Wie bekomme ich BAföG?

Das BAföG (BundesAusbildungsförderungsGesetz) ist die bekannteste staatliche Förderungsmöglichkeit für Studenten. Doch wie bekommst du es? Und worauf musst du achten?

Die Idee

BAföG ist als finanzielle Unterstützung für Personen gedacht, deren Eltern nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ein Studium zu finanzieren. Diese Förderung ist also abhängig vom Einkommen der Eltern – und natürlich vom eigenen Einkommen.

Hast du einen Anspruch? Um das zu prüfen, solltest du zunächst folgende Punkte klären.

  • Ist deine angestrebte Ausbildung förderungsfähig? Bei einem Studium an einer Hochschule (Universität, FH, PH etc.) eines grundständigen Studiengangs ist das der Fall.
  • Anderes Studium nach Fachrichtungswechsel. Mit maximal drei absolvierten Semestern ist eine Weiterförderung nach dem Wechsel möglich.

Wie viel BAföG bekommst du?

Zunächst prüft das Amt, ob du grundsätzlich das Recht auf BAföG hast und deinen Bedarf. Daraufhin wird dein Bedarf mit diversen Parametern verglichen, die Auswirkungen auf die tatsächlich ausgezahlte Summe haben. Die Parameter sind unter anderem das Einkommen der Eltern, dein Einkommen, die Anzahl deiner Geschwister und dein Vermögen. Wurden die Parameter von dem Bedarf abgezogen, ist das der BAföG-Satz, den du erhältst. Dabei geht das Amt davon aus, dass die Differenz zwischen Bedarf und tatsächlicher Auszahlung von deinen Eltern an dich gezahlt wird.

Worauf solltest du außerdem achten?

  • BaföG-Antrag
    Den Antrag stellst du beim BAföG-Amt, das für deine Universität zuständig ist. Dort erfährst du auch, was du alles für deinen Antrag brauchst.
  • BaföG-Leistungsnachweise
    Nach vier Semestern musst du nachweisen, dass du im Studium nicht hinterherhinkst. Wenn du das nicht kannst, wird dir das BAföG gestrichen. Auch wenn du erst im vierten Semester BAföG beantragst, musst du deine Studienleistungen nachweisen. Der Nachweis kann problemlos anhand von erreichten ECTS-Punkten erbracht werden.
  • BAföG-Dauer
    Die Dauer der Förderung richtet sich nach der Regelstudienzeit und kann nur in Ausnahmefällen verlängert werden.
  • BAföG im Ausland
    Wenn du außerhalb der EU studieren möchtest, ist die Förderungszeit auf ein Jahr begrenzt. Studierst du innerhalb der EU kannst du das gesamte Studium, sofern es mit Deutschland vergleichbar und anerkannt ist, fördern lassen. Falls du das vorhast solltest du dich aufgrund der besonderen Zuständigkeiten möglichst früh um die Förderung kümmern.
  • BaföG-Zurückzahlung
    Eine Hälfte des BAföG-Satzes wird bezuschusst und muss nicht zurückgezahlt werden. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, das in der Regel fünf Jahre nach der letzten Rate zurückgezahlt werden muss. In Ausnahmefällen, wie einem längeren Studium oder Fachwechsel, kann das eigentlich zinslose Darlehen zeitweise nur als Bankdarlehen gewährt werden, das mit Zinsen zurückgezahlt werden muss.
  • BAföG und Master
    Damit du im Master auch BAföG erhältst, musst du einen konsekutiven Studiengang (d. h., zwischen dem Bachelor und dem Master besteht ein fachlicher Zusammenhang) belegen und darfst in der Regel noch nicht 35 Jahre alt sein. Weitere Details zu dem Thema findest du bei deinem BAföG-Amt.
  • BAföG und Nebenjobs
    Wer BAföG beantragt, muss darauf achten, dass er in seinen Studentenjobs nicht zu viel verdient. Das könnte dazu führen, dass dir die Förderung aberkannt wird. In der Regel bist du mit einem 400-Euro-Job auf der sicheren Seite.

  • Mit BAföG und Beiträge
    Mit BAföG erhältst Du auch eine Förderung für Deine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Bescheinigung für das BAföG-Amt kannst Du einfach hier herunterladen.

Und jetzt?

Wie du siehst, ist die Beantragung von BAföG recht kompliziert. Deswegen solltest du dich intensiv mit dem Thema beschäftigen und immer daran denken, dass es eine Förderung für Menschen ist, die sich sonst kein Studium leisten könnten – und keine Partyförderung. Also ab zum BAföG-Amt und deine Möglichkeiten prüfen.