Zuzahlungen

...und wann Sie sich davon befreien lassen können

Was sind Zuzahlungen und wie hoch sind diese?

Zuzahlungen sind der Anteil der Kosten, den der Versicherte selbst für medizinische Leistungen übernehmen muss. Das können zum Beispiel Arzneimittel, Fahrkosten oder Krankenhausbehandlungen sein. Die Höhe einer Zuzahlung beträgt grundsätzlich zehn Prozent der Kosten, mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro. Sie zahlen nie mehr als die tatsächlichen Kosten der medizinischen Leistung.

Damit die finanzielle Belastung für Sie nicht zu hoch wird, müssen Sie im Jahr nur bis zu einer bestimmten Höhe Zuzahlungen leisten. Von allen darüber hinausgehenden Zahlungen können Sie sich per Antrag befreien lassen. Dafür wird Ihre persönliche Belastungsgrenze ermittelt.

Berechnung Ihrer individuellen Belastungsgrenze

Grundsätzlich gilt: Ihre individuelle Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent Ihres jährlichen Brutto-Haushaltseinkommen, bei schwerwiegend chronisch Kranken bei einem Prozent. Zum Brutto-Haushaltseinkommen gehören zum Beispiel Arbeitsentgelt, Sonderzahlungen, Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, Leistungen der Agentur für Arbeit, Renten, Pensionen, Unterhalt, Mieteinnahmen und Zinserträge. Wenn Sie verheiratet sind oder in einer Lebenspartnerschaft (laut Lebenspartnerschaftsgesetz) leben, zählen die Einkünfte ihres Partners dazu. Auch Einkünfte Ihrer Kinder unter 18 Jahren zählen zum Brutto-Haushaltseinkommen. Vom Brutto-Haushaltseinkommen werden Freibeträge abgezogen:

  • 5.481 Euro (2018) / 5.607 Euro (2019) für den ersten Angehörigen (Ehegatten oder Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz)
  • 7.428 Euro (2018) / 7.620 Euro (2019) für jedes zu berücksichtigende Kind

Besonderheit: Bei Versicherten, die im gesamten Kalenderjahr Arbeitslosengeld II beziehen, liegt die jährliche Belastungsgrenze bei 99,84 Euro (2018) / 101,76 Euro (2019) und für schwerwiegend chronisch Kranke bei 49,92 Euro (2018) / 50,88 Euro (2019).

Lassen Sie sich Ihre Belastungsgrenze von unserem Zuzahlungsrechner ganz einfach online ausrechnen.

Belastungsgrenze für schwerwiegend chronisch Kranke

Wenn Sie unter einer schweren chronischen Krankheit leiden, verringert sich die Belastungsgrenze von zwei auf ein Prozent Ihres Brutto-Haushaltseinkommens. Als schwerwiegend chronisch krank gelten Sie, wenn Sie seit mindestens einem Jahr erkrankt sind und mindestens einmal im Quartal wegen dieser Krankheit ärztlich behandelt werden.
Außerdem muss eine dieser beiden Voraussetzungen zutreffen:

  • Ohne die kontinuierliche Behandlung würde sich Ihre Erkrankung lebensbedrohlich verschlimmern, die Lebenserwartung vermindern oder die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen. Dies muss Ihr Arzt bescheinigen.
  • Sie sind pflegebedürftig und haben mindestens Pflegegrad III oder einen Grad der Behinderung wegen dieser Krankheit von mindestens 60 Prozent.

Versicherte der DAK-Gesundheit mit anerkanntem Pflegegrad III oder höher und Versicherte, die an einem DAK-Gesundheitsprogramm teilnehmen, müssen ihre chronische Erkrankung nicht ärztlich bestätigen lassen.

So erhalten Sie Ihr Geld zurück

Was Sie über Ihre Belastungsgrenze hinaus an Zuzahlungen geleistet haben, bekommen Sie erstattet. Dafür füllen Sie diesen Antrag auf Erstattung aus. Zudem benötigen wir alle Zuzahlungsbelege im Original, die Sie selbst und zu berücksichtigende Familienangehörige betreffen. Einzelbelege müssen nicht eingereicht werden, wenn Ihnen Ihre Apotheke eine Sammelrechnung ausstellt. Einzelbelege und Sammelrechnungen müssen folgende Angaben enthalten:

  • Vor- und Zuname: Für wen ist die zuzahlungspflichtige Leistung bestimmt?
  • Zweck der Zahlung, z.B. Arzneimittel
  • Höhe der Zuzahlung
  • Empfänger der Zuzahlung, z.B. Name der Apotheke
  • Datum, an dem Sie die Leistung erhalten haben.

Befreiung von Zuzahlungen nach Erreichen der Belastungsgrenze

Sobald Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze für Zuzahlungen erreicht haben, können Sie sich auch für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Sie erhalten dann eine Befreiungskarte, die Sie beim Arzt oder in der Apotheke vorlegen. Hier finden Sie den entsprechenden Antrag.

Befreiung von Zuzahlungen im Voraus

Wenn zum Beispiel bei einer schweren chronischen Erkrankung voraussehbar ist, dass Sie die Belastungsgrenze im laufenden Jahr überschreiten, können Sie einen Antrag auf Befreiung bereits im Voraus stellen. Die DAK-Gesundheit errechnet Ihre Belastungsgrenze, Sie zahlen diese Summe vorab bei uns ein und erhalten eine Befreiungskarte. Wichtig: Sollten Sie wider Erwarten unter der Belastungsgrenze bleiben, bekommen Sie die zu viel gezahlte Vorauszahlung nicht erstattet.

Besondere Zuzahlungsregelungen

  • Kinder und Jugendliche:
    Versicherte unter 18 Jahren sind grundsätzlich von Zuzahlungen befreit. Einzige Ausnahme: Zu Fahrkosten müssen auch Kinder und Jugendliche eine Zuzahlung leisten (zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf Euro, maximal zehn Euro pro Fahrt).

  • Krankenhausbehandlung:
    Für Ihre Behandlung im Krankenhaus müssen Sie zehn Euro pro Tag für maximal 28 Tage im Kalenderjahr zuzahlen.

  • Ambulante und stationäre Kuren (Rehabilitationsmaßnahmen):
    Sie zahlen grundsätzlich zehn Euro pro Tag für die Dauer der Rehabilitationsmaßnahme. Allerdings gibt es Ausnahmen, in denen die Zuzahlung auf 28 Tage jährlich begrenzt wird: Beispielsweise, wenn Sie direkt vom Krankenhaus in die Anschlussheilbehandlung kommen. Die Zuzahlung für Ihre Zeit im Krankenhaus wird dabei angerechnet.

  • Heilmittel:
    Sie tragen zehn Prozent der Kosten je Anwendung plus zehn Euro je Verordnung (Rezept).

  • Häusliche Krankenpflege:
    Sie beteiligen sich mit zehn Prozent der Kosten für maximal 28 Tage im Jahr plus zehn Euro pro Verordnung (Rezept).

  • Soziotherapie und Haushaltshilfen:
    Sie tragen zehn Prozent der täglichen Kosten, mindestens fünf Euro und maximal zehn Euro.

  • Zahnersatz:
    Für Zahnersatz gibt es gesonderte Regelungen zur Eigenbeteiligung.

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Zuletzt aktualisiert:
Thu Oct 04 14:14:20 CEST 2018