Zytomegalie-Test für Schwangere: Das sollten Sie über die Infektion mit den Herpesviren wissen

So schützen Sie sich vor einer CMV-Erstinfektion in der Schwangerschaft

Der Zytomegalie-Test in der Schwangerschaft untersucht, ob Sie die Krankheit schon einmal durchgemacht und bereits Antikörper gebildet haben. Für gesunde Menschen ist der Zytomegalie-Virus (CMV) nicht gefährlich, aber für ungeborene Babys kann er es werden, wenn die Schwangere sich zum ersten Mal ansteckt. „Etwa ein bis zwei Prozent aller Frauen infizieren sich während der Schwangerschaft das erste Mal mit dem Zytomegalie-Virus“, weiß DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Gefährlich ist eine Erstinfektion mit CMV vor allem für Schwangere im ersten Drittel. Dann kann es zu Organschäden oder Fehlgeburten kommen.“

Zytomegalie-Test: Als Plus-Leistung für Schwangere kostenlos

Damit werdende Mütter Gewissheit haben, bieten Ärzte diesen gefahrlosen CMV-Antikörper-Test an. Die DAK-Gesundheit erstattet die Kosten dafür, denn der Zytomegalie-Test ist eine der zusätzlichen 9 PLUS-Leistungen, für die wir unseren Schwangeren 100 Euro Extra-Budget zur Verfügung stellen.  

DAK-Expertin Elisabeth Thomas berät zum Thema Zytomegalie und CMV-Antikörper-Test

DAK-Ärztin Elisabeth Thomas

Zytomegalie: Das sind die Symptome

„Zytomegalie wird durch einen Virus verursacht, der zu den Herpes-Viren gehört“, so Thomas. „Bei der ersten Infektionen werden Sie wahrscheinlich keine Symptome haben. Die Krankheit verläuft fast unbemerkt.“ Doch das das Zytomegalie-Virus bleibt weiter im Körper und bricht immer dann aus, wenn das Immunsystem geschwächt  durch Stress oder Krankheit geschwächt ist. Symptome der Zytomegalie sind dann die einer Erkältung oder eines grippalen Infektes: Gliederschmerzen, Fieber, Hals- und Kopfschmerzen.

CMV-Antikörper-Test untersucht das Blut

Wenn Sie sicher sein wollen, dass Sie CMV-Antikörper besitzen und somit ein Schutz vor einer Erstinfektion besteht, lassen Sie vom Arzt einen Zytomegalie-Test machen und Ihr Blut untersuchen. Ihr Frauenarzt kann Sie dazu ausführlich beraten.

Wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft eine Zytomegalie-Erkrankung durchgemacht und dementsprechend Antikörper gebildet haben, brauchen Sie sich keine großen Sorgen zu machen. Sollte der CMV-Antikörper-Test jedoch negativ sein und Sie noch keine Antikörper besitzen, müssen Sie während der Schwangerschaft sehr vorsichtig sein. 

Zytomegalie-Infektion erfolgt über Körperflüssigkeiten

Das Zytomegalie-Virus wird durch alle Arten von Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Urin, Tränen, Blut, Samen- oder Vaginalflüssigkeit, übertragen. Das bedeutet, dass Schwangere während der Schwangerschaft und bei der Geburt den Virus auf Ihr Kind übertragen können. 

Erstinfektion mit CMV in der Schwangerschaft und die Folgen

Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft an, bedeutet das aber nicht sofort, dass das Kind Schaden nimmt. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Kind ansteckt ist hoch: In etwa 40 Prozent der Fälle überträgt die Mutter das Virus auf das Ungeborene. Schäden erleiden ungefähr zehn bis 20 Prozent. Manchmal sind sie direkt nach der Geburt nicht erkennbar. Die Palette der Behinderung ist sehr vielfältig und erstreckt sich von Hörstörungen bis hin zu schweren geistigen Behinderungen.

Wenn Sie sich während der Schwangerschaft angesteckt haben, berät Ihr Frauenarzt Sie über die weiteren Möglichkeiten. Ein Ultraschall oder eine Fruchtwasseruntersuchung kann noch während der Schwangerschaft klären, ob es dem Kind gut geht. Nach der Geburt wird mit Hilfe eines Urintests in den ersten drei Wochen ermittelt, ob das Baby infiziert ist.

Manche Ärzte empfehlen, den CMV-positiven Müttern nicht zu stillen, da auch durch Muttermilch das Virus übertragen werden kann. 

Wie kann ich einer Zytomegalie-Infektion in der Schwangerschaft vorbeugen?

Zytomegalie wird häufig von Kleinkindern übertragen. „Schwangere, die die noch keine CMV-Antikörper besitzen, sollten möglichst keinen engen Kontakt mit Kindern unter drei Jahren haben. Das gilt vor allem für Berufsgruppen, wie Kinderkrankenschwestern, Erzieherinnen oder Tagesmütter“, so Elisabeth Thomas. 

Viele Frauen stecken sich auch über Speichel und Urin bei ihren eigenen symptomlosen Kindern an. Einer Übertagung kann auch durch besondere Hygiene und Vorsicht vorgebeugt werden:

  • Versuchen Sie so wenig wie möglich in Kontakt mit dem Speichel oder Urin eines Kleinkindes zu kommen
  • Desinfizieren Sie gemeinsam genutzte Toiletten und Waschbecken.
  • Waschen Sie regelmäßig und gründlich Ihre Hände mit heißem Wasser und Seife.
  • Seien Sie vorsichtig beim Windelwechseln, Füttern, Nase putzen.
  • Benutzen Sie Geschirr und Besteck nicht gemeinsam mit Ihrem Kind.

Behandlung von Zytomegalie in der Schwangerschaft

Bisher gibt es keine zugelassenen Therapien für eine Zytomegalie-Infektion während der Schwangerschaft. Es gibt Medikamente gegen die Herpesviren, die sogenannten Virostatika. Diese Antivirusmittel können allerdings nicht in der Schwangerschaft genutzt werden, da sie zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen können.  

DAK-Gesundheit erstattet Kosten des Zytomegalie-Tests

Die DAK-Gesundheit übernimmt die Kosten für den Bluttest im Rahmen der 9 PLUS-Leistungen für Schwangere. Diese sind Satzungsleistungen, die wir unseren Kunden zusätzlich zu den regulären Vorsorgemaßnahmen in der Schwangerschaft anbieten. 100 Euro stehen Ihnen für zusätzliche Untersuchungen und Tests, wie dem Zytomegalie-Test, zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen oder besonderen Eisen- oder Jod-Präparaten, zur Verfügung. 

Alle 9 PLUS-Leistungen im Überblick

Zuletzt aktualisiert:
Jan 31, 2019

Weitere Informationen

  • 9 PLUS-Leistungen für Schwangere

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