Reform des Morbi RSA wirksam und schnell umsetzen

Wenn es um die Beurteilung der Reformbedürftigkeit des Finanzausgleiches der Krankenkassen geht, ist der derzeit noch hohe Überschuss in der Gesamtbilanz aller Kassen wohl die trügerischste Kennzahl überhaupt. Denn auf Ebene der einzelnen Versicherer geht die Schere zwischen chronisch unter- und überdeckten Krankenkassen tatsächlich immer weiter auseinander. Die Ursachen liegen dabei vorrangig in Fehlsteuerungen des Ausgleichs und sind nicht etwa dem mehr oder weniger erfolgreichen Handeln der jeweiligen Kassen geschuldet.
Dass der Morbi-RSA reformbedürftig ist, belegen mittlerweile auch die beiden Gutachten des wissenschaftlichen Beirats zu seiner Weiterentwicklung. Im Lichte dieser Expertisen fordern die Ersatzkassen eine Reform mit folgenden Elementen:

  • Der Morbi-RSA wird um eine Regionalkomponente ergänzt.
  • Beim Merkmal Erwerbsminderungsrentner wird zumindest eine Alters-Schweregrad-Differenzierung eingeführt.
  • Altersinteraktionsterme werden eingeführt.
  • Die DMP-Programmkostenpauschale wird gestrichen.
  • Ein Hochrisikopool wird eingeführt.
  • Bei der Krankheitsauswahl ist auf den Schweregrad abzustellen.

Laut dem Kabinettsentwurf für ein Versichertenentlastungsgesetz soll der Finanzausgleich bis Ende 2019 reformiert werden. Die dort vorgesehenen Maßnahmen müssen möglichst rasch Wirkung entfalten. Denn vor dem Hintergrund steigender Ausgaben bspw. durch mehr Pflegepersonal oder höhere Zahnersatzzuschüsse und gleichzeitiger Beitragsunterdeckungen für ALG II-Empfänger oder Soloselbstständige, würde ein „Weiter so“ die bestehenden Verwerfungen im Wettbewerb der Krankenkassen dramatisch verschärfen.

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Zuletzt aktualisiert:
Sep 28, 2018

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