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Arbeitgeber

Ein Unternehmen, das einen Beschäftigten anweist, vom Arbeitsplatz im Betrieb ins Homeoffice zu wechseln, überschreitet das Weisungsrecht, urteilte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Eine entsprechende Kündigung musste zurückgenommen werden.

Dem Urteil zugrunde lag der Fall eines 64-jährigen Ingenieurs. Dessen Betriebsstätte war aufgrund einer Umstrukturierung geschlossen worden. Sein Arbeitgeber bot ihm einen Heimarbeitsplatz an, doch den lehnte er kategorisch ab. Nach Anhörung des Betriebsrates kündigte der Arbeitgeber ihm fristlos verhaltensbedingt wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung. Dagegen ging der Ingenieur mit einer Kündigungsschutzklage vor.

Und diese Klage hatte Erfolg. Arbeitet man von zu Hause aus, sei dies in einem erheblichen Maße anders, als in einer Betriebsstätte tätig zu sein, urteilte das Gericht (17 Sa 562/18). Der Arbeitnehmer verliere den unmittelbaren Kontakt zu den Kollegen, die Möglichkeiten sich mit ihnen auszutauschen seien deutlich verringert, für die betriebliche Interessenvertretung sei er schwerer erreichbar. Auch das Arbeitnehmer häufig zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf an einer Heimarbeit interessiert seien, könne nicht geltend gemacht werden. Es ändere nichts daran, dass das Weisungsrecht überschritten worden sei und das Homeoffice nicht einseitig vom Arbeitgeber angewiesen werden dürfe.