Studium und Nebenjob

"Muss ich wegen meinem Nebenjob Sozialversicherungsbeiträge zahlen?" Diese Frage stellst nicht nur du dir, sondern auch viele andere Studenten. Da es bei der Beantwortung dieser Frage aber auf den Umfang der Beschäftigung und der einzelnen Sozialversicherungszweige ankommt, gibt es leider keine pauschale Antwort. Einen ersten Überblick erhaltet ihr aber schon mal hier. Informiert euch aber im Vorwege bitte trotzdem unbedingt bei der DAK-Gesundheit oder bei eurer Krankenkasse über die individuelle Beurteilung eurer Tätigkeit!

Eure Fragen. Unsere Antworten.

Was ist eine kurzfristige Beschäftigung?

Der Nebenjob dauert max. drei Monate bzw. 70 Tage pro Kalenderjahr. Die Dreimonatsregel gilt, wenn die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen pro Woche ausgeübt wird. Die 70-Tage-Regel greift, sobald es weniger als fünf Tage sind.

Wichtig:

  1. Nachtdienst mit der Überschneidung von zwei Kalendertagen zählt als ein Arbeitstag.
  2. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle.

    Fazit: Aus einer kurzfristigen Beschäftigung sind vom Arbeitnehmer keine Beiträge zur Sozialversicherung zu entrichten.

Was ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung?

Der regelmäßige monatliche Verdienst überschreitet nicht 450 Euro (Stichwort Minijob).

Wichtig:

  • Bei gleichzeitiger Ausübung mehrerer Minijobs sind im Hinblick auf die Verdienstgrenze 450 Euro die Entgelte der einzelnen Jobs zu addieren. Wird die 450-Euro-Grenze überschritten, sind die Voraussetzungen für einen Minijob nicht mehr erfüllt.

    Fazit: Für einen Minijob sind vom Arbeitnehmer keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten. Ein Minijob unterliegt grundsätzlich der Rentenversicherungspflicht; der Arbeitnehmer muss aus dem Bruttoarbeitsentgelt einen Beitragsanteil in Höhe von derzeit 3,6 Prozent entrichten.

Was ist das Werkstudentenprivileg?

Übersteigt dein Job neben dem Studium den Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung, bleibst du als Arbeitnehmer kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, wenn die nachstehenden Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Du bist als ordentlicher Studierender an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule immatrikuliert.
  • Dein Studium muss in jedem Fall im Vordergrund stehen – d. h., du musst deutlich mehr Zeit für dein Studium aufbringen, die Beschäftigung muss deinem Studium untergeordnet sein.
  • Deine Arbeitszeit während der Vorlesungszeit beträgt regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche.
  • Wichtig: Wird die 20-Stunden-Grenze durch Beschäftigungszeiten am Wochenende, in den Abend- und Nachtstunden oder in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) überschritten, gilt:

    - Die Beschäftigung muss von vornherein befristet sein und

    - die Beschäftigung darf innerhalb eines Zeitjahres maximal an 26 Wochen/182 Kalendertagen ausgeübt werden. Werden mehrere Jobs ausgeübt, dann werden die Zeiten zusammengerechnet. Wird die vorgenannte Grenze überschritten, besteht Versicherungspflicht als Arbeitnehmer zu allen Zweigen der Sozialversicherung.

  • Das Werkstudentenprivileg gilt z. B. nicht für:

    - Studierende, die ihre Abschlussprüfung abgelegt haben und noch immatrikuliert sind,

    - Doktoranden, die ggf. noch an der Hochschule eingeschrieben sind.

Was gilt für die Rentenversicherung beim Werkstudentenprivileg?

Das Werkstudentenprivileg gilt nicht für die Rentenversicherung. Liegt dein monatliche Arbeitsentgelt über 450 Euro, tritt Rentenversicherungspflicht für dich als Arbeitnehmer ein. Bei einem monatlichen Arbeitsentgelt zwischen 450,01 Euro und 800 Euro hat der Arbeitgeber einen höheren Beitragsanteil zu tragen. Ab 800,01 Euro sind die Beiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig zu tragen.

Was muss ich bei vorgeschriebenen Praktika beachten?

Wenn du ein Praktikum im Zusammenhang mit einer schulischen Berufsausbildung (z. B. Studium an einer Hochschule, Berufsfachschule) ausübst, gibt es hinsichtlich der Sozialversicherung einiges zu beachten. Frage vor Aufnahme eines Praktikums immer deine Krankenkasse, denn die versicherungsrechtliche Beurteilung stellt sich differenziert dar.

Vorgeschriebene Praktika

Wichtig ist, dass die Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung den Zeitpunkt und Umfang des durchzuführenden Praktikums vorschreibt.

  • Zwischenpraktikum

    Studierende, die während ihres Studiums ein in der Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum ableisten – häufig auch Praxissemester genannt –, sind in dieser Zeit als Arbeitnehmer versicherungsfrei in allen Zweigen der Sozialversicherung. Die wöchentliche Arbeitszeit und die Höhe des Arbeitsentgelts spielen bei diesem Praktikum keine Rolle

  • Vorpraktikum/Nachpraktikum

    Bei Vor- oder Nachpraktika stellt sich die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung differenziert dar. Entscheidend ist hier, ob während des Praktikums Arbeitsentgelt gezahlt wird oder nicht. Ein Praktikum mit Arbeitsentgelt – die Höhe ist dabei unerheblich – unterliegt immer der Versicherungspflicht als Arbeitnehmer zu allen Zweigen der Sozialversicherung.

Wenn du ein Praktikum ohne Arbeitsentgelt durchführst, tritt lediglich Versicherungspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ein. Die Beiträge muss der Arbeitgeber alleine aufbringen. In der Kranken- und Pflegeversicherung kann eine beitragsfreie Familienversicherung bestehen bleiben. Sofern dieser Anspruch nicht gegeben ist, tritt Versicherungspflicht als Praktikant ein.
Die monatlichen Beiträge für Studierende zur Krankenversicherung betragen 76,07 Euro, zur Pflegeversicherung 19,79 Euro bzw. 21,42 Euro (für kinderlose Mitglieder, die das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben) und sind von dem Praktikanten alleine aufzubringen.

Was muss ich bei freiwilligen Praktika beachten?

Ein freiwilliges Praktikum ist – wie der Name schon sagt – nicht in einer Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben. Ein solches Praktikum kann vor, während oder nach dem Studium ausgeübt werden.

Wird das Praktikum vor oder nach dem Studium bzw. der Berufsfachschule ausgeübt, tritt grundsätzlich Versicherungspflicht als Arbeitnehmer ein. Ausnahme: Es handelt sich um eine „geringfügige Beschäftigung“.

Ein freiwilliges Praktikum während des Studiums bzw. der Berufsfachschule ist versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, in der Rentenversicherung aber versicherungspflichtig. Es gelten hier dieselben Regeln wie bei einem „Job im Studium“.

Welche Auswirkung hat ein Job auf die beitragsfreie Familienversicherung?

Wenn dein Gesamteinkommen die Einkommensgrenze für die Familienversicherung von 445 Euro im Monat übersteigt, endet die Familienversicherung. Dann musst du dich selbst als Studierender versichern und Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das gilt vor allem, wenn du eine Tätigkeit als Werkstudent ausübst und dadurch dein Gesamteinkommen 445 Euro im Monat übersteigt. Bei einer geringfügigen Beschäftigung beträgt die Einkommensgrenze 450 Euro monatlich.

Die monatlichen Beiträge für Studierende zur Krankenversicherung betragen 76,07 Euro und zur Pflegeversicherung 19,79 Euro bzw. 21,42 Euro (für kinderlose Mitglieder, die das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben). Diese Beiträge sind von dir als Studierender alleine zu tragen.