestag zur sogenannten Widerspruchslösung vor. Sicher wird es auch konkurrierende fraktionsübergreifende Anträge dazu geben. Hier besteht die Chance, eine bedeutende Debatte mit großer gesellschaftspolitischer Strahlkraft im Bundestag zu führen. Wichtig ist dabei, dass der Grundsatz der Freiwilligkeit gewahrt und die persönliche Entscheidung des Einzelnen ausschlaggebend bleibt.

Zurück zur Übersicht

Zuletzt aktualisiert:
Sep 28, 2018

DAK-Gesundheit bei ...

  • Facebook
  • Instagram
  • Twitter
  • Youtube
  • Xing